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10.06.1983 - 

Neues britisches Förderprogramm umstritten:

Regierung will DV-Industrie stützen

LONDON (VWD) - Die Reaktion der Wirtschaft auf das Vorhaben der britischen Regierung, die Entwicklung einer neuen Computergeneration in den kommenden fünf Jahren mit Aufwendungen in Höhe von 200 Millionen Pfund zu fördern, war in Expertenkreisen geteilt, berichtet die Bundesstelle für Außenhandelsinformation (BfAI) Köln.

Die Pessimisten wiesen darauf hin, daß bereits mehrere Versuche der Regierung, gemeinsam mit der Industrie und mit Forschungsinstituten Förderungs- und Innovationsprogramme durchzufahren, gescheitert seien.

In diesem Zusammenhang wird die mangelhafte Zusammenarbeit der Firmen Plessey, GEC und STC bei der Entwicklung des neuen digitalen Telefonsystems X erwähnt. Auch der fehlgeschlagene Versuch der früheren Investitionsförderungsbehörde National Enterprise Board (NEB), durch die Gründung der Gesellschaft INSAC den Export von Software im Elektronikbereich zu koordinieren, wird in diesem Zusammenhang häufig genannt. Manche Fachleute in der britischen Hauptstadt glauben auch, daß die geplante Beteiligung der Regierung an Forschungsvorhaben der Industrie in Höhe von 50 Prozent der Kosten im Rahmen des neuen Förderungsprogrammes keinen ausreichenden Anreiz für private Unternehmen darstellt.

Von seiten der exportorientierten Unternehmen wird das neue Förderungsprogramm jedoch begrüßt, da die Wettbewerbsfähigkeit der Elektronikindustrie zum überwiegenden Anteil von den Forschungsaufwendungen und -vorhaben abhängig ist. Die neuen Vorstellungen der Regierung über die Computerförderung In Großbritannien gehen auf den Direktor der British Telecom (BT), John Alvey, zurück. Alvey betont, daß es für die britische Computerindustrie unerläßlich sei, bei der Herstellung und dem Vertrieb der Computer der sogenannten fünften Generation in einigen Jahren ebenso führend mitzuarbeiten wie bei früheren Entwicklungsstadien.

Diese Maschinen werden in einigen Jahren nicht nur mit sehr hohen Speicherkapazitäten ausgerüstet, sondern auch durch integrierte Softwareprogramme in der Lage sein, "intelligente Entscheidungen" zu treffen. Der Weltmarkt für diese neue Computergeneration wird von dem Sprecher ab 1990 auf jährlich 150 Milliarden Pfund geschätzt. Er verwies darauf, daß die EG-Kommission in Brüssel ebenfalls ein Laborprogramm für die Erforschung elektronischer Grundlagen im Rahmen des "Esprit"-Programmes mit Aufwendungen in Höhe von 25 Millionen Pfund eingeleitet hat.