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Mitarbeiterzahl verringert und operatives Ergebnis verbessert


16.08.2002 - 

Restrukturierung bei Plaut zeigt erste Erfolge

MÜNCHEN (mo) - Das schwer angeschlagene Beratungsunternehmen Plaut AG hat seine Restrukturierungsziele bislang erreicht und konnte dadurch im ersten Halbjahr die eigenen Erwartungen an die Gewinnmarge übertreffen. Damit sollte das Unternehmen trotz angespannter Finanzlage überleben können, erwarten Analysten.

Das Ende vergangenen Jahres eingeleitete Restrukturierungsprogramm "Target Ten" scheint bei der österreichischen Plaut AG zu greifen. Zwar verringerte sich der Umsatz im ersten Halbjahr dieses Jahres gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 23 Prozent auf 113,7 Millionen Euro. Das operative Ergebnis (Ebitda) lag mit 7,0 Millionen Euro aber schon über dem Vorjahreswert von 5,8 Millionen Euro und auch über den eigenen Erwartungen. Aus den Vergleichswerten sind die Umsätze der Landesgesellschaften Irland und Mexiko herausgerechnet. Die mexikanische Landesgesellschaft wurde bereits geschlossen. Für Irland steht dieser Schritt oder ein Verkauf kurz bevor. Obwohl diese Einheit noch existiert, wird sie in den Büchern nicht mehr geführt.

Die Unternehmensberatung Plaut ist eines der bedeutendsten SAP-Beratungshäuser im deutschsprachigen Raum. Das Unternehmen erzielt rund zwei Drittel seines Umsatzes mit Beratung und Implementierung von Backoffice-Lösungen wie Rechnungswesen und Personalverwaltung. Ein Viertel der Einnahmen tragen Outsourcing und Hosting bei. Neue Anwendungen aus dem Frontoffice-Bereich wie CRM spielen bei Plaut bislang eine eher geringe Rolle. Das Wachstum in diesem Bereich war geringer als erwartet - einer der Gründe für die Probleme des Beratungshauses.

Trotz der erfolgreich eingeleiteten Restrukturierung ist Plaut noch nicht über den Berg. "Die Finanzlage ist schon bedenklich", beobachtet Stefan Maxian, Analyst bei der österreichischen Raiffeisen Centrobank. Doch trotz angespannter Liquiditätslage sollte das Unternehmen mit dem vorhandenen Geld auskommen. Immerhin verfügt Plaut noch über Bargeldreserven von 16,6 Millionen Euro.

Nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden Erich Lebeiner hat Plaut auch den größten Teil des Goodwills, der unter anderem durch Firmenübernahmen entstanden war, mittlerweile abgeschrieben. Diese Wertberichtigungen waren für den größten Teil der Verluste im Jahr 2001 verantwortlich.

Mit Target Ten hat sich Plaut zum Ziel gesetzt, bis 2003 in allen Landesgesellschaften eine operative Profitmarge von zehn Prozent zu erzielen. "Ich bin zuversichtlich, dass wir dieses Ziel erreichen werden", sagt Lebeiner. Bis auf Italien lägen alle Landesgesellschaften im Plan. Die Auftragslage sei sehr gut.

Die finanzielle Schieflage führt der Vorstandsvorsitzende auf das starke Wachstum der vergangenen fünf bis sechs Jahre zurück. Die in dieser Zeit aufgebaute Infrastruktur sei auf ein anhaltendes Wachstum von 60 Prozent und mehr pro Jahr ausgelegt gewesen. Die Investitionszurückhaltung der Kunden im Jahr 2001 habe aber zu einer Stagnation im Geschäft geführt.

Mit Target Ten wird nun die Infrastruktur an die Gegebenheiten angepasst. So wurde die Zahl der Mitarbeiter von rund 1850 Ende Juni 2001 auf nun 1470 reduziert. "Der Personalabbau ist damit erledigt", stellt Lebeiner klar. "Wenn nichts Gravierendes dazwischenkommt, werden wir unsere Ziele erreichen, vielleicht sogar übertreffen", ist der Vorstandschef optimistisch.