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17.11.1995

Renaissance der Unternehmens-DV

Christoph Witte

Im IT- und Kommunikationsmarkt herrscht ein bisher noch nicht dagewesenes Fusionieren, Uebernehmen und Kooperieren. Branchengroessen sind auf Einkaufstour bei Habenichtsen und Hoffnungstraegern. So hat Microsoft beispielsweise den Middleware- Spezialisten Netwise gekauft, mit dessen Hilfe Windows NT und die Back-Office-Produkte endgueltig in der Unternehmens-DV etabliert werden sollen.

Ebenso hat Compaq es satt, als blosser PC-Hersteller zu gelten, will endlich auch an die Pfruende des Enterprise-Computing-Marktes heran. Was in der Vergangenheit noch zoegerlich wirkte, wird nun mit Macht vorangetrieben. Die Texaner moechten sich als "Rundumanbieter von Netzwerkdienstleistungen und Server-Konzepten" etablieren. Indizien, dass es sich bei dieser verlautbarten Strategie nicht nur um einen Papiertiger handelt, lieferte der Hardwarehersteller zuhauf. Mit Tandem wurde ein Vertrag ueber die Nutzung der Server-Net-Architektur geschlossen, Digitals Service- Division soll den Support fuer global agierende Compaq-Kunden uebernehmen, und die Routing-Software von Cisco findet sich demnaechst ebenfalls in den Servern der Texaner. Allein auf Kooperationen will der Hersteller sich allerdings nicht verlassen. In den vergangenen zwei Wochen verleibte sich Compaq mit der englischen Thomas-Conrad und der amerikanischen Networth Inc. zwei Anbieter von Kommunikationsequipment ein, um das eigene Portfolio aufzubessern und Kompetenz im Netzwerksektor nachzuweisen.

Mit dieser Vorgehensweise macht Compaq deutlich, dass ernstzunehmende Spieler im DV-Markt nicht allein auf die Kauflust der Privatkunden vertrauen duerfen. Dort lassen sich zwar massenhaft Multimedia-PCs, Spiele, Lernsoftware und Kochbuecher auf CD-ROM absetzen, aber Geld verdienen koennen in diesem Marktsegment nur wenige Unternehmen. Darueber hinaus scheint langsam klar zu werden, dass auch das Wachstum im privaten Sektor nicht die astronomischen Hoehen erreicht wie urspruenglich prognostiziert. Kuerzlich veroeffentlichte Studien duerften die Euphorie daempfen, wird in ihnen doch von Ersatzbeschaffung gesprochen und nicht von einer immer staerkeren Durchdringung der privaten Haushalte mit PCs und angeschlossener Peripherie.

Den Anwenderunternehmen kann es nur recht sein, wenn sich "Newcomer" im Corporate-Geschaeft wie Compaq oder Microsoft auch um ihre Belange kuemmern. Schliesslich haben die selbsternannten Systemintegratoren e la IBM, Digital oder Siemens-Nixdorf es bisher nicht geschafft, ueber den Tellerrand der eigenen Produktwelt zu blicken und wirklich durchdachte Loesungen fuer die Verbindung heterogener DV-Welten zu praesentieren. Wie sonst sind Meldungen (siehe Seite 10) zu erklaeren, wonach sich der Trend zum Client-Server-Computing verlangsamen soll, weil die dafuer notwendige Infrastruktur kaum beherrschbar sei. Ernsthafte Spieler im Markt fuer unternehmensweite DV-Loesungen muessen deshalb in der Lage sein, den durch Altlasten und inkompatible Systeme entstandenen Verhau aus der Welt zu schaffen.