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03.09.1999 - 

Alternativen zu spezialisierten Server-Systemen

Remote-Access-Karten sparen beim Datenabruf Geld

Remote-Access-Lösungen, durch die die Mitarbeiter den Fernzugriff auf zentrale Datenbestände im Firmennetz erhalten, erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Jürgen Wasem-Gutensohn* zeigt auf, wie Unternehmen dabei durch den Einsatz von Remote-Access-Karten unter Windows NT anstelle von kompletten Spezial-Servern Kosten sparen können.

Der Markt für Remote-Access-Lösungen verzeichnet einen steilen Aufwärtstrend. Allein für dieses Jahr prognostizieren die Analysten der International Data Corp. (IDC) ein Wachstum von 35 Prozent. Durch den flexiblen Fernzugriff auf zentrale Datenbestände steigt die Produktivität und sinken - bei Einsatz der richtigen Technologie - die Kosten. Das hierfür zur Verfügung stehende Lösungsangebot ist recht differenziert und reicht von einzelnen Einsteckkarten bis hin zu Komplettsystemen.

Die Anbindung von der Client-Seite her kann prinzipiell über Modems, ISDN-Karten, ISDN-Router sowie über Mobilfunknetze erfolgen. Bezüglich der Art des Zugriffs auf das zentrale Unternehmensnetz ist zwischen dem direkten Zugang über das öffentliche Telefonnetz sowie dem über das Internet zu unterscheiden. Im letzteren Fall erfolgt dies sinnvollerweise über ein Virtual Private Network (VPN), wobei Firmen sich zum Ortstarif über den lokalen Einwahlknoten eines ISPs in das eigene Unternehmensnetz einwählen und die zu übertragenden Daten über dessen Netz zum Home-Gateway tunneln.

Die Vielzahl der Optionen bei Fernzugriffen auf das Unternehmens-LAN macht deutlich, daß die Server-seitigen Systeme einen sehr großen Funktionsumfang abdecken müssen. Neben Komplettlösungen werden dabei für viele Anwender vor allem aufgrund des günstigen Preis-Leistungs-Verhältnisses Remote-Access-Karten zunehmend interessanter. Mit diesen Plug-and-play-Lösungen, die in ein frei wählbares PC-Server-Gehäuse eingebaut werden können, lassen sich Server in der Regel problemlos und flexibel zu einem Remote-Access-System ausbauen.

Klar erkennbar ist dabei der Trend zu offenen Lösungen, die zunehmend auf Windows NT Server aufsetzen, da dieser aufgrund des integrierten "Routing and Remote Access Service" (RRAS) gute Voraussetzungen für die Realisierung von Fernzugriffen bietet. Mit RRAS verfügt NT standardmäßig über umfangreiche Kommunikations-Features, die notwendig sind, um Remote-Clients mit zentralen Servern vor Ort zu verbinden.

Aufgrund der Eignung von NT als Remote-Access-Betriebssystem erweitern derzeit viele Anwender vorhandene Systeme auf Basis dieser Plattform in Richtung Daten-Fernzugriff. Dabei fängt die Mehrzahl der Unternehmen allerdings nicht auf der grünen Wiese an, sondern hat bereits seit geraumer Zeit Remote-Access-Lösungen im Einsatz, die jedoch deutliche Einschränkungen aufweisen und ergänzt oder gar komplett ersetzt werden müssen.

So finden sich Installationen, in denen ein oder mehrere analoge Modems dem NT-Server vorgeschaltet sind, so daß sich externe Mitarbeiter von außen in das Firmennetz einwählen können. Bei einer geringen Anzahl von mobilen Anwendern ist dieser Ansatz durchaus praktikabel. Für den professionellen Betrieb, bei dem es darum geht, einer großen Anzahl von Personen den Zugang zum Firmen-LAN zu ermöglichen, ist eine derartige Installation jedoch unzureichend. Gleiches gilt für die rein digitale Variante, bei der die NT-Server mit ISDN-Karten ausgerüstet werden. Hierbei können sich Remote-Anwender über eine ISDN-Karte einwählen - bei höherem Verkehrsaufkommen können zusätzliche Karten Abhilfe schaffen.

V.90-Modems fordern den Server heraus

Für den Aufbau von Remote-Access-Lösungen stehen heute mit Mehrfach-S0- (meist acht ISDN-Kanäle) und einfachen oder zweifachen S2M-Karten (30 oder 60 ISDN-Kanäle) auch für den professionellen Einsatz geeignete Produkte zur Verfügung. Vor allem seit dem Übergang der Modemwelt auf den V.90-Standard mit 56 Kbit/s sind leistungsfähige ISDN-Karten unentbehrlich. Nur diese erlauben auf der Server-Seite eine Transferrate von echten 56 Kbit/s. Dies ist mit einem externen Modem, direkt an die Telefonleitung angeschlossen, nicht möglich, sondern funktioniert nur mit einem internen Modem, das digital mit einer ISDN-Karte verbunden ist. Um den V.90-Standard wirklich einzuführen, benötigen Unternehmen folglich neuere Mehrfach-S0- beziehungsweise S2M-Karten, die sich additiv um digitale Modems erweitern lassen und dabei mehrere Kanäle unter einer Rufnummer bereitstellen.

Die Server-basierten Remote-Access-Karten der namhaften Anbieter verfügen zwar über ähnliche Funktionen, unterscheiden sich aber von der Architektur her. Das zeigt sich etwa bei den unterstützten Einwählarten. Mindestens digitale und analoge Verbindungen sollten verfügbar sein. Ist zudem der Fernzugriff via Handy angestrebt, sollten Anwender zusätzlich auf die GSM-Option achten. Fernzugriffe lassen sich weiter vereinfachen, wenn eine Karte gewählt wird, die diese verschiedenen Zugangsverfahren trotzdem unter derselben Nummer zur Verfügung stellt.

Aufpassen sollte man auch bei der Aufteilung der Remote-Ac- cess-Karte in puncto Modem- und ISDN-Anschlüsse: Es kann sich nachteilig auswirken, wenn bei einem Produkt die Modems jeweils einem spezifischen ISDN-Kanal fest zugeordnet sind. Eine Modem-Minderbestückung ist damit nicht möglich. Selbst Anwender, die weniger Modem- als ISDN-Kanäle benötigen, müssen dann wohl oder übel immer die volle Anzahl Modems mitkaufen.

ISDN- und Datenkanäle sollten getrennt sein

Einige Lösungen trennen dagegen ISDN- und Modemkanäle voneinander und ordnen sie erst bei Bedarf dynamisch zu. So lassen sich beispielsweise mit Rascoms "Promo S" oder "Primo E" vier S2M-Karten mit 120 Kanälen und nur neun Modems oder eine einfache S2M-Karte mit 18 Modems in einen NT-Server installieren. Aufgrund einer speziellen Bustechnologie werden alle Modems zusammengeführt und als ein Pool betrachtet. Solange eines der Modems frei ist, kann es auch genutzt werden.

Je nachdem, ob Anwender Windows NT als RAS-Plattform einsetzen wollen, sollte bei der Wahl der Remote-Access-Karten das Augenmerk auch auf die Plattformunabhängigkeit gerichtet werden. Nicht alle Fernzugriffs-Adapter lassen sich neben NT auch unter Betriebssystemen wie Netware oder etwa SCO Unix einsetzen.

Für Unternehmen, die keine schlüsselfertige Komplettlösung installieren wollen, sind Remote-Access-Karten sehr interessant: Diese sind einfach zu installieren und in hohem Maße aufrüstbar. Speziell für den heimischen Markt sollten Anwender auf die Kombinierbarkeit der ISDN-Kanäle mit Modems achten, da sich hierdurch unter Umständen das Preis-Leistungs-Verhältnis zu ihren Gunsten verbessern läßt.

*Jürgen Wasem-Gutensohn ist freier Journalist in München.