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22.06.2006

Reinheitsgebot für das Netz

Der fränkische Getränkehersteller Kulmbacher hat alle 13 Standorte über ein IP-basierendes Netz miteinander verbunden und an einen IT-Dienstleister ausgelagert.

Vorausgegangen war eine Grundsatzentscheidung der Brauerei: Künftig sollten keine anderen Übertragungsstandards außer dem Internet Protocol (IP) mehr unterstützt werden. Dementsprechend ordnete Kulmbacher die eigene Applikationslandschaft neu und schuf damit die Voraussetzungen, den Datenverkehr seiner Gruppe über ein breitbandiges Netz zu führen.

Projektsteckbrief

Projektart: Realisierung und Betrieb eines Corporate Network auf Basis von MPLS.

Branche: Getränkehersteller.

Ziele: Zentralisierung der IT-Dienste in der Hauptverwaltung; flexible IT-Unterstützung der Wachstumsstrategie; sinkende Betriebskosten.

Dienstleister: Pironet NDH.

Zeitrahmen: Juni bis August 2005.

Stand heute: Alle 13 Standorte angebunden.

Nächster Schritt: Planung beziehungsweise Pilotierung einer VoIP-Lösung über das realisierte Corporate Network.

Preis-Leistungs-Vorteile

Der Umbau war unter anderem notwendig geworden, weil die historisch gewachsene Vernetzung den aktuellen Anforderungen nicht mehr genügte - umso mehr, da Kulmbacher den angeschlossenen Brauereien sämtliche geschäftskritischen Informationen über das Unternehmensnetz bereitstellt. "Unser vorrangiges Ziel war es, mit dem neuen Firmennetz mehr Bandbreite zu einem günstigeren Preis-Leistungs-Verhältnis zu bekommen", skizziert Klaus Langer, CIO und Leiter Informations-Management bei Kulmbacher, die Erwartungshaltung.

Der Getränkespezialist hatte 1998 seine fünf wichtigsten Standorte über ein TDN-Netz (Telecom Designed Network) ankoppeln lassen und vier kleinere in Eigenregie jeweils separat über DSL-Leitungen und virtuelle private Netze (VPNs) angebunden. Je nach Niederlassung standen den Mitarbeitern anschließend aber nur Bandbreiten zwischen 128 und 512 Kbit/s zur Verfügung, was in der täglichen Betriebspraxis für unzumutbare Flaschenhälse sorgte, erklärt Langer: "Wir haben zwar ein sehr schlankes ERP-System, das je Sitzung deutlich weniger als 5 Kbit/s beansprucht. Doch wenn sich bei einem Standort mit 20 Anwendern, der mit 256 Kbit/s angebunden ist, die anderen Programme 128 Kbit/s teilen müssen, laufen alle zusammen im Schneckentempo."

Nach der Migration muss-ten die kleineren Standorte über 1 Mbit/s Bandbreite verfügen, die größeren zwischen 2 und 4 Mbit/s. Damit sollte gewährleistet sein, dass neben Mail-Verkehr und Data Warehouse auch das Personalinformationssystem und weitere Verwaltungsprozesse wie Chargenrückverfolgung und Qualitätssicherung über das Netz laufen können. Außerdem plant Kulmbacher in einem nächsten Schritt, auch den Telefonverkehr via Voice over IP (VoIP) abzuwickeln. Die eingesetzte MPLS-Technik (Multi Protocol Label Switching) sorgt dabei für unterbrechungsfreie Telefongespräche, da der Sprachverkehr priorisiert im Netz übertragen wird.

Die Betriebsverantwortung für das Unternehmensnetz übertrug Kulmbacher im Rahmen einer Outsourcing-Vereinbarung dem IT-Dienstleister Pironet NDH. CIO Langer ist mit dem Ergebnis zufrieden: "Das neue IT-Service-Konzept hat sich noch während des Netzaufbaus bei der Übernahme der Würzburger Brauerei AG Gruppe bewährt. Da wir Querschnittsanwendungen wie ERP-System und Intranet nun für alle Brauereien in unserem Rechenzentrum betreiben, konnten wir die vier zusätzlichen Standorte über das Netz kurzfristig an unsere IT-Landschaft anbinden." (mb)