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19.07.2005

RFID im Tal der Tränen

Zulieferer tun sich schwer, die Vorteile zu sehen.

Die berührungslose Identifikation mit Funkwellen (Radio Frequency Identification oder kurz RFID), durchläuft derzeit eine Phase der Desillusionierung, wie sie laut Gartner zwangsläufig jedem Hype nachfolgt. Presseberichten zufolge stößt der RFID-Pionier Wal-Mart bei seinen Zulieferern mittlerweile auf unverhohlene Skepsis.

Die Analysten bejubeln RFID seit etwa zwei Jahren als eine der wenigen Innovationen im IT-Umfeld. Auch die Anwender zeigen mehr als nur Interesse: Vor allem die Handelsriesen sehen darin eine Möglichkeit, ihre Prozesse zu beschleunigen - wenn nötig, auf Kosten der Zulieferer, die mit dem Versprechen eigener Optimierungsmöglichkeiten geködert wurden. Aber diese Früchte hängen hoch: Ohne eine Ende-zu-Ende-Abdeckung der Wertschöpfungsprozesse sind sie kaum zu pflücken.

Widerwillen kostet Profit

Wal-Mart hatte seine 100 wichtigsten Lieferanten Ende vergangenen Jahres verpflichtet, die für zunächst drei Distributionszentren bestimmten Warenkisten und -paletten mit RFID-Etiketten zu bestücken. Bis zum kommenden Silvester soll sich die Zahl der Partner verdoppelt, die der beteiligten Läger vervierfacht haben. Doch kostet es den Handelskonzern derzeit viel Mühe, seine Zulieferer für die Mitwirkung zu gewinnen; sie kooperieren meist nur gezwungenermaßen. Weit verbreitet ist die Praxis des "Slap and Ship": Die Warengebinde werden erst kurz vor der Auslieferung mit RFID-Etiketten gekennzeichnet, wovon der Zulieferer nun wirklich nicht profitiert. Etwa die Hälfte der Lieferanten erkennen keine eigenen Vorteile im RFID-Einsatz, so Wal-Mart-CIO Linda Dillman gegenüber dem Börsenblatt "Financial Times".

"Ich habe niemanden gefunden, dem es gelungen wäre, bei den derzeitigen Kosten die Investitionen wieder hereinzuholen", bestätigte Gary Cooper, Chief Technology Officer des Fleischkonzerns Tyson Foods, anlässlich einer Konferenz in New York. Cooper hat sich wiederholt als RFID-Kritiker hervorgetan. Er moniert vor allem die hohen Preise der RFID-Tags, die einen flächendeckenden Einsatz für viele Lieferanten als wirtschaftlich untragbar erscheinen lassen.

Allerdings hat nicht einmal Cooper die Hoffnung auf Besserung ganz aufgegeben: "Irgendwann gibt es Aha-Momente, in denen uns plötzlich etwas klar wird", konzediert er. (qua)