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01.12.1989

Requiem für OS2

Lebenden sollte man keine Tochtermesse halten. Bei OS/2 ist es allerdings eher eine lebenserhaltende Maßnahme. Seit zweieinhalb Jahren Versuchen nun IBM und Microsoft, den Anwendbar von der Notwendigkeit des neuen Betriebssystems zu überzeugen. Doch die User sind längst vom Glauben abgefallen.

Immer wieder intonierten sie die Klage vom massiven Arbeitsspeicherbedarf des designierten DOS-Nachfolgers. IBMs Extended Edition mit Data-Base- und Communications-Manager, LAN-Requester und Server-Funktionen bringt es auf etwas zwölf MB. Mindestens vier MB werden prinzipiell für das Single-User-System OS/2 veranschlagt.

OS/2 könne die Fähigkeiten der 32-Bit-Prozessoren 386 und 486 überhaupt nicht ausreizen, lautet ein anderer Anwurf der EDV-Ketzer. Auch steht auf dem Schlauch, wer andere als Intel-Prozessoren in seiner Hardware nutzt. Schließlich noch die Qual der Wahl: Windows - so auch William H. Gates III - sieht für den Anwender aus wie OS/2, kann für DOS-Applikationen genutzt werden. Und ist - per dictum des Microsoft-Chairmans und CEOs - moderat im Speicherbedarf.

Warum also OS/2? Weil es Zukunft hat, sagen IBM und Microsoft: Eine 32-Bit-Version wird kommen, RISC-Architekturen werden unterstützt werden, auch eine weniger speicherhungrige Version hat man sich auf die Wunschliste gepackt. Alles soll kommen. Doch wann?

Der lästige Anwender fragt sich auch, was kann OS/2, das Unix nicht kann? Computerhersteller wissen es nicht. Sie setzen vermehrt auf das Multiuser-Betriebssystem

Unix und die Multiprocessing-Fähigkeiten des erweiterten Kernels. Die OSF hatte der IBM vor allem wegen letzterer Option die kalte Schulter gezeigt und sich für Encores Implementation des Unix-Kernels der Carnegie-Melon-University entschieden.

SMP war denn auch ein Hit der Comdex - und damit Unix einmal mehr Schlager. Unix auch ein Evergreen ? Mal sehen, was aus OS/2 wird. jm