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05.09.2006

Ricke leitet den Umbau der Telekom

Der Chef sitzt fest im Sattel. T-Com-Boss Walter Raizner verliert Kompetenzen.

Im Vorfeld der Aufsichtsratssitzung vom vergangenen Wochenende hatten einige Aktionärsvertreter Kai-Uwe Ricke ins Gebet genommen. Insbesondere eine Gewinnwarnung im August 2006 hatte die Anteilseigner ergrimmt, in der die Deutsche Telekom ihr geplantes Jahres-Ebitda um eine Milliarde Euro reduzierte. Für das Gesamtjahr erwartet die Telekom nun ein operatives Ergebnis von bis zu 19,7 Milliarden Euro und einen Umsatz von 62,1 Milliarden Euro.

Tatsächlich war eine Ablösung des Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Telekom auf der zweitägigen Aufsichtsratssitzung aber wohl kein Thema gewesen. Vielmehr übertrug das Kontrollgremium des Unternehmens dem Firmenchef auf dessen Wunsch hin zusätzliche Aufgaben.

Zudem gab es weitere Entscheidungen: Mit einem Sieben-Punkte-Plan erhofft sich Ricke eine Kurskorrektur für das noch zu 32,5 Prozent dem Bund gehörende Unternehmen. Unter anderem werden als Reaktion auf den scharfen Wettbewerb künftig wichtige Schlüsselfunktionen zentral geführt. Der Marktauftritt in Deutschland soll stärker koordiniert, die Kosten sollen den veränderten Marktbedingungen angepasst werden. Bis zum Jahr 2010 seien Einsparungen in Milliardenhöhe geplant, sagte ein Konzernsprecher. Dies rief die Gewerkschaft Verdi auf den Plan, die weitere Entlassungen über die früher schon bekannt gegebenen 32 000 hinaus befürchtet.

Spitze in Europa

Ziel sei es, Europas ertragsreichster Telekom-Konzern zu werden. Dies gelte sowohl für den Überschuss als auch für das operative Ergebnis. Angesichts der starken Stellung des spanischen Telco-Anbieters Telefónica, der in Europa einen großen Vorsprung vor dem deutschen Unternehmen besitzt, ist das ein ehrgeiziges Vorhaben.

Rickes Einflussbereich weitet sich künftig aus: Neben dem Marken-Management wird er sowohl Werbebudget und -planung als auch die Mediakoordination verantworten. T-Systems-Chef Lothar Pauly ist künftig weltweit für die Bereiche Netztechnik, IT und Einkauf zuständig, T-Mobile-Chef René Obermann deutschlandweit für den stationären Vertrieb.

Raizner, der seit November 2004 für den Vorstandsbereich Breitband/Festnetz die Verantwortung trägt, dürfte der Verlierer des vergangenen Wochenendes sein. Entscheidende Schlüsselfunktionen würden ab sofort zentral vom Konzernvorstand geführt, hatte Ricke gesagt. Raizner büßt die Zuständigkeit für den Vertrieb und die Netzinfrastruktur ein, er besitzt zudem keine konzernübergreifenden Verantwortungen mehr. Das dürfte eine Reaktion Rickes auf die Tatsache sein, dass die T-Com seit Jahresbeginn mehr als eine Million Festnetzkunden verloren hat.

Die Telekom präsentierte in Berlin auf der IFA zudem neue Produkte und Tarife, mit denen der Kundenrückgang im Festnetzgeschäft gestoppt werden soll. Die Bündelangebote um- fassen Preisnachlässe von bis zu 30 Prozent. Das neue Tarifmodell ist laut Ricke in den Planzahlen für 2006 bereits mit eingerechnet. (jm/tc)