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07.10.1988 - 

Probleme bei der Modernisierung veralteter DV-Räume müssen nicht sein:

Richtige Organisation sichert einen reibungslosen RZ-Umbau

Viele Rechenzentren sind heute veraltet. Keine leichte Aufgabe ist es, sie in leistungsfähige RZ umzubauen. Dennoch kann ein Umbau bei fachmännischer Planung ohne große Beeinträchtigungen des laufenden DV-Betriebes erfolgen. Eine Unterlassungssünde könnte langfristig für das Unternehmen gefährlich werden.

Viele Unternehmen haben vor zehn bis fünfzehn Jahren ein Rechenzentrum für den reinen Batch-Betrieb eingerichtet. Der Online-Betrieb hat die DV in eine komplett neue Dimension gestellt. Vor 15 Jahren gab es Listen und Ordner für den Sachbearbeiter der Firma. Heute ist der Sachbearbeiter weitgehend hilflos, wenn sein Terminal nicht in Betrieb ist. Immer mehr dem Online-Betrieb angeschlossene Mitarbeiter und gleichzeitig immer mehr Anwendungsbereiche haben dazu geführt, daß heute die DV Gehirn und Nervenzentrale eines Unternehmens ist.

Aufgrund dieser enorm gestiegenen Anforderung an die DV wurde die Hardware ständig erweitert und umgestaltet. Der EDV-Raum selbst und die den Computer versorgende Infrastrukturtechnik einschließlich Sicherheitstechnik wurden jedoch oft nur bei einem absolutem "Muß" erweitert und umgebaut. Durch diese Entwicklung stehen heute eine große Anzahl von DV-Verantwortlichen vor der Frage, wie sie ihren DV-Bereich räumlich und technisch auf den geforderten Standard bringen. Neben einer leistungsfähigen und zuverlässigen DV-Versorgungstechnik müssen insbesondere Sicherheitstechnik und Sicherheitsorganisation weitgehend neu gestaltet werden.

Der laufende RZ-Betrieb darf bei einem Umbau nicht oder zeitlich nur sehr eingeschränkt unterbrochen werden. Eine vollständige und sehr detaillierte Planungsvorbereitung ist darum unbedingt erforderlich.

Hierbei sollte nach folgendem Schema vorgegangen werden:

1. Schwachstellenanalyse des bestehenden Rechenzentrums;

2. Zielfestlegung: Umbau oder Neubau des Rechenzentrums (im weiteren wird nur der Umbau eines Rechenzentrums behandelt);

3. Vorbereitende Planung für den RZ-Umbau unter Berücksichtigung der DV-Weiterentwicklung;

4. Durchführung des RZ-Umbaus.

Grundlage des gesamten Umbauvorhabens ist eine umfassende Schwachstellenanalyse des DV-Bereichs. Hierbei werden alle, den DV-Betrieb betreffenden Faktoren erfaßt:

- Räumliche Umgebung des DV-Gebäudes:

Direkt angrenzende Gebäude und Flächen werden auf Nutzung und Gefahrenpunkte hin untersucht.

- Bausubstanz und Nutzung des DV-Gebäudes:

Das DV-Gebäude, auch wenn sich die DV nur in Teilen des Gebäudes befindet, wird genau auf die Bausubstanz und mögliche Gefahrenpunkte hin untersucht.

- DV-Versorgungstechnik:

Die vorhandene DV-Versorgungstechnik wird auf Verfügbarkeit, technische Sicherheit und Wirtschaftlichkeit hin untersucht. Fehlende Versorgungstechnik wird angeführt.

- Sicherheitstechnik:

Die vorhandene Sicherheitstechnik wird unter Zugrundelegung der Sicherheitsanforderungen überprüft und das entsprechende Anforderungsprofil erstellt.

- Netzwerk:

Die vorhandene Netzwerkstruktur und die vorhandene Netzwerktechnik werden erfaßt und sicherheitstechnisch beurteilt.

- Organisation des DV-Bereichs:

Organisation, organisatorische Abläufe und Anweisungen werden auf die Sicherheitsanforderungen hin überprüft.

- Datensicherheit:

Die Datensicherheit wird dahingehend überprüft, ob bei einem Katastrophenfall die Datenbestände so vollständig wie möglich gesichert vorhanden sind.

- Versicherungsschutz:

Neben den technischen und organisatorischen DV-Gegebenheiten werden auch unternehmensrelevante Punkte überprüft.

Die Schwachstellenanalyse sollte unbedingt in Zusammenarbeit mit einem kompetenten externen Berater durchgeführt werden. Dies garantiert das genaue Wissen über die Durchführung einer derartigen Analyse. Gleichzeitig werden Fehler durch Betriebsblindheit und bewußte Verschleierung von Schwachstellen vermieden. Die Schwachstellenanalyse zeigt bei den einzelnen Punkten neben den festgestellten Schwachpunkten auch deren Beseitigung und die dafür notwendigen Kosten auf.

Der Umbau des RZ kann nur dann beschlossen werden, wenn durch eine solche Maßnahme die angestrebte Sicherheit erreicht wird. Sollten selbst bei einem Umbau hohe externe Gefährdungen nicht zu beheben sein, dann muß das RZ insgesamt in einen neuen, ungefährdeten Bereich verlagert werden. Derartige externe Gefährdungen sind insbesonders nicht behebbare erhebliche Brandgefahren eines Gebäudes, starke Gefährdung durch Wassereinbrüche und Verkehrsgefährdung durch schwere Straßenfahrzeuge.

Unter Zugrundelegung der Schwachstellenanalyse wird nun festgestellt, ob das bestehende Rechenzentrum umgebaut werden kann.

Durch den Umbau muß das RZ in Technik und Sicherheit zum einen den heutigen Anforderungen entsprechen und zum anderen Entwicklungsmöglichkeiten für die nächsten zehn bis fünfzehn Jahre bieten. Um dies sicherzustellen, ist eine Zukunftsprognose der DV-Entwicklung für diesen Zeitraum zu erstellen. Diese Prognose ist nunmehr Anforderungsgrundlage der Raumplanung und Flächennutzungsplanung für das umzubauende Rechenzentrum.

Nach der Durchführung der Schwachstellenanalyse, der Auflistung der notwendigen Abhilfemaßnahmen und der fertigen Raum- und Flächennutzungsplanung werden Umfang der Umbauarbeiten sowie grobe Schätzkosten dafür bekannt sein.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt taucht in vielen Unternehmen die Frage auf, ob der Katalog der Umbaumaßnahmen, der benötigte Raumbedarf und die gewünschte Sicherheits- und Versorgungstechnik nicht zu sehr überzogen sind.

Oft werden geplante Maßnahmen zur höheren Sicherheit als nicht notwendig angesehen. Auch wird teilweise gegen größere Raumanforderungen mit dem Argument der kleineren Zentraleinheiten und der größeren Plattenkapazitäten argumentiert.

Teilweise wird in dieser Planungsphase auch vorgeschlagen, die vorgesehenen Umbaumaßnahmen in einigen Stufen zeitverzögert durchzuführen. Sicherlich sprechen für diesen Wunsch wichtige finanzielle Gründe des Unternehmens. In den meisten Fällen kann eine derartige Aufteilung der notwendigen Umbaumaßnahmen jedoch nicht erfolgen. Trotz sorgfältiger Planung, Koordination und Überwachung der betreffenden Arbeiten wird der DV-Bereich durch jeden Umbau erheblich gestört. Diese Störungen können nur minimiert werden, wenn alle zusammenhängenden Maßnahmen in einem Umbauvorgang durchgeführt werden.

In sehr vielen Unternehmen herrscht ein gravierender Mangel in der Darstellung der von der DV erbrachten Dienstleistung als Grundlage für den Betriebserfolg. DV-Dienstleistung wird oft nicht oder nur sehr mangelhaft dargestellt. Die Folge davon ist, daß die DV oft nur als Kostenfaktor, nicht aber auch als zentraler Leistungsfaktor im Unternehmen gesehen wird. Besonders kritisch und teilweise ablehnend werden darum auch DV-interne Projekte, wie Raumbedarf, technische Modernisierung oder Sicherheitsmaßnahmen, beurteilt.

Zum Teil sind die in der DV-Abteilung beschäftigten Mitarbeiter selbst an der mangelnden Einschätzung des Sicherheitsbedarfs eines DV-Bereichs schuld. Beispiele: Fenster des Rechnerraums werden geöffnet, um Luft herein zu lassen. Türen stehen offen, weil man häufig in den angrenzenden Raum geht. Wie kann bei einem derartigen Fehlverhalten eine Einbruchsicherung, eine Zutrittskontrollanlage oder eine Frischluftfilterung begründet werden?

Auch die DV-Mitarbeiter stehen den geplanten Sicherheitsmaßnahmen nicht immer positiv gegenüber. Die angestrebte höhere Sicherheit führt meist auch zur eingeschränkten Bewegungsfreiheit im Rechenzentrum und zur Kontrolle der Personen in diesem Bereich.

DV: Zentraler Leistungsfaktor

Besonders engstirnig reagieren hier auch vereinzelt Betriebsräte, die in einer dokumentierten Zugangskontrolle und Zugangsüberwachung keinen Beitrag zur Unternehmenssicherheit, und damit zum Schutz der Arbeitsplätze, sehen. Zugangskontrollen und damit verbundene Dokumentationen werden von einzelnen Betriebsräten strikt abgelehnt, da sie hierin eine Kontrollmöglichkeit der Leistung der Mitarbeiter sehen.

Dem Org./DV-Leiter obliegt nunmehr die Aufgabe, der Geschäftsleitung klar darzustellen, daß die DV ihre wichtige Aufgabe im Unternehmen nur dann sicher erfüllen kann, wenn die Rahmenbedingungen für den DV-Betrieb erfüllt sind. Besonders auf den notwendigen Raum muß aufgrund des Bedarfs für Parallelinstallationen und zusätzlicher Geräteerweiterungen bestanden werden.

Weiterhin ist zumindest der verantwortliche Mitarbeiterkreis des DV-Bereichs in die Planung zu integrieren. Ebenso muß der Betriebsrat davon überzeugt werden, daß Sicherungsmaßnahmen im DV-Bereich nicht der Kontrolle der Mitarbeiter, sondern der Sicherheit des Unternehmens dienen.

Sicherheitsbelehrungen regelmäßig wiederholen

Regelmäßig wiederholte Sicherheitsbelehrungen der Mitarbeiter des DV-Bereichs sollten selbstverständlich sein. Nur wenn der einzelne DV-Mitarbeiter bereits vorhandene Anweisungen und Sicherheitseinrichtungen berücksichtigt, wird der Sicherheitsbedarf der DV auch extern anerkannt.

Nachdem der Umfang der Umbaumaßnahmen festgelegt ist, werden die Schritte im einzelnen für die Durchführung geplant. Diese Planung kann je nach Gewerk von der einfachen Anweisung bis zur detaillierten Leistungsbeschreibung und Ausschreibung gehen. In der nachfolgenden Aufstellung kann nicht dargestellt werden, was wie zur Durchführung geplant wird, da eine derartige Aufstellung nur projektbezogen dargestellt werden kann.

Für die einzelnen Planungsbereiche werden darum nur Anforderungen dargestellt, die allgemein gelten und häufig nicht Standard eines RZ sind.

Zur DV-Umgebungstechnik werden folgende Gewerke gezählt:.

- Brandbereiche,

- Doppelboden,

- abgehängte Decke,

- Beleuchtung,

- Wände, Türen und Fenster.

1. Brandbereiche:

Der DV-Bereich ist meist unterteilt in reinen Hardwareraum, Bedienerraum, Lagerraum und dem DV-Bereich zugehörige Büros. Hardware- und Bedienerraum müssen auf jeden Fall innerhalb des Gebäudes ein eigener Brandabschnitt sein. Dieser Brandabschnitt selbst kann je nach Gesamtgröße in einzelne Brandzonen unterteilt sein. Die Einrichtung dieses Brandabschnitts muß erstens geplant werden und ist zweitens bei der Planung der restlichen Gewerke stets zu beachten.

2. Doppelboden:

Aufbau und Anforderungen an den Doppelboden werden zunächst durch die eingesetzte Computer-Hardware bestimmt. Allerdings muß auch die Zukunftsentwicklung dieser Hardware berücksichtigt werden. So genügen zum Beispiel die meisten der heute eingesetzten DV-Doppelböden den Anforderungen bei der Installation einer IBM 3090 in bezug auf Tragfähigkeit und Ableitfähigkeit nicht.

3. Abgehängte Decke:

Je nach Art der Klimatisierung ist die abgehängte Decke geschlossen oder hinterlüftet. Das Deckenmaterial muß unbrennbar und soll gut schallabsorbierend sein.

4. Beleuchtung:

Bei der Beleuchtung muß darauf geachtet werden, daß der gesamte Raum, einschließlich des Wandbereichs, gut ausgeleuchtet ist. In Räumen mit Bildschirmarbeitsplätzen muß die DIN 6623 beachtet werden.

5. Wände, Türen und Fenster:

Die Wände, Decken, Rohboden, Türen und Fenster müssen die an sie gestellten Anforderungen bezüglich Brandschutz und Einbruchschutz erfüllen. Der Sonne ausgesetzte Fenster müssen über einen Sonnenschutz verfügen.

Von der DV-Versorgungstechnik hängt unmittelbar und direkt die Verfügbarkeit und Sicherheit der DV-Anlage ab. Aufgrund dieser starken Abhängigkeit heraus werden große Anforderungen an die technische Zuverlässigkeit der eingesetzten Bauteile, Geräte und Anlagen gestellt. Weitere Kriterien bei der Auswahl der eingesetzten Technik sind natürlich Wirtschaftlichkeit und Umwelteinflüsse. Die DV-Versorgungstechnik umfaßt folgende Gewerke:

- Klimatisierung,

- Kaltwasserversorgung bei Bedarf,

- Stromversorgung 50 Hertz,

- Stromversorgung 400 Hertz bei Bedarf,

- Überspannungsschutz.

1. Klimatisierung:

Eine moderne Klimaanlage ist mit mehreren Kältekreisläufen und/oder mehrmodulig aufgebaut. Bei einem Ausfall eines Kältekreislaufs oder eines Moduls muß eine entsprechende Reserveeinheit vorhanden sein. Besonders bei Klimaanlagen größerer Leistungen sind neben der Zuverlässigkeit und der Redundanz auch die Betriebskosten zu beachten. Die Frischluft für den DV-Raum muß gefiltert werden und sollte auf Fremdgase überwacht werden.

2. Kaltwasserversorgung für Rechner:

Für die Kaltwasserversorgung eines Rechners sollten ausschließlich für diesen Zweck konzipierte und bewährte Geräte eingesetzt werden. Es sollte stets ein Reservemodul vorhanden sein, welches beim Ausfall eines Versorgungsmoduls die Kaltwasserversorgung aufrecht erhält.

3. Stromversorgung 50 Hertz:

Die DV-Anlage muß über einen eigenen Transformator versorgt werden. Alle anderen Stromverbraucher, wie etwa Klimaanlagen oder Kaltwassergeräte, sind über einen anderen Niederspannungstrafo zu versorgen.

Die DV-Stromversorgung sollte durch den Einsatz einer unterbrechungsfreien Stromversorgung (USV) gesichert werden. Ab einer bestimmten DV-Anlagengröße muß die USV aus Sicherheitsgründen unbedingt vorhanden sein. Zur Überbrückung von längeren Stromausfällen läßt sich zusätzlich zur USV-Anlage eine Notstromversorgung einsetzen. Alle Versorgungsleitungen nach der Hauptverteilung sollten in abgeschirmter Ausführung verlegt werden.

4. Stromversorgung 400 Hertz:

Verschiedene Großrechner einiger Hersteller benötigen neben der 50-Hertz-Versorgung auch eine 400-Hertz-Versorgung. Diese Versorgung sollte ebenfalls unterbrechungsfrei vorhanden sein.

5. Überspannungsschutz:

Die Bauteile in den DV-Geräten sind sehr empfindlich gegen Überspannungen. Spannungsspitzen können ein Gerät komplett zerstören. Die Stromversorgung der DV-Anlage, der DV-Raum und die gesamte Netzwerkverkabelung ist darum mit dem jeweils relevanten Überspannungsschutz auszustatten.

In die Gruppe der Sicherheitstechnik gehören alle Geräte und Einbauten, welche der Sicherheit der DV und des DV-Bereichs dienen. Dies sind im einzelnen:

- Zutrittskontrollanlage,

- Einbruchmeldeanlage,

- Video-Überwachungsanlage,

- Brandmeldeanlage,

- Brandlöschanlage,

- Wassermeldeanlage,

- Zentrale Überwachungseinrichtung.

1. Zutrittskontrollanlage:

Mit der Zutrittskontrollanlage wird der Zutritt von unbefugten Personen in den DV-Bereich verhindert. Größere DV-Bereiche verfügen zusätzlich über eine Zonenaufteilung. Dem einzelnen Zutrittsberechtigten wird dann eine Zugangsberechtigung nur für bestimmte Zonen erteilt.

2. Einbruchmeldeanlage:

Selbst kleine DV-Anlagen sollten durch eine Einbruchmeldeanlage überwacht werden. Die Größe der Einbruchmeldeanlage wird hierbei durch die Gefahrenpunkte des DV-Bereichs bestimmt.

3. Video-Überwachungsanlage:

Mittels einer Video-Überwachungsanlage können Außenbereiche und Zugänge in den DV-Bereich wirksam überwacht werden.

4. Brandmeldeanlage und Brandlöschanlage:

Die finanziellen Auswirkungen eines Brandes sind um so geringer, je schneller ein Brand entdeckt wird und je schneller der Löschvorgang erfolgt. Eine Brandmeldeanlage nach VdS-Anforderungen sollte darum unbedingt in jedem DV-Raum installiert sein. Eine vorhandene Brandlöschanlage verringert nicht nur einen eintretenden Schaden, sondern auch die Versicherungsprämie der DV.

5. Wassermeldeanlage:

Wenn sich im DV-Raum wasserführende Rohre befinden, darin sollten diese mit einer Wassermeldeanlage auf Undichtheit hin überwacht werden.

6. Zentrale Überwachungseinrichtung:

Die DV-Anlage wird immer mehr von komplizierter Sicherheitstechnik und Versorgungstechnik umgeben. Selbst zu bedienerlosen Zeiten ist die DV-Anlage in Betrieb. Zusätzlich werden verstärkt bedienerlose DV-Räume eingerichtet. Ein Defekt der Versorgungstechnik oder eine Sicherheitsgefahr kann somit einen großen Schaden für das Unternehmen verursachen. Eine zentrale Überwachung der gesamten Versorgungs- und Sicherheitstechnik ist darum unbedingt notwendig. Auch sollte eine automatische Alarmierung und gegebenenfalls Weitermeldung bei einer Störung erfolgen.

Ganz wichtig: Netzwerktechnik

Ein wichtiger Punkt bei der Durchführungsplanung eines RZ-Umbaus ist das Netzwerk. Da niemand die enorme Wachstumsgeschwindigkeit des Online-Betriebs voraussah, bilden die Netzwerke im technischen Aufbau der Leitungen, in der Übersichtlichkeit und in der Dokumentation teilweise ein chaotisches Bild.

Das im RZ beginnende Netzwerk ist so umzugestalten, daß es übersichtlich wird. Eine genaue Dokumentation des Netzwerkes, des Kabelverlaufes im Werk und der Art und Menge der Kabel muß erstellt werden.

Nicht zum Netzwerk, aber zum gleichen Arbeitsbereich, gehört die Überprüfung und Neuverlegung der gesamten Bus/Tag-Kabel. In vielen Doppelböden liegen ungenutzte Kabel, die bei Uminstallationen nicht entfernt wurden.

Noch weniger als die Durchführungsplanung kann der eigentliche Umbau nach einem Schema ablaufen. Wichtigstes Gebot bei dem gesamten Umbau ist die möglichst geringe Störung des laufenden DV-Betriebs. Alle Arbeiten, die Staub oder Erschütterungen verursachen, müssen auf Zeiten verlegt werden, in denen der DV-Betrieb eingestellt werden kann. Ein großer Anteil Koordinationsarbeit mit und zwischen den einzelnen Auftragnehmern des RZ-Umbaus ist hierbei zu erbringen, damit die Abschaltzeiten so gering wie, möglich ausfallen.

Wichtig ist hierbei auch, daß die Auftragnehmer vor der Auftragsvergabe über die besonderen Arbeitsbedingungen innerhalb eines DV-Bereichs belehrt und auf diese verpflichtet werden. Der mit der Leitung der Umbauarbeiten beauftragte Mitarbeiter oder Berater muß die Hardware-Anforderungen sowie den DV-Betrieb und die damit verbundenen Sicherheitsanforderungen umfassend kennen. Nur dann ist er in der Lage, den Umbau so zu leiten, daß er ohne Schaden für das Unternehmen abläuft.

Fazit:

Der Umbau eines heute oft anzutreffenden RZ mit veralteter DV-Versorgungstechnik, kaum vorhandener Sicherheitstechnik und einem unübersichtlichen Netzwerk in ein leistungsfähiges RZ ist sicherlich nicht leicht. Den Umbau aber wegen der angenommenen Schwierigkeiten zu unterlassen, kann langfristig sehr gefährlich für das Unternehmen werden. Auf jeden Fall verteuert sich der Umbau überproportional, je länger er verschoben wird.

Ein Umbau kann meist ohne zu große Beeinträchtigung des laufenden DV-Betriebs erfolgen. Allerdings muß er fachkundig mit allen Beteiligten vorgeplant und richtig koordiniert durchgeführt werden.