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24.11.2000 - 

Zweiter Anlauf für Internet-Pauschaltarife

Regulierer zwingt Telekom zu Flatrate für Konkurrenz

MÜNCHEN (CW) - Ab dem 1. Februar muss die Deutsche Telekom Internet-Service-Providern (ISPs), die ihre Netze nutzen, einen Pauschaltarif anbieten. Die bisherige, zeittaktbezogene Abrechnung sei unzulässig, entschied jetzt die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (Reg TP).

Die Entscheidung könnte hierzulande den Weg für allgemeine Flatrates auch für Endkunden frei machen. Bisher scheiterten die meisten Versuche von ISPs, solche Pauschaldienste anzubieten, an dem Umstand, dass die Telekom ihrerseits die Provider immer noch zeitabhängig zur Kasse bat (siehe CW 43/00, Seite 51), wenn diese ihre Infrastruktur nutzen wollten. Damit ist nun Schluss: Laut Anordnung der Reg TP muss der Bonner Riese den Internet-Dienstleistern spätestens ab dem 1. Februar 2001 ebenfalls eine Flatrate anbieten. Zwar ist alternativ dazu auch eine zeitabhängige Abrechnung zulässig, doch entfällt nun die bislang übliche Trennung in Peak- und Off-Peak-Zeiten.

Außerdem muss die Telekom unzulässige Preisabschläge aufheben. Damit will der Regulierer erreichen, dass der ehemalige Staatskonzern seiner Internet-Tochter T-Online keine Vergünstigungen zukommen lässt, die einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Anbietern darstellen. Dadurch kommen auch auf T-Online höhere Kosten zu. Klaus-Dieter Scheurle, der Präsident der Reg TP, sieht die Entscheidung als "Beitrag zur Förderung beschäftigungspolitischer Ziele und Verbraucherinteressen".

Telekom-Konkurrenten sind zufriedenDie deutschen ISPs begrüßten die Ankündigung. Der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) sprach von einer "wichtigen Weichenstellung für die Zukunft von Internet und E-Commerce". Uwe Heddendorp, Vorsitzender der Geschäftsführung von AOL Deutschland, lud die Telekom in einer Stellungnahme dazu ein, gemeinsam einen Tarif zu entwickeln, der die dem Konzern tatsächlich entstehenden Kosten besser abdeckt. Er regte an, ein dem englischen Friaco-Modell (Flat Rate Internet Access Call Origination) ähnliches, volumenbezogenes Verfahren einzuführen.

Friaco war von der englischen Regulierungsbehörde Office of Telecommunications (Oftel) im Mai dieses Jahres beschlossen worden. Oftel wollte British Telecom (BT) dazu bringen, die notwendigen Dienste einzurichten, damit ISPs ihren Kunden Pauschaltarife anbieten können. Doch BT hat dies bisher nur teilweise umgesetzt, weswegen Oftel nun Konsequenzen zog und anordnete, dass ab dem 1. Februar BT definitiv eine Flatrate für Internet-Provider einrichten muss.

Es bleibt nun abzuwarten, wie die Telekom reagiert. Der Konzern sieht ein gerichtliches Vorgehen gegen die Entscheidung als "eine denkbare Variante". Unternehmenssprecher Frank Domagalla bezeichnet die Regelung als "einen Schritt in die falsche Richtung", der der Entwicklung des Internet-Standorts Deutschland und den Kunden schade. Eine Flatrate führe zu einer Überbelastung der Ortsnetze, die nicht nur in Deutschland, sondern auch international darauf ausgelegt seien, dass nur zehn Prozent der Nutzer gleichzeitig telefonieren.

Daher sei es viel sinnvoller, statt dem schmalbandigen Ortsnetz auf Breitbandtechniken wie Digital Subscriber Line (DSL) zu setzen. Damit seien Provider bereits heute in der Lage, die zeitunabhängige Abrechnung einzuführen, betont der Sprecher.