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09.10.1974

Reibereien an den Schnittstellen

Termindruck und Kostenüberschreitungen machen allenthalben Sorgen. Immer wieder kommt etwas dazwischen und schmeißt die Projektplanung über den Haufen.

Feuerwehreinsatz: Der Vorstand beschließt einen neuen Vertriebsweg, die EDV-Lösung muß schnellstens fertig sein.

Zusatzwünsche: Fachabteilungen bemerken in der Programmierphase, daß bei der Organisations-Analyse so einiges vergessen wurde, Neue Verordnungen: Ein Ministeriumverschlimmbessert die Richtlinien, erprobte Verfahren müssen geändert werden.

Vorfeld-Organisation: Die EDV-Leute bemerken, daß die Fachabteilungen nicht zu Rande kommen und trampeln mit ihrem Know-how auf den Gefühlen der nur Staunenden.

Separate Tische in der Kantine

Und so verzögern sich dann Projekte. Die EDV-Abteilung ist der Prügelknabe. Den Letzten beißen die Hunde. Und in der Kantine sitzt man an getrennten Tischen.

Die Datenverarbeiter geben sich arrogant mit dem Nimbus der reinen Hexenkunst. Die Fachabteilungen haben keine EDV-Kenntnisse und Betrachten die Computerheinis als Staat im Staate. Die Geschäftsleitung bewilligt zähneknirschend Zusatzetats.

Das muß nicht so sein. Sechs Wege bieten sich an, um die Fachabteilungen stärker in die Mitverantwortung zu zwingen, oder gar ihnen einen Teil der Arbeiten auszulagern.

Sechs Verfahren

1. Zumindest in die großen Abteilungen gehören EDV-Koordinatoren als Dolmetscher und Projektbegleiter. Man sollte nicht nur darüber reden, sondern dafür sorgen, daß sie bald da sind.

2. Wo es integrierte Datenbanken gibt, können über sogenannte Management-Sprachen, besser gesagt List-Generatoren, Wire-Extracto, Easytrieve und Score mit nur wenigen leicht zu erlernenden Befehlen einfache Auswertungen von den Fachabteilungen selber durchgeführt werden, ohne daß die EDV-Abteilung eingeschaltet wird. Über Job Accounting möglichst gleich die Rechnung mitliefern, sonst wird dergleichen zum Spielzeug.

Die Wiederauferstehung des Organisationsprogrammierers

3. In den Fachabteilungen könnte der längst abgeschlachtete Organisationsprogrammierer wieder auferstehen. Bei der Hamburger Iduna-Vers.Gruppe gibt es in den Fachabteilungen über 100 im lduna PL 1 Subset ausgebildete Fachprogrammierer. Schulungsaufwand: vier Monate, die Leute bleiben Jahrzehnte.

4.Normierte Vorgehensweisen und standardisierte Verfahren Ó la Orgware erfordern häufig und regelmäßig "rechtsverbindliche" Zweitunterschriften der Fachabteilungen. Dergleichen kann man auch ohne Orgware einfuhren.

5. Ehtscheidungstabellen, von den Fachabteilungen angeliefert, wären die ideale Vorgabe für die Datenverarbeitung. Wie weit ist der Weg!

Nach Redaktionsschluß keine Änderungen mehr

6. Besonders wichtig aber ist der Grundsatzbeschluß, daß einmal verabschiedete Programmiervorhaben nicht mehr geändert werden dürfen. Natürlich wird es auch nach Redaktionsschluß immer noch Zusatzwünsche geben. Man kann in der Praxis gar nicht allzu rigoros sein, das Ziel ist ja die Qualität der Programme. Schließlich hat man auch selber einen Puffer eingeplant. Änderungen unter zehn Prozent des Gesamtvolumens wird man schlucken müssen. Aber beim zweiten Zehnerprozenter heißt es: glashart sein.

Dann muß es eben Zusatzanträge mit normalen Projektgenehmigungsverfahren geben. Sollen doch die Fachabteilungen den Schwarzen Peter bekommen, wenn sie trotz Vorstudien nicht wissen, was sie wollen. Die entsprechenden Terminverzögerungen für andere Projekte sind mit Begründung bekanntzugeben.