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25.04.2006

Red Hats Chef Szulik: Oracle spürt den Druck

Nach der Übernahme von Jboss wird das Klima zwischen Oracle und Red Hat frostiger.

"Kann es sein, dass der dominierende Datenbankanbieter Druck von seinem langjährigen Partner Red Hat verspürt, weil wir eine Open-Source-Middleware-Company gekauft haben?", stichelte Red Hats Chief Executive Officer Matthew Szulik in einem Brief an die "Financial Times". Szulik reagierte damit auf ein Interview der Zeitung, in dem Oracles CEO Lawrence Ellison Interesse an einer eigenen Linux-Distribution bekundet hatte.

Ellison verschnupft

"Ich hätte gern einen kompletten Stack", erklärte Ellison vergangene Woche. "Uns fehlt ein Betriebssystem. Es könnte sehr sinnvoll für uns sein, ein Linux zu distribuieren und zu supporten." Zugleich räumte der Manager ein, dass er den Zukauf eines führenden Linux-Distributors, nämlich Novell oder Red Hat, zumindest in Erwägung gezogen habe. Angesichts des "übertriebenen" Börsenwerts von Red Hat habe man diese Pläne wieder verworfen.

Middleware-Markt umkämpft

Nach der Übernahme von Jboss konkurriert Red Hat im wachstumsträchtigen Middleware-Markt direkt mit Oracle. Auch der Datenbankspezialist hatte zuvor Interesse an Jboss gezeigt. Von einem "Showdown" zwischen Red Hat und der Ellison-Company will Szulik indes nicht sprechen: "Oracle erzielt mehr Zinseinnahmen als Red Hat Umsatz in einem Jahr", relativierte er entsprechende Spekulationen. Zudem verfolge sein Unternehmen keinerlei Pläne, in einen Datenbankmarkt einzudringen, in dem längst "Commodities" gehandelt würden.

Dennoch dürften sich die bis dato engen Verbindungen zwischen den Unternehmen verändern, darin sind sich Experten einig. So könnte sich Oracle stärker Red Hats Erzrivalen Novell zuwenden, der derzeit Mühe hat, das mit dem Nürnberger Unternehmen Suse zugekaufte Linux-Portfolio in klingende Münze zu verwandeln.

Novell-CEO Jack Messman scheint dazu bereit zu sein: "Oracle ist ein Freund von Open Source", lobte der Manager vergangene Woche die Beiträge des Konzerns zur Community. "Wir unterhalten gute Beziehungen zu Oracle, die nach dem Red-Hat/Jboss-Deal wohl noch enger werden." Dieses Vorhaben könnte schnell zur Gratwanderung geraten: Novell arbeitet seit längerem auch mit Jboss zusammen und bietet Support für dessen Application Server an. Seit März 2005 steuerte Novell sogar Code zur Jboss Enterprise Middleware Suite (Jems) bei. (wh)