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10.12.2014 - 

Expansion gescheitert

Redcoon zieht sich aus Frankreich und Dänemark zurück

Dr. Matthias Hell ist Experte in Sachen E-Commerce und Retail sowie ein Buchautor. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in renommierten Handelsmagazinen und E-Commerce-Blogs. Zuletzt erschien seine Buchveröffentlichung "Local Heroes 2.0 – Neues von den digitalen Vorreitern im Einzelhandel".
Der zu Media-Saturn gehörende Online-Händler Redcoon hat seine Onlineshops in Frankreich und Dänemark geschlossen. In beiden Ländern war Redcoon erst verhältnismäßig spät gestartet und hatte nicht das erwartete Momentum erreicht.
"Redcoon.dk er lukket", heißt es auf der dänischen Webseite des Online-Händlers
"Redcoon.dk er lukket", heißt es auf der dänischen Webseite des Online-Händlers

Die internationale Aufstellung von Redcoon gehört zu den Grundeigenschaften des seit 2011 zu Media-Saturn gehörenden Online-Händlers. So präsentiert sich der Elektronikversender auf seiner Info-Seite stolz als europäisches Unternehmen und bescherte die internationale Aufstellung Redcoon in seiner Wachstumsphase gern genutzte Möglichkeiten - um regionale Nachfrageschwächen auszubalancieren, aber auch um an günstige Ware zu kommen. Seit der Übernahme durch Media-Saturn wurde nicht nur die Einkaufspraxis auf dem Graumarkt beendet, sondern wird offensichtlich auch das Engagement in den jeweiligen Auslandsmärkten auf den Prüfstand gestellt.

Für Kunden des französischen Ablegers Redcoon.fr heißt es seit einigen Wochen jedenfalls "Redcoon est fermé" bzw. für dänische Kunden "Redcoon.dk er lukket". "In Dänemark und Frankreich hat Media-Saturn sich nach Prüfung aller Optionen im September entschlossen, das Angebot von Redcoon einzustellen", bestätigte eine Sprecherin des Elektronik-Retailers auf Anfrage von ChannelPartner. Das Unternehmen prüfe seine Strukturen und seine Aufstellung in den einzelnen Ländern für all seine Vertriebslinien kontinuierlich und entscheide für jedes Land individuell, welches Vorgehen dort das jeweils sinnvollste sei.

"In Dänemark und Frankreich war Redcoon noch in der Aufbauphase und sehr klein und hätte hier erheblich in den Markenaufbau und seine Logistikkapazitäten investieren müssen, um eine marktrelevante Größe zu erreichen", heißt es in der Stellungnahme von Media-Saturn weiter. "Wir wollen uns mit Redcoon zunächst auf die Länder konzentrieren, in denen die Marke entweder schon etabliert ist oder schnell eine relevante Größe erreichen kann. Dort wollen wir den Marktanteil steigern und den Bekanntheitsgrad weiter erhöhen." Grundsätzlich befinde sich Media-Saturn mit seinen Online-Pure-Play-Aktivitäten auf Wachstumskurs. Für die strategische Weiterentwicklung dieses Bereichs habe das Unternehmen in diesem Herbst auch die Electronics Online Group ins Leben gerufen.

Nicht der erste Frankreich-Rückzieher für Media-Saturn

In der Tat handelte sich bei Dänemark und Frankreich um die am spätesten gegründeten Auslandsgesellschaften von Redcoon. In Dänemark war der Online-Händler 2009 aktiv geworden, in Frankreich ein Jahr später. In Österreich und in Spanien, wo Redcoon ein eigenes Lager inklusive angeschlossenen Showroom betreibt, ist der Elektronikversender dagegen beispielsweise bereits seit dem Gründungsjahr 2003 vertreten. Mit Frankreich und Dänemark hat sich Redcoon zudem aus Ländern zurückgezogen, in denen die Konzernmutter Media-Saturn nicht aktiv ist. Vor allem Frankreich erweist sich damit für den Elektronik-Retailer als großes Fiasko: bereits 2011 hatte das Unternehmen seine 35 dortigen Saturn-Märkte zu ungünstigen Konditionen an den französischen Wettbewerber HTM Group verkauft. Immerhin will Media-Saturn für Redcoon eine Rückkehr in die Auslandsmärkte nicht ausschließen: "Die Schließung in Frankreich und Dänemark bedeutet nicht, dass wir perspektivisch kein Interesse an einem Onlineshop in diesen Ländern haben. Es bedeutet nur, dass wir uns mit diesen Aktivitäten zunächst auf andere Ländermärkte fokussieren."

Mit der Einstellung der beiden Onlineshops gibt es Redcoon nun noch in acht europäischen Ländern - und hat das Unternehmen damit die Position des am stärksten in Europa verbreiteten deutschen Elektronikversenders verloren: der Wettbewerber Alternate ist weiterhin in zehn europäischen Ländern vertreten. Andere große Elektronik-Online-Händler wie Notebooksbilliger.de und Cyberport beschränken sich allerdings auf das Angebot in Deutschland und dem Nachbarland Österreich. (mh)

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