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Dialog-lnfosystem auf DEC PDP-11-Minis realisiert:


18.07.1980 - 

"Relationierte" Datenbank bei Maizena

Mit einem Datenbanksystem auf Minicomputern hat die Maizena Gesellschaft mbH, Heilbronn, gute Erfahrungen gemacht. DIS (Dialog-Infosystem) wird für Dispositionsaufgaben in der Produktion eingesetzt.

Die Maizena GmbH betreibt für sich und ihre Tochtergesellschaften in Deutschland seit vielen Jahren eine leistungsfähige Datenverarbeitung. 1978 wurde von IBM /370 auf das steckerkompatible "Advanced System von Itel umgestellt.

Parallel dazu wurden im Rahmen des Distributed Processing umfangreiche Erfahrungen mit Minicomputern verschiedener Hersteller gesammelt.

1978 installierte die Maizena GmbH zwei Digital Equipment PDP-11/70 mit dem Betriebssystem RSTS/E zur Durchführung von Direktverarbeitungs-Dispositionsaufgaben .

In den Produktionsbetrieben der Maizena sind umfangreiche verfahrenstechnische Prozesse zu kontrollieren und zu überwachen. Hierzu mußten die Verwaltung der Herstell-Richtlinien und Rezepturen einer breiten Palette von Produkten auf Stärkebasis neben der Implementierung der Material-Disposition in Echtzeit-Verarbeitung und im Benutzer-Dialog realisiert werden.

Das Dispositionssystem sollte folgenden Anforderungen entsprechen:

þschnelle Verfügbarkeit von stets aktuellen Daten

þleichte Handhabung für Anwender und Programmierer,

þvariable Zugriffsmöglichkeit.

Darüber hinaus sind die in der Produktion eingesetzten Antriebsmaschinen, Motoren, Getriebe und Pumpen zu warten, auszutauschen und im Störungsfall durch Auswechselmaschinen zu ersetzen.

Das Systemkonzept " Auswechselmaschinen" verlangte den Zugriff auf die Maschinendaten über Einbau-Ort elektrische Versorgungsstation, Maschinentyp und gegebenenfalls gegenwärtige Lagerung in Werkstatt oder Maschinenlager, um zu jedem Zeitpunkt den Überblick über alternativ einsetzbare Maschinen und Aggregate zu haben. Darüber hinaus sollten die Ersatzteil-Stücklisten für die eingesetzten Maschinen und Aggregate im Dialog verwaltet werden.

Datenunabhängige Programmierung

Die Entscheidung fiel zugunsten des Datenbanksystems DIS (Dialog-lnfosystem), das von dem Softwarehaus DV-Behre, Dietzenbach-Steinberg, entwickelt wurde und auf den DEC-Minicomputern der PDP-11-Serie realisiert ist.

Das DIS ist als Datenbanksystem relational organisiert.

Es gewährleistet damit die Unabhängigkeit des Zugriffsweges und eine maximale Flexibilität.

Darüber hinaus ist der Ausbau des installierten Systems leicht möglich und nicht durch die bereits installierten Strukturen behindert.

Die Trennung von Data-Description, Data-Manipulation und Methodenbank ermöglicht eine datenunabhängige Programmierung und bedeutet für die Software-Erstellung die Unabhängigkeit der Software von einer Kunden-Implementation .

Innerhalb des Datensatzes sind Zugriffsschlüssel variabler Ordnung und unterschiedlicher Länge definiert, über die die Disponenten der Fachabteilungen jederzeit leicht zugreifen können.

Die Daten werden redundanzfrei gespeichert und können in Mehrfach-Dateien mit Mehrfach-Verknüpfung und Mehrfach-Assoziationen verbunden werden. Gleiche Schlüssel sind zugelassen, bei Zugriff über gleiche Schlüssel erscheinen die Daten in stets gleicher Reihenfolge.

Neuartiger Update-Primär-Schlüssel

Alle Informationen, auch die Schlüsselinformationen, können jederzeit geändert werden. Das betrifft auch den Schlüssel, über den zugegriffen wurde, selbst bei logisch fort

laufender Verarbeitung.

Datenbankbenutzer kennen die Komplikationen in der Bedienung und in der Programmierung von Datenbank-Applikationen, die beim Fehlen dieser Möglichkeit auftauchen.

Die Bezeichnungen der Felder, Datensätze und Schlüssel sind in einem separaten Dictionary gespeichert. Durch Austausch des Data-Dictionary zum Beispiel für verschiedene Benutzer und Daten-Accounts sind mehrsprachige Anwendungen ohne Eingriff in bestehende Programme möglich.

Klar definierte Schnittstellen zu anderen Programmen ermöglichen es, neben den Programmen des ASI (Arbeitsplatz-System Industrie) auch Programme anderer Software-Häuser und selbst entwickelte Programme auf der Basis des DIS einzusetzen.

Echtzeitverarbeitung in der Materialwirtschaft

Die oben genannten Aufgabenstellungen wurden realisiert durch die vom Software-Hersteller angebotene Materialwirtschafts-Software, die auch im Dispositionsbereich als Echtzeitverarbeitung ausgelegt ist und seit mehreren Jahren eingesetzt wird.

Die Wartung dieser Software erfolgt über Fernübertragung. Dies bedeutete insbesondere in der Anlaufphase die jederzeitige, unmittelbare Unterstützung bei

auftretenden Bedienungsfragen.

Auch für RSX 11/M-Benutzer geeignet

Das Betriebssystem RSTS/E wird wie angekündigt, das Betriebssystem RSX 11/M als Untersystem zulassen. Damit ist DIS auch für RSX 11/M-Benutzer einsatzfähig, zumal die entsprechende Schnittstelle als Call-Aufruf in Vorbereitung ist.

Das Datenbanksystem ist so konzipiert, daß die Daten- und Schlüssel-Bereitstellungen über separate Tasks erfolgen, die aufgrund von Messages der Benutzer-Programme die Daten dem Benutzerprogramm unmittelbar bereitstellen.

In diesem Zusammenhang ist die hohe Datenintegrität hervorzuheben die das seit mehr als 18 Monaten eingesetzte Werkzeug DIS für die vorhandene Applikations-Software bewiesen hat.

òKlaus-Dieter Naujoks ist Leiter Systementwicklung bei der Maizena Gesellschaft mbH, Heilbronn