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Redefinition einer Marke?

28.08.2006
Während die Microsoft-Verantwortlichen auf das Leistungs- und Verkaufspotenzial von "Office 2007" hinweisen, fühlen sich viele Systemhäuser und Fachhändler von der "Redefinition der Weltmarke Office" überfordert, wie das Prelaunch-Event im Leipziger Porsche-Werk zeigte.

Von Alexander Roth

Christoph Bischoff und Wolfgang Brehm von Microsoft haben derzeit das gleiche Ziel. Und das, obwohl sich ihr Verantwortungsbereich unterscheidet: Bischoff leitet als Direktor der Information Worker Group das Office-Geschäft von Microsoft Deutschland, Brehm koordiniert die hiesigen Partneraktivitäten. Ihre gemeinsame Vision: Ein wuchtiger Launch der neuen Microsoft-Produktlinie "Office 2007 System", den vor allem die in jüngster Zeit zahlreich angeheuerten "Information-Worker"-Spezialisten bescheren sollen. Als Höhepunkt der Launch-Vorbereitung hatten beide mit einem Stab an Office-Experten, Marketing- und Produktverantwortlichen am 21. und 22. August etwa 200 Partner in das Leipziger Porsche-Werk eingeladen, um in "rasanter" Atmosphäre Begeisterung für das erhoffte neue Zugpferd Office anzukurbeln.

Neuer Arbeitsstil mit Office

Am Tenor der Veranstaltung ließen die angereisten Microsoft-Verantwortlichen keinen Zweifel. "Das neue Office wird nicht mehr eine Reihe von Applikationen bieten, es wird langfristig den Arbeitsstil von Unternehmen und ihren Mitarbeiter verändern", versprach Bischoff in seiner Keynote. Denn im Einsatz mit den neuen Server-Produkten von Microsoft, die ebenfalls ab November 2007 auf den Markt kommen sollen, werde Office 2007 dank Anwendungen im Bereich "Enterprise Content Management" und "Business Intelligence" komplette Geschäftsprozesse abbilden können. "Das Hauptziel von Microsoft war es dafür zu sorgen, dass Unternehmen mit Office endlich ihre Informationsflut bewältigen können", sagte Bischoff, "oder anders: Wir haben die Weltmarke Office redefiniert." Das größte Geschäftspotenzial berge dabei der Bereich "Unified Communications". Hier gebe es weltweit für alle Hersteller noch 40 Milliarden Dollar zu verdienen.

Wie Bischoff erläuterte, findet nach der Vision von Microsoft in Zukunft alle Geschäftskommunikation über Office statt - Anwender geben dafür künftig auf ihrem Rechner ihren aktuellen Erreichbarkeitsstatus an, um dann, je nach Verfügbarkeit, über einen (Microsoft-)Client wie Outlook per E-Mail, Messenger oder VoIP kontaktiert zu werden.

Offene Kritik

Etwas überraschend: Bei einigen teilnehmenden Partnern herrschte deutliche Unsicherheit ob des neuen Produktspektrums und der dahinter stehenden Vertriebsstrategie. Und das, obwohl Microsoft lediglich seine neue Office-Elite eingeladen hatte, sprich: "Certified-" und "Gold-Partner", die sich in den vergangenen Monaten die Kompetenz "Information Worker (IW)" angeeignet hatten - ein Fachgebiet, das Microsoft eigens für den Vertrieb von Office ins Leben gerufen hatte. In den Breakout-Sessions und den Fragerunden war immer wieder Kritik an der zu großen "Spreizung des Portfolios" und "unüberschaubaren Lizenzierungsmodellen" zu hören. Hier versuchte Wolfgang Brehm zu beruhigen. Er betonte, dass es Strategie von Microsoft sei, die eigenen Partner stärker zu spezialisieren, was auch ihrem eigenen Vorteil diene. "Unsere Hauptaufgabe ist es, den richtigen Kunden mit dem richtigen Partner zusammenzubringen", sagte Brehm. Ein ISV-Partner (Independent Software Vendor) etwa müsse sich zwar damit abfinden, dass ein anderer die Lizenzierung zu einem selbst entwickelten Office-Projekt abwickle, dafür erhalte er aber verstärkte Unterstützung von Microsoft, um sich von seinen Wettbewerbern mit seinen eigenen Spezialgebieten abzuheben:

Zu diesem Zweck biete der Hersteller seinen IW-Partnern ein eigenes Portal, Werbekostenzuschüsse für Endkundenkampagnen und vergünstigte Trainings. Zudem verwies Brehm auf die von Microsoft bereitgestellten Suchmaschinen im Internet, die dem Endkunden helfen, die für ihn passende Lösung zu finden. Der Manager forderte die Wiederverkäufer auf, sich noch stärker über Trainings für einzelne Office-Bereiche fit zu machen. Dafür werde Microsoft in den ersten Monaten des nächsten Jahres fünf neue Spezialisierungen innerhalb der Kompetenz "Information Worker" einführen: "ECM & Forms", "Search", "Performance Management", "Data Visualization" und "Unified Communication".

Anwendungsbeispiel: interaktives Messeprotokoll

Positiv nahm das Publikum die Ankündigungen auf, dass Microsoft Office ab November zahlreiche Launch-Events mit Partnern veranstalten möchte. Viele waren auch von den vorgestellten Lösungsszenarien von Office 2007 beeindruckt, die einige ISVs auf Basis der Beta-Versionen entwickelt hatten: Beispielsweise ein CRM-System, mit dem Firmen Gesprächsprotokolle von Messegesprächen führen können - Office und zugehörige Server-Produkte bilden dabei die Prozesse ab, die einem solchen Gespräch folgen: Das Verschicken von Newslettern, das Informieren der Kundenbetreuer oder das Archivieren von Kundendaten.

Den Ausklang fand das Event schließlich mit einer Führung durch die Porsche-"Cayenne"-Fertigungshallen mit anschließendem Fahrertraining für alle Partner - hier bewiesen auch die Wiederverkäufer, die sich bislang zurückgehalten hatten, dass sie durchaus begeisterungsfähig und bildungswillig sind.