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29.09.2000 - 

Bremst Bonner Carrier die Konkurrenz aus?

Regulierer untersucht die Taktik der Telekom

BONN (CW) - Sehr genau will die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (Reg TP) demnächst der Telekom auf die Finger schauen. Der Bonner Konzern, so die Vorwürfe, bremse nämlich seine Konkurrenten mit unzulässigen Mitteln aus.

Klaus-Dieter Scheurle, Chef der Reg TP, will in den nächsten Wochen untersuchen, inwieweit die Telekom ihre Mitbewerber dadurch behindert, dass sie technische Vorleistungen nicht erbringt. Stein des Anstoßes ist zum einen die Interconnection, also die Zusammenschaltung der Konkurrenznetze mit dem Telekom-Netz, sowie zum anderen die Überlassung der letzten Meile im Ortsnetz. Diese wollen nämlich Carrier wie Colt, Arcor oder QSC nutzen, um schnelle Anschlüsse mit DSL-Technik anzubieten.

Zwar ist die Telekom auf dem Papier dazu verpflichtet, diese Leistungen ihren Wettbewerbern bereitzustellen, doch in der Praxis, so die Kritik der Konkurrenten, erfinde der Bonner Konzern immer neue Ausreden, um dies zu verzögern oder zu verhindern. Die Taktik der Nadelstiche reiche dabei von verlegten Schlüsseln zur Vermittlungsstelle über plötzlich ungeklärte Mietrechtsfragen bis hin zu Begründungen wie die Klimaanlage in den Räumen sei zu klein oder in der Vermittlungsstelle sei kein Platz für das Equipment der Konkurrenz.

Angesichts dieser Verhaltensweise äußerte Scheurle bereits den Verdacht, dass die Telekom wohl absichtlich den Wettbewerb behindere, um sich große Teile des neuen DSL-Marktes zu sichern. Sollte in den nächsten Tagen einer der Konkurrenten eine formale Beschwerde bei der Reg TP einreichen, hat Scheurle die Absicht, ein Beschlusskammerverfahren einzuleiten. Im Zuge dieses Verfahrens könnte die Reg TP dann die Telekom dazu zwingen, ihren Konkurrenten die gewünschten Leistungen fristgerecht bereitzustellen. Allerdings erhebt sich die Frage, warum die Konkurrenten erst jetzt offiziell bei dem Chefregulierer eine Beschwerde einreichen, denn Geschichten über die Schikanen der Telekom begleiten seit der Marktliberalisierung jede Gesprächsrunde mit den neuen Carriern. Eine mögliche Erklärung ist, dass Carrier wie Colt erst jetzt mittelständische Kunden erschließen und damit auf die Kupferleitungen der letzten Meile angewiesen sind.

Chefregulierer Scheurle beäugt die Telekom allerdings nicht nur in Sachen DSL argwöhnisch. Er kritisiert zudem den schleppenden Verkauf der TV-Kabelnetze. Zudem, so Scheurle, hätten die Investoren zu wenig Einfluss auf den Betrieb der TV-Netze.