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16.03.2009

Richtig crimpen

Multimedia-Applikationen streiken, das LAN verhält sich mysteriös – die Ursache ist oft eine unsachgemäß ausgeführte Verkabelung.

Mal kurz ein Verlängerungskabel – pardon Patch-Kabel – für die Vorstandssekretärin gebastelt und im Besprechungszimmer eine zusätzliche Ethernet-Dose installiert? Ist ja einfach und ungefährlich, da die Kabel nur Schwachstrom führen.

Genau dies ist ein gefährlicher Trugschluss, der im LAN zu gemeinen und versteckten Fehlern führt. Damit nämlich Fast und Gigabit Ethernet trotz der für ungeschirmte Kabel relativ hohen Frequenzen problemlos laufen, muss beim Anschluss der Stecker und Dosen penibel gearbeitet werden. Dazu bedient man sich bei den auch als Twisted Pair bezeichneten Kabeln eines Tricks: Die beiden Adern eines Kabelpaars werden miteinander verdrillt. Die vier Paare eines Kabels werden wiederum miteinander verseilt. Dadurch sollen sich eventuelle Störungen gegenseitig aufheben und ein Neben- oder Übersprechen verhindert werden. Deshalb darf die Verdrillung/Verseilung nur auf einem kurzen Stück – etwa ein Zentimeter – im Stecker oder der Dose aufgelöst werden.

Um nun die Kabel, zum Einsatz kommen die flexibleren Patch-Kabel, in den Steckern zu installieren, benötigt man ein Spezialwerkzeug – die so genannte Crimpzange. Bei deren Anschaffung sollte auf Qualität geachtet werden, denn nichts ist ärgerlicher, als später Störungen im Netz zu suchen, die auf mangelhaft verarbeiteten Steckern beruhen. Beim Crimpen wird das Kabel im Steckergehäuse quasi festgequetscht, und die Kontakte schneiden sich in die Kabeladern. Deshalb müssen die Adern vorher auch nicht abisoliert werden. Lediglich die Abschirmung ist zu entfernen und bei geschirmten Anschlüssen mit der Steckerhülle zu verbinden. Eine gut bebilderte Detailanleitung findet sich im Internet beispielsweise unter http://www.netzmafia.de/skripten/netze/twisted.html#t.2. Hier ist auch sehr anschaulich erklärt, wie die einzelnen Kontakte im Stecker belegt sind und wo der Unterschied zwischen einem Patch- und einem Cross-over-Kabel liegt.

Das Auflegen einer Dose

Auch für den Anschluss einer Dose oder eines Anschlussfeldes im Patch-Panel – im Fachjargon als Auflegen bezeichnet – ist Spezialwerkzeug erforderlich. Der oft zu hörende Ratschlag, dies mit einem kleinen Schraubenzieher zu bewältigen, führt meist direkt zu teurem Pfusch: Die Gefahr, die Dose mit dem Schraubenzieher zu beschädigen, ist groß. Außerdem kostet eine gute Netzdose meist deutlich mehr als das spezielle LSA-Auflegewerkzeug. Im Gegensatz zu der oft zu findenden Erklärung, dass LSA für "Leicht & Sicher Auflegen" stehe, bedeutet die Abkürzung "löt-, schraub- und abisolierfrei", womit auch schon die Vorteile dieser Technik beschrieben sind. Mit dem LSA-Tool ist eine Steckdose schnell angeschlossen, da die einzelnen Adern nur noch auf die Kontakte der Dose aufzulegen sind und dann mit Hilfe des Werkzeugs nach unten gedrückt werden – Abisolieren oder Schrauben entfällt.

Fehler finden

Selbst bei sorgfältigem Arbeiten lässt sich nicht vermeiden, dass ein Patch-Kabel mal misslingt und einen Kurzschluss enthält. Eine einfache, schnelle Möglichkeit, LAN-Kabel auf ihre elektrische Funktion zu testen, ist der Anschluss an den Port eines Switches. Das andere Kabelende kommt dann in den Uplink-Port des Gerätes. Leuchten beide LEDs, ist das Kabel zumindest aus elektrischer Sicht in Ordnung. Wackelkontakte zeigen sich schnell, wenn die LEDs für den Link-Status an beiden Enden einer Verbindung kontrolliert werden. Meist leuchtet in solchen Fällen nur eine LED. Eine andere Option zum Schnelltest einer LAN-Verbindung verbirgt sich im BIOS vieler PCs. Viele Chipsätze beinhalten von Haus aus einen einfachen Kabeltester.

Liegt der Fehler allerdings im Hochfrequenzbereich – Störungen treten nur bei höheren Geschwindigkeiten auf –, dann hilft nur noch der Griff zu einem guten Kabeltester.