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Keine Pakete mehr für Privatanwender

Red Hat stellt Vertrieb der Linux-Distribution um

01.08.2003
MÜNCHEN (ls) - Red Hat konzentriert sich auf Firmenkunden. Das Unternehmen wird seine Linux-Distribution für Privatanwender künftig nicht mehr als Paket über Elektronikmärkte oder Buchhandlungen vertreiben.

Künftig werden Privatanwender ein Betriebssystem wie das aktuelle Red Hat Linux 9.0 nicht mehr für 49 Euro im Mediamarkt kaufen können. Neue Versionen sollen ausschließlich per Download, über das Red Hat Network, Mirror Sites, Bücher, Magazine und User Groups erhältlich sein. Zur Begründung teilt das Unternehmen mit, die Erstellung der CDs und der Vertrieb der herkömmlichen Box-Produkte seien zu teuer und zeitaufwändig.

Nach Angaben von Red Hat entwickelt sich Linux so schnell, dass es nicht mehr ausreicht, wie bisher alle sechs Monate eine neue Version zusammenzustellen, die bei Erscheinen in den Läden schon wieder veraltet ist. Stattdessen will der Distributor künftig in Roadmaps veröffentlichen, was er an Linux für verbesserungswürdig hält. Die Open-Source-Community soll diese Neuerungen selbst programmieren, wonach Red Hat sie evaluiert und gegebenenfalls in seine kommenden Linux-Versionen aufnimmt.

In der Tat findet sich in Bahnhofs- und Flughafenkiosken sowie größeren Buchhandlungen ein "Red Hat Magazin", inzwischen in der zweiten Ausgabe. Es erscheint sechsmal im Jahr zu 9,95 Euro (im Abonnement 49 Euro) und enthält in jeder Ausgabe auf drei CDs die jeweils neueste Red-Hat-Linux-Version (derzeit Release-Stand 9.A). Damit eröffnet der Distributor einen Niedrigpreis-Wettbewerb, denn die vergleichbare Version Suse Linux Personal 8.2 kostet 49 Euro.

Längere Pausen zwischen den Releases

Fraglich ist, ob in rascher Folge erscheinende neue Versionen den Privatanwendern etwas bringen. Denn die wichtigsten Verbesserungen an Linux und seinen Tools waren in letzter Zeit in erster Linie für Unternehmen relevant. Open-Source-Projekte werden immer größer und komplexer, so dass sich Entwicklungsfortschritte hinziehen. Daher haben die Distributionen die einst kurzen Release-Zyklen auf sechs Monate ausgedehnt und diskutieren sogar längere Zeiträume.

Zur Neuorientierung von Red Hat dürfte beigetragen haben, dass sein Privatkundengeschäft keine wichtige Rolle mehr spielt. Die Firma macht nach Angaben eines Sprechers "den überwiegenden Umsatz mit der Enterprise-Produktlinie, und diese Tendenz wird in Zukunft eher noch zunehmen". An Unternehmen verkauft der Distributor vor allem Dienstleistungen wie den Update-Service Red Hat Network. Die Absätze im Einzelhandel sind in den USA wie in Deutschland drastisch eingebrochen, die Lager der Distributoren sind voll. (ls)