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05.06.2008

Rest des Materials zum Schwerpunktartikel: Trends im Servermarkt

Butler: Nehmen Sie in diesem Zusammenhang das Thema Blade-Server. Das ist im Prinzip etwas ähnliches wie ich es vorher mit dem Beispiel Jahr-2000-Thematik umrissen habe. Blade-Servern gehört momentan alle Aufmerksam-keit. Jeder Hersteller muss irgendeine Blade-Strategie haben. Trotzdem darf man sich fragen, ob es in zehn, zwölf Jahren noch so etwas wie einen Blade-Server-Markt geben wird. Denn dann dürfte auf die eine oder ande-re Art jeder irgendeine Art von Blade-Konzept benutzen.

Im Prinzip reden wir momentan also von zwei terribly discontinues trends, die auf fundamentale Art die Server- wie die Speichertechniken verändern werden, die aber auch auf die Netzinfrastrukturen, unsere Laptops, PCs und Client-Devices eine erhebliche Auswirkung haben werden. Ein trend ist dabei eher hardware-, der andere soft-warebezogen. Sie sind nicht voneinander isoliert. Blade-Techniken haben Auswirkungen auf die Evolution von Virtualisierungstechniken und anders herum (vice versa).

Beispiel: Sehr bald wird ein Hersteller erstmals Eight-Socket-Blades vorstellen. Das heißt, dieser Blade-Server hat 32 Rechenkerne. Das ist verdammt viel Rechenleistung für ein Blade-System. Es ist in diesem Zusammen-hang gar nicht mehr die Frage, ob Anwender Virtualisierung oder Blade-Techniken nutzen werden. Tatsache ist, sie werden beides anwenden.

Aber trotz all dieser Dinge können wir heute nicht sagen, wie die Daten-Center in zehn Jahren aussehen werden.

Server-Trends: Denis Mrksa (TechConsult):

• Technologien wie Virtualisierung, Zentralisierung, Blades, Clustering sind Mittel zur Konsolidierung

• • Blades haben sich im Server-Umfeld etabliert und werden über Eigenschaften wie Hochverfügbarkeit und Wartungs- und Administrationseffizienz weiterhin stark ver-kauft werden. Bei den Kosten sind allerdings recht große Unterschiede bei den Anbie-tern zu sehen.

• In Punkto Energieeffizienz spricht zunächst der hohe Kühlungsbedarf gegen den nied-rigeren Energieverbrauch. Allerdings existieren schon neue Technologien in der Kli-matisierung und klassische Rack-Server haben im Vergleich zu Blades - bezogen auf die Rechenleistung - einen größeren Energie- und damit Kühlungsbedarf.

• 12% Marktanteil an x86 insgesamt. Wachstum 18%. Zunehmend Interesse beim Mit-telstand, vor allem über Eigenschaften Verwaltbarkeit und niedrige Anschaffungskos-ten.

• Blades sind im Hochverfügbarkeitsszenario besonders für Cluster-Systeme beliebt. Hier spielt Betriebssystemseitig vor allem Linux eine seit einigen Jahren überwiegen-de Rolle. Cluster benötigen allerdings einen bestimmten Management-Aufwand, den viele Unternehmen, gerade die kleineren und mittleren, scheuen. Demnach werden die leistungsstarken Multiprozessor-Server in Zukunft ebenfalls hohe Verkaufszahlen vorweisen.

Mainframes:

• Für Mainframes gibt es durch Virtualisierungstechnologien (hieß bei Mainframes frü-her "Partitionierung")und Linux auf Mainframe neue Einsatzszenarien und Anbieter (vor allem IBM) bauen auf ein starkes Business in diesem Umfeld.

• Einsatzbereiche sind Disaster Recovery, Workload Balancing, Security, Datenbanken sowie bestimmte Legacy Applications, z.B. im Finanzsektor -> überall dort, wo große Datenmengen und hohe Benutzerzahlen

• Allerdings sind die Anschaffungskosten extrem hoch und oftmals das Mainframe-Know-how in der IT-Abteilung quasi "ausgestorben"

• Eine Wiederbelebung ist nicht zu erwarten. Gleiche Leistungsfähigkeit(nicht nur Re-chenleistung, sondern auch Ausfallsicherheit) ist mit "billigen" IA-Servern zu errei-chen. Wir haben jedenfalls in den letzten 12 Monaten keinen neuen deutschen An-wendercase für größere Mainframe-Deployments registriert.

Fragen Computerwoche zum Schwerpunkt "Trend im Servermarkt"

Andreas Vogl

Blade-Server?

"Blade Server sind proprietäre Maschinen, die sich zwar für maßgeschneiderte Lösungen anbieten und unter Umständen schon eine Hardware-Virtualisierung implementiert haben. Sie werden sich aber gegen wesentlich billigere Commodity Server langfristig nicht durchsetzen. Die Total Cost of Ownership (TCO) spielen in diesem Zusammenhang eine große Rolle besonders mit Hinblick auf Kaufpreis, Administration, Wartung oder auch Ersatz."

Bedeutet Zentralisierung etwa auch eine Rückbesinnung auf die "Tugenden" der Großrechner? Beispiel: Virtualisierung war eine Technik, die mit Mainframes schon seit über einer Generation eine Ehe eingegangen ist und völlig selbstverständlich war. In gewisser Weise lässt sich auch im Zusammenhang mit SMP-Servern von Virtualisierung sprechen.

"Die Tugenden der Großrechner kommen durchaus zum Tragen, die Technik wird sich allerdings auf dedizierten Servern abspielen. Die Mainframes haben die Virtualisierung zwar von Haus aus integriert, doch die heutigen Konzepte haben viel mehr Facetten. Die Möglichkeiten gehen von der Applikationsvirtualisierung über die Virtualisierung auf Metaebene - wobei Hardware und Applikation keine Rolle mehr spielen - bis hin zur reinen Hardware-Virtualisierung auf Serverebene. Und darüber hinaus gibt es im ASIC implementierte Firmware mit Virtualisierungsoptionen. Die Vorteile einer Zentralisierung von Servern und Speichern zu Pools und Grids liegen dann in einer optimalen Ressourcennutzung."

Könnte man im Zusammenhang mit Zentralisierung und Virtualisierung vielleicht die Meinung vertreten, über diese könne es zu einem Revival des Großrechners kommen?

"Heutzutage haben Commodity-Server viele Leistungen von Großrechnern übernommen. Dennoch hat der Mainframe für bestimmte Anwendungen wie große, komplexe ERP-Lösungen immer noch seine Daseinsberechtigung. Hierbei geht der Trend zu UNIX-Großrechnern, die ein optimales Design für hohen Datendurchsatz, großem Shared Memory und oft eine integrierte Virtualisierungslösung haben."

Wolfgang Schwab, Experton

Cluster Computing ist eine altbekannte Technik, die vor allem bei geschäftskritischen Anwendungen schon lange genutzt wird. Es gibt beispielsweise kaum einen Anwender, der seine wichtigen Datenbanken nur auf einen einzigen Server legt und hofft, dass der das schon macht.

Blade Server: Hier teilen sich HP und IBM den Markt für Blade-Server insbesondere in der x86-Welt. Im Unix-Markt spielt Sun noch eine gewisse Rolle. Dell sollte man nicht ganz vergessen.

Bei BladeServern haben Anwender das Problem, dass sie sich mit diesen Systemen auf eine gewisse Zeit an einen Hersteller binde. Denn sie können nicht etwa ein BladeCenter von Dell kaufen und die Einschübe von HP, IBM oder einem anderen Anbieter. Das geht bei keinem der Hersteller. Die Hersteller verhandeln zwar seit Jahren darüber, hier eine Standardisierung zu verwirklichen, aber bislang gibt es da keine Ergebnisse. Ist auch nicht verwunderlich, denn die Hersteller haben das auch kein Interesse dran.

BladeServer werden nur im geringen Maß Rack-mount-Server ablösen. Dies gilt etwa nicht für die großen Maschine. Bis zu vier CPUs kann es sein, dass Blades Rack-mount-Systeme ablösen. Aber die großen Rack-mount-Systeme werden für Virtualisierungsprojekte genutzt und hier werden sicher keine Blade-Systeme diese ersetzen. Zumindest nicht bei der großen Systemen. Denn mit einem Rack-System können sie relativ viel Rechenleistung am Stück kaufen. Dafür braucht man - vergleichbare Rechenleistung vorausgesetzt - relativ viele Blades. Und da kommt man mit Rack-Systemen dann vergleichsweise günstiger davon.

Ich habe einen Kunden, der will 300 File- und Printserver auf acht Systeme konsolidieren und virtualisieren. Das schafft man mit einer vernünftigen Zahl von Blades nicht.

Mainframe-Revival?

Für einen Mittelständler ist der Weg sehr weit zu einem - auch kleinen - Mainframe. Ich glaube nicht, dass ein normaler Linux-Administrator damit zurecht käme.

Mittelständler haben teilweise sehr hohe Anforderungen an die IT. Da unterscheiden sie sich auch nicht von großen Unternehmen (RAS). Die Frage ist, ob sie sich einen Mainframe leisten können und ob es nicht andere Systeme gibt, die wesentlich günstiger sind und bei dem man das Personal hat, die das können. Einen Mainframe-Spezialisten muss man einkaufen. Und den zu bekommen - das ist noch einmal ein ganz anderes Thema.

Errol Resit, Analyst Gartner: