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11.03.1994

Regierung Balladur verabschiedet Multimedia-Projekt Frankreich biegt ein in den digitalen Information-Highway

PARIS (CW) - Auch in Frankreich ist nun das Information-Highway- Fieber ausgebrochen. Nach dem Ende 1993 unter Dach und Fach gebrachten Joint-venture zwischen France Telecom und der deutschen Telekom, das in erster Linie auf den Markt fuer global agierende Geschaeftskunden zielt, hat die Regierung in Paris den Startschuss fuer ein Projekt gegeben, mit dem die multimediale Zukunft des Landes eingelaeutet werden soll.

Die Grundzuege fuer den Bau elektronischer Datenautobahnen sollen, wie der Wirtschaftsinformationsdienst "vwd" meldet, durch eine Arbeitsgruppe unter dem frueheren France-Telecom-Praesidenten Gerard Thery festgelegt werden. Ziel ist, schon in der Herbstsitzung der franzoesischen Nationalversammlung die gesetzlichen Voraussetzungen fuer die Realisierung einer flaechendeckenden Multimedia- Infrastruktur auf den Weg zu bringen.

Fuer den Bau leistungsfaehiger Datenautobahnen wird ersten Ueberlegungen zufolge ein Zeitraum von 15 bis 20 Jahren veranschlagt. Die franzoesische Regierung sieht in ihrem Multimedia-Engagement eine bedeutende Chance, Arbeitsplaetze sowohl bei in Frage kommenden Dienstleistern als auch bei Anwenderunternehmen zu schaffen. Hinzu kaemen erweiterte Moeglichkeiten in den Bereichen Telearbeit sowie Teleshopping - einem der kuenftigen Consumerorientierten Multimedia- Schluesselmaerkte.

Aus dem Umfeld des zustaendigen Industrieministers Gerard Longuet sickerte bereits durch, dass das Rueckgrat einer kuenftigen Multimedia-Infrastruktur aus den vorhandenen Fernsehkabelnetzen sowie dem Telefonnetz gebildet werden soll. Dabei verfuegen allerdings nach Ansicht von Fachleuten momentan nur die Kabelfernsehnetze ueber die notwendigen Uebertragungskapazitaeten, um Radio, Fernsehen, Telekommunikation und DV in einem Netz zu integrieren.

Gegenwaertig sind bei den franzoesischen Haushalten rund 5,3 Millionen Kabelanschluesse registriert, was einer Flaechendeckung von etwa 25 Prozent entspricht (gegenueber 70 Prozent in Deutschland). Allerdings haben nur 1,28 Millionen Haushalte beziehungsweise 6,6 Prozent aller Fernsehteilnehmer einen Kabelanschluss abonniert - mit der Konsequenz, dass sich die Kabelfernsehnetze fuer die diversen Betreiber bis dato als wenig lukrativ erwiesen.

Ungeachtet dessen ist der staatliche Carrier France Telecom aehnlich wie die deutsche Telekom bemueht, sein nationales Multimedia-Standbein mit Hilfe entsprechender Allianzen zu festigen. So haben die Mannen um Marcel Roulet ihr Interesse an einer Kapitalbeteiligung beim Mediengiganten Havas bekundet sowie mit dem Fernsehsender TF1 eine Kooperation in Sachen Teleshopping unterzeichnet.

Gleichzeitig forciert man bei France Telecom den flaechendeckenden Ausbau von Glasfaser-Uebertragungsstrecken. So ist bis 1995 die Verbindung aller wichtigen Wirtschaftszentren vorgesehen, um in erster Linie Grosskunden aus Industrie und Wirtschaft entsprechende Bandbreiten zur Verfuegung stellen zu koennen. Aehnliches gilt fuer den Grossraum Paris, wo unter dem Projektnamen "raccordement optique flexible" mehr als 200 Gebaeude in 32 Orten der Ile-de- France einen Fibre-Optic-Anschluss erhalten sollen. In einer weiteren Ausbaustufe ist dann auch der Anschluss von Privatkunden geplant, wobei momentan ein Pilotversuch mit dem franzoesischen TK- Giganten Alcatel Aufschluesse ueber die Realisierbarkeit von Fibre- to-the-home-Anschluessen bringen soll.