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19.04.2005

Regierung will Kabel-TV als DSL-Alternative pushen

Der Wettbewerb zwischen verschiedenen Breitbandtechniken soll auch hierzulande angekurbelt werden.

DSL-Alternativen wie TV-Kabel und Funk sollen künftig im Breitband-Entwicklungsland Deutschland - hierzulande verfügen lediglich 20 Prozent der Haushalte über einen Breitbandanschluss - die Verbreitung schneller Internet-Zugänge fördern. Dies ist zumindest der Wille der Bundesregierung. Gemeinsam mit den Bundesländern, so Bernd Pfaffenbach, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, will man im Juni ein neues Konzept zur Flächenversorgung vorstellen. Details nannte er nicht.

Dafür forderte der Staatsekretär, dass endlich alle Breitbandkanäle erschlossen werden müssten, da DSL mit einem Marktanteil von 97 Prozent nach wie vor die vorherrschende Technik sei. Zudem entpuppten sich der fehlende Wettbewerb und die geringe Zahl an Breitbandzugängen zunehmend als Standortnachteil für Deutschland.

Kabel Deutschland investiert in Ausbau des TV-Kabelnetzes

Während die Politik noch lamentiert, macht der TV-Kabelbetreiber Kabel Deutschland GmbH (KDG) bereits Nägeln mit Köpfen. Innerhalb von drei Jahren möchte das Unternehmen 80 Prozent seines Netzes Internet-tauglich ausrüsten. Eine neue Technik des kanadischen Herstellers Corinex soll die Ausbaukosten im Vergleich zu den herkömmlichen Verfahren um fast 50 Prozent reduzieren. Theoretisch könnte KDG dann rund 6,8 Millionen Haushalten breitbandige Zugänge offerieren. Ein Mehrwertdienst, den der Kabelbetreiber auch dringend benötigt, denn der reine TV-Empfang via Kabel verliert angesichts günstiger Satellitentechnik und dem voranschreitenden Ausbau des terrestrischen digitalen Fernsehens DVB-T zunehmend an Attraktivität. Hinzu kommt, dass die Telekom und andere DSL-Anbieter demnächst auch noch Fernsehangebote über ihre Infrastruktur verbreiten wollen.

Allerdings bezweifeln Branchenkenner, dass der Ausbau des TV-Netzes hierzulande wirklich zu einer größeren Verbreitung der Breitbandanschlüsse führt. Denn statt sich in der Fläche in nicht DSL-versorgten Gebieten eine feste Stammkundschaft zu sichern, hätten sich Kabelgesellschaften durch den Internet-Ausbau in den Ballungszentren auf einen ruinösen Preiskampf mit den DSL-Anbietern eingelassen. Eine ähnliche Situation zeichnet sich derzeit auch bei dem von Pfaffenbach erwähnten Funk als DSL-Alternative ab: So sind die zur CeBIT mit viel Werberummel vorgestellten stationären UMTS-Internet-Zugänge bislang ebenfalls nur in den großen Städten erhältlich. (hi)