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27.03.1992 - 

1991 rund sieben Milliarden Mark Gewinn

Ricke sieht die Privatisierung der Telekom als zwingend an

HANNOVER (CW/swd) - Mehr Gestaltungsfreiheit bei unternehmenspolitischen Entscheidungen forderte Telekom-Chef Helmut Ricke am Rande der CeBIT '92. Bei nach wie vor guter Ertragslage will sein Unternehmen Tarifanpassungen im Telefondienst und bei Mietleitungen vornehmen. Ohne Privatisierung und Eigenkapitalerhöhung sieht der Telekom-Verantwortliche auf Dauer jedoch keine Möglichkeit, den Anforderungen im internationalen Wettbewerb gerecht zu werden.

Die Telekom will versuchen, "im Telefondienst billiger zu werden und zu ausgewogeneren Tarifen zu kommen", erklärte Ricke in Hannover. Gleichzeitig mahnte er für das "drittgrößte Telecom-Unternehmen der Welt" eine Änderung zu privatwirtschaftlichen Strukturen an. Die Gesellschaft, die 1992 rund 50 Milliarden Mark Umsatz anstrebt, brauche größeren unternehmerischen Handlungsspielraum.

1991 stieg der Telekom-Umsatz nach vorläufigen Zahlen in den alten Bundesländern um 6,4 Prozent auf 43,2 Milliarden Mark, in den neuen Bundesländern habe sich aber nur ein Umsatz von 2,9 Milliarden Mark realisieren lassen. Dennoch liege das Unternehmen mit 7,2 Milliarden Mark Gewinn im Planungssoll. Die Erträge würden jedoch durch die Abgabe an den Bundeshaushalt und die Quersubventionierung von Postdienst und Postbank vollständig aufgebraucht.

Der Telekom-Vorstandsvorsitzende plädierte erneut für eine Neudefinition der Postaufgaben im Grundgesetz. Ohne eine Erhöhung des Eigenkapitals sei die Telekom in absehbarer Zeit nicht mehr in der Lage, ihre unternehmerischen Belange in vollem Umfang wahrzunehmen. Die derzeitige Situation führe zu verfassungsrechtlichen Bedenken gegen die Absicht der Telekom, Kommunikationsnetze im Ausland zu kaufen und zu betreiben. Die Rechtsunsicherheit betreffe in erster Linie Kunden und Partnerunternehmen in Osteuropa.

Bestätigt wurde vom Telekom-Vorstand ein Stufenplan für eine Reform der Tarifstruktur für Mietleitungen. Bis zum 1. Januar 1993 soll demnach das Tarifniveau aller Mietleitungsangebote um durchschnittlich 15 Prozent gesenkt werden. Eine weitere Reduzierung ist zum 1. Januar 1994 geplant.