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22.11.2007

Reddot: Web-Content-Management trifft Web 2.0

Anwender können künftig Inhalte aus Datenbanken, Blogs und Wikis auf ihren Web-Seiten einbinden.

Von CW-Redakteur Sascha Alexander

Hier lesen Sie ...

wie Open Text und Reddot zusammenwachsen;

wie sich die Anforderungen im Web-Content-Management ändern;

welche Produktstrategie Reddot verfolgt.

Ein Jahr ist vergangen, seit Open Text den Konkurren-ten im Softwaremarkt für Enterprise-Content-Mana-gement (ECM) Hummingbird in einer feindlichen Übernahme zu sich holte. Damals wechselte auch das Oldenburger Softwarehaus Reddot Solutions, das zuvor von Hummingbird gekauft worden war, den Eigentümer. Auf der diesjährigen Kundenveranstaltung "Reddot Days" in Köln zogen Firmenvertreter nun Bilanz. So erklärte Vorstandsvorsitzender Daniel Kraft vor rund 450 Gästen die Integration in die Open-Text-Organisation als weitgehend gemeistert. Als "Open Text Web Solutions Group" sei man nun weltweit allein verantwortlich für das Geschäft mit Web-Content-Management-Software (WCM) und habe auch Mitarbeiter von Open Text in den eigenen Reihen: "Es wird nicht mehr nach Herkunft der Mitarbeiter unterschieden." Nach Kritik seitens der Kunden, von denen es in Deutschland rund 1200 geben soll, habe man in den letzten zwölf Monaten den Service und Support ausgebaut und die Position eines Chief Technology Officer geschaffen. Rund 250 WCM-Spezialisten ständen bereit, und in die Produktentwicklung solle mehr investiert werden. Auch glaubt Reddot weiter eine Sonderrolle im ECM-Konzern spielen zu können. Die deutsche "Reddot User Group", in der etwa 100 Kunden organisiert sind, gibt sich entsprechend zufrieden mit der Entwicklung des Unternehmens. Open Text habe die vor einen Jahr gemachten Versprechen bezüglich der Rolle von Reddot eingelöst, sagte Dirk Langenheim gegenüber der computerwoche.

Ende von Reddot XCMS

Tatsächlich haben Open Text und Reddot in den vergangenen Monaten nicht nur an einer besseren Kopplung zwischen den Produkten "Reddot CMS" (Redaktionssystem) und "Reddot Live Server" (Umgebung für Staging und Persoanlisierung von Content) gearbeitet, sondern auch die Plattform für ECM und Collaboration "Open Text Livelink" angebunden. Um dies zu fördern, erhalten Unternehmen beim Kauf von Reddot CMS mittlerweile eine vergünstigte Lizenz für Livelink. Für das bisherige Produkt "Reddot XCMS", das für einen kollaborativen Ansatz im Dokumenten-Management steht und mit Open Text Livelink konkurriert, kommt hingegen das Aus. "Das nächste Release von XCMS ist Liveklink", sagte Langenheim. Allerdings seien hierzulande nur wenige Anwender vom stillen Ende von XCMS betroffen.

Änderung der Produktstrategie

Zugleich nutzte der Hersteller die Veranstaltung, um seine Kunden auf "fundamentale Veränderungen" in der Produktstrategie einzustimmen. Sind WCM-Lösungen bisher vor allem für das Erstellen und Publizieren von Web-Seiten gedacht, sollen sie künftig auch vorhandene Dokumente aus Unternehmensanwendungen und Inhalte etwa aus sozialen Netzwerken und Blogs verwalten und veröffentlichen. Dies setzt eine engere Einbindung in die Arbeitsabläufe des Unternehmens und mit dem Web voraus: "Es zeichnet sich in Unternehmen ein deutlicher Wandel von transaktionsorientierten zu kollaborativen Prozessen ab", sagte Vorstand Daniel Kraft. Die kommenden Monate stehen daher im Zeichen einer weitergehenden Integration der Produkte Reddot CMS und Reddot Live Server in die Unternehmenslandschaft (Repositories) und in das ECM-Portfolio rund um Open Text Livelink. Auch ist ein Ausbau der bisherigen Web-2.0-Komponenten wie Wiki und Blog beziehungsweise Funktionen für gemeinsames Tagging (Aufbau von Folksonomies) oder Voting vorgesehen. Sämtliche Inhalte werden dabei über das WCM-System verwaltet und durch weiteren Content ergänzt.

Lösungen statt Produkte

Anwender müssen sich bereits ab dem nächsten Jahr mit "Web Content Solutions" auseinandersetzen. Nicht mehr die bisherigen WCM-Produkte stehen dann im Vordergrund, sondern sie sollen zusammen mit alten und neuen Erweiterungen (Web-Komponenten) als "Lösungen" für diverse Anwendungsszenarien im Content-Management vermarktet werden. Zahlreiche Neuerungen gehen mit dieser Ankündigung und der Version 8.0 von Reddot CMS einher, die als "Web Content Suite" in der ersten Hälfte 2008 auf den Markt kommen soll. Die Arbeiten werden sich aber bis in das Jahr 2009 fortsetzen. Laut Lars Onasch, Director Product Marketing bei Reddot, finden sich die Änderungen sowohl in der Verwaltung, der Integration als auch der Optimierung der WCM-Software. So geht es in puncto Management unter anderem darum, "Content erlebbarer zu machen". Dies sollen zusätzliche Web-Komponenten für Web 2.0, den breiteren Einsatz von Suchfunktionen, Technik für die Content-Analyse (beispielsweise für ein Ranking von Inhalten) sowie vor allem eine überarbeitete Ausgabe des Editors "Smartedit" bewirken. Weitere Neuerungen sind eine bessere Präsentation von Inhalten und eine Integration in "Microsoft Visual Studio".

Öffnung für andere Repositories

Bezüglich der Integration der Produkte ist geplant, die Repositories von "Artesia" (Open Text), der Dokumenten-Management-Software "SAP DVS" sowie "Micro-soft Office Sharepoint Portal Server" umfassender nutzen zu können. Technisch erfolgt künftig die Einbindung von Inhalten in das WCM-System mit Hilfe der Komponente "Reddot Content Integrator", die noch dieses Jahr erhältlich sein soll. Über den Web-Client können Anwender auf verschiedene Repositories zugreifen, ohne die Oberfläche wechseln zu müssen, erklärte Manager Onasch.

Speziell für die SAP-Integration sei ferner die neue Navigationsoberfläche "Portal Navigation Manager" sowie die Nutzung von "SAP Knowledge Management" als alternatives Repository ge-plant.

Doch die nächste WCM-Version 8.0 (Web Content Suite) bedeutet laut User-Group-Vorstand Langenheim auch eine tief greifende Veränderung der Software. Anders als mit früheren Produktversionen wird der Migrationsaufwand zunehmen.