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06.06.1986 - 

Aussteller zur "neuen" C '86:

Regionale Messe mit hohem Stellenwert

MÜNCHEN (hö) - Obwohl die Diskussionen über unsere übervolle Messelandschaft noch bei weitem nicht abgeklungen sind, scheint sich bei den vielgeplagten Herstellern jetzt ein festes Bild über ihre künftigen Messeaktivitäten zu bilden. Herauskristallisiert hat sich vor allem, daß gerade für den Mikrocomputer regionale Veranstaltungen einen ständig steigenden Stellenwert haben. Ein Grund für viele Mikroanbieter, den Vertriebspartnern vor Ort mehr Schützenhilfe zu leisten. Hier einige Statements aus den Zentralen der Anbieter zur bevorstehenden "C '86".

Um das übervolle Messegeschehen noch einigermaßen transparent zu halten, hat man bei der Nürnberger Triumph-Adler alle infrage kommenden Veranstaltungen in gewisse Kategorien eingeteilt. "Somit können wir feststellen, wo unsere Beteiligung absolut notwendig oder testweise interessant für zukünftige Entscheidungen ist. Einer weiteren Gruppe gehören diejenigen Messen an, die zwar nicht besucht, aber doch beobachtet werden müssen", erklärt H. Rüdiger Erven, Leiter Marketing Kommunikation International Die C '86 gehöre zur zweiten Kategorie vor allem wegen der propagierten neuen Konzeption. Dennoch werde man sehr genau beobachten.

Bei CeBIT ist das letzte Wort noch nicht gesprochen

Konsequenzen für Hannover haben derartige Messen jedoch nicht, da nach Meinung von Erven auch bei CeBIT noch nicht das letzte Wort gesprochen wurde und man abwarten müsse, was sich da noch alles tut. Die C '86 sei nach den Erkenntnissen des Marketing-Spezialisten vergleichbar mit der sehr ähnlichen "Mikrocomputer" in Frankfurt, "primär eine regionale Veranstaltung oder zumindest von der Messelandschaft her als regional zu bezeichnen. Sicherlich sei das Ziel nicht zu verkennen, auch internationales Publikum anzulocken. TA habe sich deshalb zum Ziel gesetzt, sowohl die Frankfurter als auch die Kölner Messe sehr stark mit der ortsansässigen Mannschaft zu beschicken, natürlich aber mit starker Vertriebsunterstützung seitens der Zentrale." Kritische Stimmen, die behaupten, auf solchen Veranstaltungen wäre häufig nicht genügend qualifiziertes Personal anzutreffen, weist Erven entschieden zurück: "Erste Garnitur bedeutet doch nicht 'Leute aus der Zentrale', sondern Mitarbeiter, die in ihrer Region das Geschäft machen!".

Wie die Messeplanung künftig bei TA aussieht, kann der Verantwortliche noch nicht konkret sagen: "Mit dem neuen Beteiligungsmodell können wir die einzelnen Veranstaltungen jetzt besser beurteilen. Unsere Entscheidungen hängen davon ab, wie der typische Besucher aussieht, und zwar qualitativ gesehen." Noch im letzten Jahr habe TA an fast 70 Messen teilgenommen, durch das Bewertungskonzept sei diese Teilnahme um ein Drittel geschrumpft. Wenn sich die C weiterhin so entwickle, werde man auch 87 dabeisein und dabeibleiben. Dadurch könnte sich, wie Erven einräumt, durchaus ein Rückzug von einer anderen Veranstaltung ergeben.

Auf der CeBIT hat der Messeverantwortliche eine deutliche qualitative Verbesserung der Besucher festgestellt, allerdings hätten einige wichtige Zielgruppen gefehlt, wie zum Beispiel der Maschinenbau, aber auch das Handwerk. Nicht besonders glücklich sei man bei TA zudem über das Datum, das sicherlich den einen oder anderen vom Messebesuch abgehalten hat". Weiterhin kritisiert Erven, daß die Trennung in zwei Bereiche so sauber nicht vollzogen war. Er hatte den Eindruck, daß einige Aussteller nach dem Motto "... Wenn wir erst mal da sind . . ." verfahren seien.

Sharp-Standfläche um 100 Prozent vergrößert

"Wir halten die C '86 für die führende europäische Messe in allen Bereichen der Mikrocomputer-Branche", resümiert Dirk Helbig, Werbeleiter bei Sharp in Hamburg. Das sei schon allein daraus zu erkennen, daß die Standfläche in Köln um über 100 Prozent vergrößert wurde. Optimale Standbesetzung ist für den Computerhersteller selbstverständlich: "Wir haben diesen Punkt bereits im Vorjahr sehr ernst genommen."

"Mehr als regionale Veranstaltung" wird die Kölner Veranstaltung von der CPT Text-Computer GmbH eingestuft. Obwohl der Hersteller keine weiteren Ambitionen zu derartigen Messen hat, wird man, da ortsansässig, dort vertreten sein. "Wir konzentrieren unsere Messeaktivitäten weiterhin voll auf die drei großen Ausstellungsplätze CeBIT, Orgatechnik und Systems." Die in Köln gezeigten Exponate werden demnach auch schwerpunktmäßig entsprechend dem dort erwarteten Kunden und Interessentenkreis ausgerichtet. Für alle regionalen Teilnahmen zeichnen die jeweiligen Vertriebsstellen verantwortlich.

Partnerschaftliche Präsentation bei Bull erfolgreich

Auf einem Bull-Gemeinschaftsstand zusammen mit einer Reihe ihrer Mikrocomputer-Vertriebspartner präsentiert sich die Honeywell Bull AG dem Kölner Publikum. Gezeigt werden auch hier Lösungen, die nach regionalen Gesichtspunkten und Branchenvertriebsaktivitäten ausgewählt und von "kompetenten Fachleuten" vorgestellt werden. "Wir haben mit diesen gemeinschaftlichen Messseauftritten bisher gute Erfolge erzielt", berichtet Pressesprecher Jörg Michael Pläsker, "und werden den eingeschlagenen Weg einer partnerschaftlichen, lösungsorientierten Präsentation von Mikrocomputern konsequent fortsetzen." Die C '86 habe einen hohen regionalen Stellenwert, deshalb gehe man mit den entsprechenden Erwartungen auf diese Veranstaltung.

"Die Qualität einer Messe kommt doch nicht davon, daß man versucht ihr einen Namen der Superlative zuzuordnen", kritisiert Hartmut Henn Leiter Marketing Services bei der Philips Kommunikations Industrie AG in Siegen. Letztendlich entscheide der Besucher, ob die Messe seinem Informationsbedürfnis gerecht werde, das wiederum mit abhängig sei von der publizistischen Zielsetzung der Messeveranstalter. Die C '86 soll in diesem Zusammenhang auf keinen Fall mit CeBIT oder Orgatechnik verglichen werden, sie habe vielmehr nach Meinung von Henn einen festen Platz unter den derzeit installierten Mikrocomputer-Ausstellungen. Die Kritik, daß für derartige Veranstaltungen häufig Standpersonal >>minderer Qualität<< abgestellt werde, weist Henn entschieden zurück: "Regionale Messen erfordern regionales Verkaufspersonal, da hier das erforderliche Know-how liegt." Die Messe-Verantwortlichen bei der Sperry GmbH in Sulzbach ordnen die C '86 in eine Reihe ähnlicher Veranstaltungen ein, ebenso die Frankfurter Microcomputer. Messen dieser Art werden von Sperry grundsätzlich begrüßt und entsprechend den regionalen Anforderungen vorbereitet. Zielsetzung sei, gemeinsam mit den Vertriebspartnern den Markt über das Medium 'Messe' noch intensiver zu bearbeiten und neue Kontakte zu knüpfen. Hier wolle man die wachsende Zahl der Endverbraucher direkt über Partnerfirmen erreichen.

Verkaufsmesse für Wang-Vertriebspartner

Auch Sperry weist Vorwürfe an die Branche zurück, man beteilige sich bei regionalen Messen nicht mit ausreichend qualifiziertem Personal: "Eine Messebeteiligung kostet immer einen hohen Manpower-Einsatz und viel Geld. Es wäre unsinnig, diese Investitionen durch minderqualifiziertes Personal an den Ständen in Frage zu stellen." Basierend auf den Erfahrungen des Vorjahres ist der Computerhersteller auch auf der C '86 wieder vertreten.

Auch Walter Kreisheimer, Verkaufsleiter Händlervertrieb bei Wang Deutschland in Frankfurt, sieht die Kölner Veranstaltung in erster Linie als Verkaufmesse für Vertriebspartner. 1986 ist man deshalb dabei, weil man die Veranstaltung des Vorjahres bereits als gut empfand und dieses Jahr vom Messekonzept einen Ausbau des kommerziellen Bereichs erwartet.