Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

10.09.1999 - 

Interview

"Richtungswechsel bei Alpha nicht geplant"

CW: Warum hat Compaq Windows NT auf der Alpha-Plattform aufgegeben?

DANCY: Es gab mehrere Faktoren, die bei der Entscheidung von Bedeutung waren. Wir sehen keine großen Marktchancen für eine Kombination von NT und Alpha. Während der letzten fünf oder sechs Jahre hat sich die 32-Bit-Intel-Architektur erheblich weiterentwickelt. Das zeigt sich etwa an unseren "Proliant"-Servern. In 32-Bit-Umgebungen besitzen Alpha-Plattformen keine wirklichen Vorteile gegenüber Intel-Systemen. Ein weiterer Aspekt ist natürlich, daß unsere Partner und Kunden von uns verlangt haben, unsere Plattformstrategie übersichtlicher zu gestalten.

CW: Welche Maßnahmen folgen von Ihrer Seite, um den von dieser Entscheidung betroffenen Kunden zu helfen?

DANCY: Es wird eine Reihe von Migrationsprogrammen geben. Abhängig vom verwendeten System haben Kunden die Möglichkeit, verschiedene Betriebssysteme auf derselben Plattform einzusetzen oder unsere Angebote zu nutzen, um ihr laufendes System durch einen Proliant-Server oder eine Intel-basierende Workstation zu ersetzen. Außerdem bietet Compaq Support bis zum NT Service Pack 6 an und damit die Möglichkeit, die laufenden Systeme weiter zu verwenden.

CW: Wie sehen die Migrationsprogramme und die angesprochenen Optionen im Detail aus?

DANCY: Falls ein Kunde einen Alpha-Server unter NT betreibt, bieten wir ihm eine kostenlose Lizenz für "Tru 64 Unix", "Open VMS" oder auch für Linux an, wenn dessen Einsatz auf einem Alpha-Server sinnvoll erscheint. Außerdem besteht die Möglichkeit, Geräte in Zahlung zu geben. Dafür existieren verschiedene Rabatte, die davon abhängen, wie lange ein Kunde mit dem System gearbeitet hat. In diesem Zusammenhang sind mehrere Szenarien denkbar. In einigen Fällen ist auch ein kostenloser Austausch der Geräte möglich.

CW: Wie gut sind Ihre Kunden über diese Pläne informiert?

DANCY: Die Kommunikation läuft über spezielle Büros in unseren regionalen Stellen. Das Verkaufspersonal wird über Videokonferenzen auf den nötigen Informationsstand gebracht. Zusätzlich existiert ein Kundenbrief, den die Verkaufsabteilungen an ihre Kunden richten können.

CW: Warum gibt es dann von Compaq noch keine öffentliche Verlautbarung zum Thema NT auf Alpha-Rechnern?

DANCY: Gewisse Informationen sind durch inoffizielle Kanäle nach außen gesickert, noch bevor wir eine Ankündigung vorbereitet hatten. So etwas passiert einfach, und wir müssen damit umgehen.

CW: Viele Kunden machen sich weiter ihre Gedanken um die Zukunft der Alpha-Systeme, obwohl Compaq zugesagt hat, weiter hinter der Plattform zu stehen.

DANCY: Ich kann sagen, daß es bei Compaq weiterhin eine starke Unterstützung für die gesamte Alpha-Server-Reihe geben wird. Da ich für das Marketing verantwortlich bin, kann ich Ihnen versichern, daß der nötige Rückhalt im Unternehmen für eine Fortführung vorhanden ist. Durch die vor kurzem angelaufenen Umstrukturierungen entstand die Abteilung für geschäftskritische Server mit Open VMS, Tru 64 und Himalaya. Diese bietet mit einem schlagkräftigen Management-Team einen starken Anlaufpunkt für unsere Kunden.

CW: Was bedeutet das für die Zukunft?

Dancy: Es war in der Vergangenheit nötig, einige harte Entscheidungen zu treffen, es existieren jedoch keine Pläne für einen Richtungswechsel bei der Alpha-Plattform. Wir bekennen uns hundertprozentig zu einer Fortführung der Alpha-Reihe. Die Investitionen für Tru-64-Unix, Open VMS und Linux auf Alpha-Systemen werden sogar steigen.

CW: Wie gut kommt Linux auf Alpha-Rechnern an?

DANCY: Linux ist die Chance für den Massenmarkt bei Alpha-Rechnern. Wir sehen ein großes Interesse auf der Kundenseite. Das mindert in keinster Weise unser Bekenntnis zu Tru-64-Unix. Linux kann als Ergänzung für das untere Leistungsspektrum und den Massenmarkt eingestuft werden._TX:Unsere Strategie in dieser Frage kann man so beschreiben: Wir brauchen systemübergreifende Werkzeuge und eine Middleware zwischen Linux und Tru-64-Unix, damit wir Kunden bei steigendem Leistungsbedarf die Möglichkeit bieten können, von Linux auf das sehr leistungsstarke Tru-64-Unix umzusteigen.