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10.11.1989 - 

Telefunken verteilt Daten auf DB2 und Oracle

Redundante Datenbestände sind nicht mehr notwendig

Verteilte Datenbanken sollten sieh dem Anwender genauso präsentieren wie nicht-verteilte Systeme. Jürgen Nussbaumer* hatte Gelegenheit, diesen theoretischen Anspruch in die Praxis umzusetzen. Seine Aufgabe: die Verknüpfung einer Oracle-Datenbank auf DEC/VAX-Rechnern mit DB2 von IBM.

Seit Jahresmitte sind bei Telefunken Systemtechnik in Ulm verteilte Datenbanken auf DEC/ VAX- und IBM-Rechnern im produktiven Einsatz. Dabei wurde die Möglichkeit für ein interaktives Zusammenwirken der beiden genannten Rechnerwelten geschaffen. Dies ist eine Voraussetzung für eine kosteneffektive DV-Nutzung.

Die relationalen Datenbanksysteme Oracle und DB2 enthalten verteilt mehrere hunderttausend technische und kaufmännische Datensätze. Diese stehen nun integriert für die laufenden und künftigen Arbeiten der technischen, kommerziellen und operativen Stellen zur Verfügung.

Auf der kommerziellen Seite wird die IBM-Software VM/XA mit mehreren virtuellen MVS/ XA-Maschinen eingesetzt Als Datenbanksystem wird DB2 verwendet. Die technische Datenverarbeitung findet vor allem auf VAX-VMS-Rechnern unter Verwendung des Datenbanksystems Oracle statt.

Datenaustausch bisher nur durch File-Transfer

Ein Datenaustausch zwischen diesen beiden Rechnerwelten konnte bisher nur auf der Basis eines File-Transfers erfolgen. Die Integration dieser beiden Systeme wird inzwischen durch Oracles SQL-Net und SQL-Connect zusammen mit den Netz werkprodukten der Firma Interlink realisiert.

Das Gateway Produkt SQL-Connect dient als Interface und läßt DB2 wie eine "neutrale" SQL-Datenbank erscheinen. SQL-Net ist eine Software, die auf gängigen Netzwerk-Protokollen wie Decnet aufsetzt und geografisch verteilte Datenbanken integriert. In der heutigen Technik existieren zwei Konfigurationen, mit denen über das Netz gearbeitet werden kann: der Remote-Aufruf und der Database-Link.

Beim Remote-Aufruf handelt es sich um eine verteilte Verarbeitung. Beispielsweise läuft die Anwendung auf der VMS-Maschine und greift über Decnet, Interlinks Task-to-Task und SQL-Net auf DB2 zu. Dabei können alle SQL-Befehle schreibend und lesend verwendet werden, die im DB2-SQL und Oracle-SQL gemeinsam enthalten sind. Es gelten die Locking- Mechanismen und das Transaktionskonzept von DB2. Bei dieser Anordnung wird der Mainframe entlastet, da die Anwendungen und auch die Programmentwicklungen auf kostengünstigeren Maschinen ablaufen.

Bei der zweiten Konfiguration, dem Database-Link zu DB2, arbeitet der Anwender auf der VMS-Maschine mit der lokalen Oracle-Datenbank. Sind vom Datenbankadministrator Synonyme oder Views definiert worden, die einen Database-Link zu DB2 enthalten, sehen der Endbenutzer, der Programmierer oder solche Anwendungsprogramme wie "SQL-Forms" oder "SQL-Report-Writer" in Oracle und DB2 völlig transparente lokale Datenbanken.

Weiterhin ist auch die Definition von Joins erlaubt, mit denen Tabellen von DB2 und Oracle angesprochen werden können. Läuft eine solche Anweisung ab, sorgt SQL-Net automatisch für die entsprechende Auflösung in Teilanweisungen und für die anschließende Zusammenführung der Resultate.

Die Teilanweisungen werden von den einzelnen Datenbankmanagementsystemen ausgeführt. Auch Daten beziehungsweise Datendefinitionen lassen sich sehr einfach mit einem Copy-Befehl aus SQL-Plus von der einen Datenbank in die andere übertragen.

Bei der installierten Anordnung im Hause Telefunken Systemtechnik werden unterschiedliche Rechner, Betriebssysteme, Netzwerk-Protokolle und Datenbanken integriert. Die Vorteile dieses offenen Systems liegen klar auf der Hand: Eine doppelte Datenhaltung auf IBM- und VAX-Systemen entfällt.

Durch die Verteilung wird eine hohe Verfügbarkeit aller Daten und eine geringe Ausfallwahrscheinlichkeit des gesamten Systems erreicht. Außerdem wird die Sicherstellung der Anwendungsinvestitionen durch die Unabhängigkeit von Anwendungen und physischer Datenhaltung gewährleistet, was zur Integration der Fertigung absolut notwendig ist Darüber hinaus existiert eine einheitliche Datenstruktur für Anwendungen im kommerziellen und im technischen Bereich.

*Jürgen Nussbaumer ist Projektleiter bei der Telefunken Systemtechnik GmbH in Ulm.