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02.02.1979 - 

General Electric dominiert Fusion mit HIS:

Reines Timesharing ist nicht mehr zu verkaufen

KÖLN - "Ausgesprochen kläglich" ist der bundesdeutsche Timesharing-Konsum, der nur etwa ein Prozent der gesamten EDV-Leistung zwischen Kieler Bucht und Königssee beansprucht. Doch da "unsere Umsatzrendite sehr gut ist", freut sich Dr. Manfred Wittler, bei der frischfusionierten General Electric Informations GmbH Abschnittskommandant für die Bundesrepublik, Österreich und die Schweiz, daß "seit etwa drei Jahren der Markt regelmäßig um dreißig Prozent und wir überdurchschnittlich wachsen".

"Wir", das ist das Ergebnis aus der Verschmelzung der Timesharing-Interessen der General Electric und der Honeywell Inc zur General Electric Information Services Company, die mit 84,1 Prozent von GE dominiert wird. In der Bundesrepublik trägt fortan die bisherige Honeywell Informations Service Gesellschaft für Datenfernverarbeitung mbh (Köln) Namen und Interessen des neuen Großaktionärs, der ja in den USA schon immer enger mit der HIS (Honeywell Information Systems) verbunden war.

Mit 150 Mitarbeitern (in 22 Ländern der Erde 3000 Mitarbeiter und 5000 Kunden) soll nun in der Bundesrepublik der Markt aufgerissen werden, "auf dem es zwei große Anbieter gibt: IBM und wir", wie Wittler den restlichen Wettbewerb vom Tische fegt.

Zum größten Durchbruch verhalf der eigenen Serviceleistung das Konzept, nicht am EDV-Chef vorbei der Fachabteilung Timesharing verkaufen zu wollen, sondern "zwar der Fachabteilung, aber immer mit dem EDV-Org-Chef diese Dienste anbzubieten". Die Wittler-Crew hat schnell einsehen gelernt, daß große und lukrative Projekte, für die Timesharing in Frage kommt, nicht ohne, EDV-Org durchzuziehen sind. Denn, so die Selbsterkenntnis: "Reine Timesharing-Ressourcen kann man heute nicht mehr verkaufen. Das kann heute jeder Uni. Wir müssen mit schlüsselfertigen Lösungen an den Markt heran."

Da erfüllt es den Zeitscheiben-Vermarkter mit Stolz, über hundert Planungsanwendungen in die Unternehmen geschleust zu haben. Wobei sich die Klienten zu den Perlen der deutschen Industrie zählen dürfen: "Von den dreißig größten Unternehmen in der Bundesrepublik sind 25 unsere Kunden, von den hundert größten sind es fünfzig", trumpft Wittler auf.

Das neue Gemeinschaftsunternehmen ermöglicht "eine noch bessere lntegration der weltweiten Serviceleistung für multinational operierende Unternehmen", formulierte Donald S. Bates, Präsident der neuen Gesellschaft. Dies sollen in der Bundesrepublik fünf neue Geschäftsstellen (zu denen in Hamburg, Köln, Frankfurt und Stuttgart kamen eine zweite in Frankfurt und weitere in München, Mannheim, Hannover und Essen und eine im österreichischen Linz) bewerkstelligen.

Wie sehr Timesharing-Service, bei allem Optimismus seiner Apostel, auf konkurrierende Alternativen Rücksicht nehmen muß, das signalisiert die Preispolitik der Timesharing-Anbieter: Wittlers altes Haus änderte die Preise zuletzt am 30. 9. 1975. Und damals wurde die Dienstleistung um 17 Prozent billiger. Seither sind die Personalkosten gestiegen, das Preis-Leistungs-Verhältnis wurde verbessert - und die gestiegenen

Kosten werden durch erhöhte Produktivität aufgefangen. Denn, so Wittler: "Preisänderungen sind nicht in Sicht."