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06.04.2001 - 

T-DSL-Tarife bestehen Preisdumping-Prüfung

Reg TP enttäuscht Telekom-Konkurrenten

BONN (CW) - Mit vier Entscheidungen setzte die Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation (Reg TP) neue Rahmenbedingungen für den künftigen Wettbewerb zwischen der Telekom und ihrer Konkurrenz. Normale Telefonkunden dürften allerdings vergeblich auf sinkende Tarife hoffen. Internet-Surfer können dagegen über ein größeres Angebot an breitbandigen DSL-Zugängen spekulieren.

Als klares Signal für mehr Wettbewerb im Ortsnetz preist Matthias Kurth, Präsident der Reg TP, die jüngsten Beschlüsse seiner Behörde an. So senkte die Reg TP zum 1. April die monatliche Miete für die Teilnehmeranschlussleitung - die letzte Meile von der Vermittlungsstelle zum Telefonkunden - um eine Mark auf 24,40 Mark. Zudem verbilligt sich für die Telekom-Konkurrenten die Einmalgebühr, die für das Umschalten eines Teilnehmers zu zahlen ist, von rund 191 auf 181 Mark. Die Reg TP blieb hier wie bei der Teilnehmeranschlussleitung hinter den Preisvorstellungen der Telekom zurück. Der Bonner Carrier hatte eine Gebühr von 248,47 Mark und eine Miete von 34,03 Mark beantragt. Im Lager der Telekom-Konkurrenten nahm man die jüngsten Tarife der Reg TP dennoch enttäuscht auf. Horst Enzelmüller, Deutschland-Chef des City-Carriers Colt, kritisierte: "Die Preisentscheidungen sind eine klare Absage an den Wettbewerb im Ortsnetz."

Unter den EntstehungskostenDas Gros der Telekom-Konkurrenten ist zudem darüber enttäuscht, dass die Reg TP die T-DSL-Tarife der Telekom nicht beanstandete, obwohl die Preise für die ISDN-T-DSL-Varianten sogar unter den Entstehungskosten lägen.

Die Genehmigung der T-DSL-Tarife ist jedoch für die Telekom ein Pyrrhus-Sieg. Bis September muss der Bonner Konzern nämlich seinen Konkurrenten im so genannten Line-Sharing-Verfahren den Zugriff auf die Teilnehmeranschlussleitung ermöglichen, damit diese ebenfalls eigene DSL-Angebote vermarkten können. Beim Line-Sharing mietet ein Carrier nicht die komplette Kupferleitung, sondern nur einen Teil des Frequenzbereiches - etwa die hohen Frequenzen für den schnellen Datentransport, während die niedrigeren Frequenzen für die Telefonie beim bisherigen Carrier, im Regelfall also der Telekom, bleiben. Hierzu räumt Kurth der Telekom zwei Monate ein, um die Leistung diskriminierungsfrei anzubieten, und akzeptiert anschließend eine dreimonatige Vorlaufphase, um die Zusammenschaltung zu testen.

Eine weitere Kröte muss die Telekom mit der Resale-Entscheidung schlucken. Hierbei verpflichtet die Reg TP auf Antrag von Debitel den Bonner Carrier dazu, auch im Ortsnetz Telefonminuten an reine Wiederverkäufer zu vermarkten. Insgesamt machte es Chefregulierer Kurth mit seinen vier Beschlüssen niemandem recht.