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14.05.2004 - 

Unternehmen und Verwaltungen sollen auf Linux-PCs umsteigen

Red Hat startet Desktop-Offensive

MÜNCHEN (CW) - Nachdem es zuletzt den Anschein hatte, Red Hat konzentriere sich auf Linux für Server, kommt jetzt die Korrektur des Bildes. Der Distributor bringt "Red Hat Desktop" auf den Markt.

Vor gut sechs Monaten hat der Distributor sein Desktop-Betriebssystem "Red Hat Linux", damals in Version 9, an das Open-Source-Projekt "Fedora" abgetreten. Begründung: Entwicklung und insbesondere der Vertrieb seien zu kostspielig. Übrig blieb für PCs mit den Architekturen x86, AMD64 und Intels 32/64-Bit-Zwitter EM64 nur die Variante "WS" (Workstation) des Server-Systems Red Hat Enterprise Linux (RHEL). Mit dieser Version richtete sich der Anbieter vor allem an Entwickler und Power-User in Unternehmen. Auch mit Red Hat Desktop will der Linux-Spezialist nicht die Privatanwender, sondern ausschließlich Firmen und Verwaltungen adressieren. Daher gibt es das System nur als Mehrfachlizenz für zehn oder 50 Desktops.

Red Hat bietet unterschiedliche Lizenzformen, die sich nach der bevorzugten Variante des Abonnementsdienstes Red Hat Network (RHN) richten, über den das Unternehmen seine Kunden via Internet mit Updates und Patches versorgt. 2500 Dollar pro Jahr kostet das Paket "Red Hat Network Proxy Server" für zehn Desktops. Dabei versorgt ein RHN-Proxy-Server im Unternehmen die Desktops. Wenn Firmen schon einen solchen Server haben, können sie eine Erweiterung um das Desktop-Angebot für 50 PCs zum Jahrespreis von 3500 Dollar bekommen.

Poket mit Update-Service

Bei der Variante "Red Hat Network Satellite Server" werden die Desktops von Servern im Unternehmen versorgt, auf denen der komplette RHN-Abodienst gespiegelt ist. Dies kostet jährlich 13500 Dollar für 50 Desktops. Erweiterungen der Umgebung um jeweils 50 Desktops schlagen mit 3000 Dollar pro Jahr zu Buche.

Bei allen Lizenzformen sind in den Preisen enthalten: das Betriebssystem Red Hat Enterprise Linux 3 mit dem Kernel 2.4, die grafische Benutzeroberfläche "Gnome", das Büropaket "Open Office 1.1", der Browser "Mozilla", der Outlook-kompatible Groupware- und E-Mail-Client "Evolution" von Ximian sowie der Citrix-Client "ICA" für Server-based Computing. Hinzu kommen das Update- und das Management-Modul des Red Hat Network. Optional gibt es auch noch die Möglichkeit, das Provisioning-Modul des Abodienstes zu erhalten.

Red Hat Desktop läuft auf PCs mit einer CPU, während die Linux-Variante RHEL-WS auch für Zwei-Wege-Systeme geeignet ist. Aber genau wie beim Workstation-Linux unterstützt das Desktop-System Prozessoren der Typen x86, AMD64 und Intels EM64. Es läuft nicht mit Itanium-Rechnern. Die maximale Größe des Arbeitsspeichers beträgt 4 GB.

Der Distributor orientiert sich bei der Versionierung an den Release-Ständen von Red Hat Enterprise Linux. Das Desktop-Angebot geht also gleich als Version 3 an den Start. Auch bei Updates ist das Server-System Vorbild: Sie sollen alle zwölf bis 18 Monate erscheinen. Die nächste Version - dann mit dem Linux-Kernel 2.6 - soll es allerdings schon Anfang 2005 geben.

Der Schwerpunkt der Entwicklungsarbeiten ist Interoperabilität. Red Hat hat dazu unter anderem mit Real Networks, Macromedia, Adobe, Citrix und VMware Kooperationsverträge abgeschlossen. Außerdem hat der Distributor die Zusammenarbeit mit dem Embedded-Systems-Spezialisten Wind River vertieft. Hier ist das Ziel ein "Red Hat Embedded Linux", das zu Jahresbeginn 2005 erscheinen soll. Es ist zur Nutzung in Routern, Switches und möglicherweise auch Thin Clients vorgesehen. (ls)

Lösungskatalog

Der Linux-Distributor Red Hat hat einen Katalog (www.redhat.com/apps/isv_catalog/) mit mehr als 750 Applikationen ins Netz gestellt, die offiziell für sein "Enterprise Linux" zertifiziert sind. Der "Solutions Catalog" lässt sich nach Plattform, Anwendungstyp, Anbieter sowie strategischem Partner durchsuchen und umfasst Applikationen von Branchengrößen wie IBM und Oracle über Open-Source-Firmen wie MySQL bis hin zu Nischenanbietern. Es überrascht wenig, dass viele Anwendungen (231) für Red Hat Enterprise Linux 3 auf Intels x86-Prozessoren verfügbar sind. Immerhin 145 gibt es für Intels 64-Bit-Plattform Itanium, und 135 laufen unter Enterprise Linux auf 64-Bit-CPUs von AMD. 114 Lösungen listet die Datenbank für IBM-Großrechner unter z/OS auf, und 107 Produkte nennt sie für die Power-basierenden P- und I-Series von Big Blue. Neben IBM und Oracle finden sich in der Anbieterliste weitere Schwergewichte, etwa Computer Associates, BMC, Veritas oder Peoplesoft. Prominente Namen wie SAP oder Hewlett-Packard fehlen allerdings.