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24.08.1984 - 

Rechnerverbund-Bestellsystem in der Lebensmittelbranche:

Rewe bindet seine Einzelhändler über Btx an

FRANKFURT (pi) - Wie Bildschirmtext für die Disposition von Obst und Gemüse im Lebensmittelgroß- und Einzelhandel eingesetzt werden kann, zeigt eine Rechnerverbund-Anwendung, die vom Kölner Bifoa zusammen mit der Rewe-Zentral-AG. Köln, für deren Einzelhändler konzipiert wurde. Mit der systemtechnischen Realisierung dieses vom Bundespostministerium geförderten Projekts wurde das Frankfurter Rhein-Main-Rechenzentrum (RM) beauftragt. Dabei soll in Zukunft der Obst- und Gemüse-Ordersatz in Zukunft über Btx allen Händlern zur Verfügung gestellt werden. Die Bestellabwicklung erfolgt, über den externen RM-Rechner, eine HP 3000, im Rechenzentrum in Frankfurt.

Gerade die zentrale Stellung des Großhandels zwischen Produzenten beziehungsweise Lieferanten und vielen dezentralen Kunden des Großhandels erfordert wie kaum ein anderer Unternehmungstyp den Einsatz neuer Informations- und Kommunikationstechnologien. Denn künftig genügt es nicht mehr, die Warenströme zu organisieren, um Umsatzsteigerungen zu erzielen. Es müssen vielmehr auch die kommunikativen Ströme optimiert werden, die heute nicht nur sehr personal- und kostenintensiv sind, sondern auch einen großen Zeitaufwand erfordern.

Die Analyse der vorhandenen Kommunikations- beziehungsweise Informationswege bei Rewe hat gezeigt, daß insbesondere die Frischdienst-Dispositionen und hierbei speziell das Obst- und Gemüse-Geschäft durch den Einsatz von Btx sowohl für den Groß- als auch für den Einzelhandel zu Verbesserungen führen kann.

Probleme beim bisherigen Bestellverfahren

Bei dem bisher praktizierten Bestellabwicklungsverfahren liegen die Probleme besonders in folgenden Punkten:

1. Die Abwicklung der Bestellung erfolgt über Telefon. Sie ist daher personal-, zeit- und kostenintensiv. Außerdem sind Fehllieferungen aufgrund von Sprachübermittlungs- und/oder Hörfehler nicht auszuschließen.

2. Der heute vom Einzelhandel dem Großhandel zur Verfügung gestellte Ordersatz weist für den Einzelhändler den Nachteil auf, daß er aufgrund des "schnellebigen Sortiments" einer ständigen Änderung unterliegt und in der Regel, sobald er dem Einzelhändler vorliegt, bei vielen Artikeln keine aktuellen Informationen mehr aufweist.

3. Bei den Einzelhändlern wird insbesondere die fehlende Aktualität der Einstandspreise bemängelt. Änderungen dieser Preise werden dem Einzelhändler erst bei der Disposition in dem Telefongespräch mit seiner Großhandlung bekanntgegeben.

Am Beispiel Rewe wird deutlich, wie einfach der Großhändler per Btx künftig seine Kunden täglich oder sogar stündlich aktuell informieren kann und wie die derzeitige telefonische Bestellabwicklung durch den Einsatz dieses neuen Dienstes abgelöst werden kann:

Über Bildschirmtext wird allen Einzelhändlern der Ordersatz zur Verfügung gestellt. Alle aktuellen Änderungen können von der Großhandlung zentral durchgeführt und praktisch ohne Zeitverzögerung allen Einzelhändlern zugänglich gemacht werden. Es hat sich gezeigt, daß ein Ordersatz mit 200 Artikeln auf etwa 15 Bildschirmseiten darstellbar ist.

Nachdem sich der Einzelhändler in den externen Btx-Rechner eingewählt und identifiziert hat, kann er sofort alle wichtigen Informationen zum Sortiment wie Aritkelbezeichnung, Gebindegröße, Handelsklasse, Herkunftsland, Großhandels-Abgabepreis und empfohlener Einzelhandelspreis abrufen und seine Bestellung aufgeben. Pro Artikel steht dafür ein Eingabefeld zur Verfügung, in das der Händler über Tastatur lediglich die gewünschte Menge eingibt. Sobald er die Dispositionseingabe abgeschlossen hat, wird ihm in einer Auftragsbestätigung das von ihm disponierte Sortiment einschließlich der Dispositionsmenge und der Spanne pro Artikel angezeigt.

Bis zum offiziellen "Dispositionsschluß" hat der Einzelhändler die Möglichkeit, Änderungen seiner Disposition in der Auftragsbestätigung vorzunehmen.

Zusätzliche Informationsmöglichkeiten

Auf Wunsch stehen am Bildschirm noch weitere Informationen zur Verfügung:

- Eine Zusammenfassung der übermittelten Bestellung, wobei sich der Gesamtwert in die Bereiche Obst, Gemüse und Sonstiges gliedert. Dies erfolgt sowohl auf der Basis der Großhandelspreise als auch auf der Basis der Einzelhandelspreise. Zusätzlich werden die durchschnittlichen Handelsspannen in den genannten Bereichen ausgewiesen sowie die Gesamtspanne der Bestellung.

- Als weitere Information kann der Einzelhändler den Gesamtwert seiner Bestellungen, die er in einem bestimmten Zeitraum durchgeführt hat, über Bildschirm abrufen. Dabei ist besonders interessant, daß der Zeitraum vom Einzelhändler selbst festzulegen ist. Ausgewiesen werden die Gesamtwerte aller in dem Zeitraum durchgeführten Bestellungen sowohl auf Basis der Großhandelspreise als auch auf Basis der Einzelhandelspreise. Selbstverständlich werden auch hier die in den einzelnen Bereichen Spannen ausgewiesen.

- Letztlich erfolgt noch ein Ausweis, wieviel Prozent des Gesamtumsatzes sich auf die Warengruppen in einzelnen verteilen. Dieser Ausweis kann ebenfalls in einer mehrfarbigen Grafik erfolgen.

Noch einmal die wichtigsten Vorteile, die sich durch den Einsatz von Bildschirmtext für den Groß- und Einzelhandel ergeben:

- In der Großhandlung entfallen

- der Erfassungsaufwand der Bestellungen

- die hohen Telefonkosten, die durch die täglichen Anrufe von etwa 300 Einzelhändlern entstehen und

- die zeitaufwendige Erstellung und Verteilung der Sortimentslisten.

- Änderungen des Sortiments sowie Preisänderungen können wesentlich schneller als bisher, das heißt, aktueller und umfassender, dem Einzelhändler übermittelt werden.

- Der Einzelhändler muß nicht mehr auf den Anruf durch den Großhändler warten, sondern kann zu jedem Zeitpunkt disponieren.

- Lagerbestände bei saisonalen "Rennern" (zum Beispiel Weihnachtsmänner) können über Btx abgefragt werden.

- Fehllieferungen aufgrund der telefonischen Übermittlung der Bestellmengen oder durch das falsche Aufnehmen der Daten beim Großhandel werden mit Btx ausgeschlossen.

- Der Großhändler kann zu einem bestimmten Zeitpunkt alle bis dahin eingegangenen Bestellungen abrufen und wird darüber hinaus pro Artikel über die Gesamtbestellmengen und den Umsatz informiert.

In einem nächsten Schritt wird die Aufnahme Sonderangeboten (auch aus dem Non-food-Bereich) mit den dazugehörigen Bestellungen in das System aufgenommen.