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26.11.2004

RFID: Metro geht?s langsam an

Der Handelskonzern hat einen ersten Praxistest mit 20 Lieferanten gestartet.

Nicht, dass sie es nicht versucht hätten: Anfänglich wollte die auf Europa und Asien konzentrierte Metro Group sogar dem US-amerikanischen Handelsgiganten Wal-Mart zuvorkommen und schon im laufenden Jahr 100 ihrer wichtigsten Lieferanten auf den Einstieg in die Radio Frequency Identification (RFID) verpflichten. Das verkündete Vorstandschef Hans-Joachim Körber im Januar dieses Jahres in New York.

Doch schon wenige Monate später hatten die Verantwortlichen erkannt: Die Einführung der Funkfrequenz-Identifikation lässt sich nicht übers Knie brechen. Wie der RFID-Experte des Konzerns, Gerd Wolfram, auf dem jüngsten computerwoche-Kongress "IT meets Business" bestätigte, geht der erste Feldversuch mit lediglich 20 Lieferanten über die Bühne. Die restlichen 80 haben bis Ende kommenden Jahres Zeit, sich für die neue Technik zu rüsten.

"Wir wollen keinen Druck ausüben, sondern setzen auf Kooperation", so das Statement des Managers für die Themen IT-Strategie, -Beschaffung und -Entwicklung beim konzerneigenen Dienstleister Metro Group Information Technology GmbH - "womit ich aber nicht sagen will, dass es grundsätzlich falsch wäre, Druck auszuüben." Dem Vernehmen nach muss allerdings auch Wal-Mart seine Ansprüche an die Handelspartner herunterschrauben.

Der am 1. November begonnene Praxistest der Metro konzentriert sich auf die Transponder-Kennzeichnung von Paletten, die für zwei Märkte und ein Distributionslager im Raum Neuss bestimmt sind. Mit der Identifikation einzelner Artikel sammelt das Handelsunternehmen erste Erfahrungen in seinem Experimentiermarkt "Future Store". Doch in der Düsseldorfer Konzernzentrale glaubt offenbar niemand daran, dass sich das "Item-level Tagging" kurzfristig durchsetzen wird: "Wir gehen davon aus, dass es noch zehn bis 15 Jahre dauert", so Wolfram.

Neben den mit 30 bis 50 Cent immer noch relativ hohen Preisen für die Transponder-Chips benannte der Leiter des Future-Store-Projekts ein weiteres Hindernis für den flächendeckenden RFID-Einsatz: Die im Handel übliche Ultrakurzwellen-Frequenz von 868 Megahertz werde in einigen europäischen Ländern anderweitig genutzt, beispielsweise durch die Polizei. Deshalb müsse das Standardisierungsgremium EPC Global erreichen, "dass diese Frequenz überall in Europa freigemacht wird". Eine alternative Lösung des Problems biete möglicherweise die Nachfolgegeneration der heutigen RFID-Chips; die "Gen2"-Transponder seien in der Lage, ihre Informationen auf unterschiedlichen Wellenlängen zu senden. (qua)