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27.06.2003 - 

Schaltkreise per Software verändern

Revolutionär: In Zukunft rekonfigurierbare Chips

MÜNCHEN (CW) - Chips, die mittels Software ihre Gatterstruktur verändern, könnten unter dem Namen "Adaptive computing" die nächste Revolution in der Computerindustrie auslösen. Die Vorteile wären Schnelligkeit in der Verarbeitung und Sparsamkeit beim Stromverbrauch.

Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit bereitet sich die Chipindustrie auf einen größeren Umschwung vor: Prozessoren werden in Zukunft nicht mehr mit fest verdrahteten Schaltkreisen arbeiten, sondern mittels Software ihre Gatterstruktur verändern können. Dann kann ein Schaltkreis mehr als nur eine festgelegte Aufgabe erledigen. Außerdem sparen die Hersteller beim Design: Die Masken, in die die Schaltkreise geätzt werden, schlagen mit bis zu einer Million Dollar pro Stück zu Buche und müssen bei jeder Änderung oder Weiterentwicklung neu erstellt werden, was Zeit und Geld kostet.

Viele großen Chiphersteller haben deshalb eigene Forschungsprojekte für Adaptive Computing aufgelegt oder schlucken smarte Startups, wie die "New York Times" berichtet. So hat die deutsche Infineon im März Morphics Technology aus dem kalifornischen Campbell übernommen, die rekonfigurierbare Schaltkreise für drahtlose digitale Telefonnetze herstellte.

Die großen Hersteller kaufen Technik ein

Im Dezember vergangenen Jahres verleibte sich Royal Philips Electronics die ebenfalls in Kalifornien ansässige Systemonic ein, die anpassungsfähige Chips für drahtlose Datenapplikationen entwickelte. Zwei Monate zuvor beteiligte sich Motorola an Morpho Technologies, die in Irvine, Kalifornien, rekonfigurierbare Schaltkreise für drahtlose und Multimedia-Anwendungen baute. Hewlett-Packard hat mit Synfora und der im englischen Bristol ansässigen Elixent zwei Companys ausgegliedert, die sich ebenfalls mit der Entwicklung von rekonfigurierbaren Schaltkreisen beschäftigten.

Quicksilver Technology Laboratory bereitet derzeit die Fertigstellung der ersten beiden flexiblen Chips vor. Einer wurde für Olympus entworfen und soll vermutlich für die kompakte Speicherung von bewegten und unbewegten Bildern verwendet werden. Der andere Schaltkreis ist für den DVD-Rekorder der Zukunft gedacht, berichtet die New York Times: Mit ihm soll sich im Hintergrund eine Fernsehsendung aufzeichnen lassen, während der Benutzer eine DVD abspielt. Andere Anwendungen für die flexiblen Chips sind Mobiltelefone, die überall auf der Welt funktionieren, portable Rechner, die sich selbständig den geeignetsten Internet-Zugang suchen oder elektronische Apparate, die sich automatisch an neue technische Standards anpassen können. (kk)