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23.05.1986 - 

Konkurrenzprodukt zu Oracle und DB2 vorgestellt:

Relational Technology will RDBMS-Markt knacken

MÜNCHEN (CW) - Die Auswahl an relationalen Detenbanksystemen auf dem deutschen Markt ist größer geworden. Mit einer deutschen Version des Produkts "Ingres", das es bis dato nur als US-Release gegeben hatte, versucht die neugegründete Relational Technology GmbH (RTI), Berlin, an diesem wachsenden Markt zu partizipieren.

"Ingres" ist als Konkurrenzprodukt zu "Oracle" und "DB2" gedacht. Als Kennzeichen der Ingres-Datenbank nennt der Hersteller die gute Performance. Dynamisch zu vereinbarende Zugriffsmethoden (ISAM, HEAP, HASH, B-Tree) sowie eine unbegrenzte Anzahl Sekundärindizes seien für den Benutzer entscheidende Tuningmöglichkeiten.

Zentralen Stellenwert mißt das Unternehmen auch dem Query Optimizer zu, der mit Heuristiken und statistischen Meßzahlen über die Verteilung der Daten in die Datenbank arbeitet, um eine optimale Abarbeitung von DB-Anfragen zu gewährleisten. Darüber hinaus stehen dem Benutzer unter anderem zwei relationale Abfragesprachen zur Verfügung: SQL für den kommerziellen und QUEL für den technisch-wissenschaftlichen Bereich.

Die amerikanische Muttergesellschaft, die im Geschäftsjahr 1985 (30. Juni) 18 Millionen Dollar umgesetzt hat und für das nun zu Ende gehende Fiskaljahr 30 Millionen anpeilt, verweist auf eine Installationsbasis von 4000 Systemen in den USA. Etwa die Hälfte davon laufe auf VAX-Maschinen unter VMS; bei den übrigen 2000 Anwendungen handle es sich überwiegend um Unix-Rechner. Im IBM-Markt dagegen hat RTI bislang kaum Erfahrungen gesammelt. Lediglich 50 VM/CMS-Anwender haben nach Firmenangaben "Ingres" installiert; das entsprechende Release ist seit Oktober 1985 auf dem Markt.

Die Bundesrepublik soll RTIs Speerspitze für die Erschließung des Geschäfts auf dem europäischen Kontinent sein. Helmut Wilke, Geschäftsführer der Berliner GmbH, begründet das mit der Hardware-Installationsbasis: Deutschland sei IBMs zweitgrößter und DECs viertgrößter Auslandsmarkt. Um die hiesigen Kunden anzulocken, setzt Wilke auf ein seriöses Firmenimage. Support stehe für ihn im Vordergrund, verkündete er, und die "höchsten Ansprüche", denen Ingres genügen soll, nehme RTI "sehr ernst". Deshalb sei ab sofort "alles Material" in deutsch verfügbar.

Während in den USA 280 Mitarbeiter bei der Company beschäftigt sind, davon knapp 1000 in der Entwicklung, probiert es Relational Technology hierzulande zunächst mit einem kleinen Team - acht Leute, die zwei Techniker schon inklusive.