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Brüsseler Kommission will kein "Stückwerk" fördern


10.03.1989 - 

Riesenhuber drängt auf EG-Support für Jessi

BRÜSSEL (vwd) - Die EG-Kommission ist grundsätzlich zu einem Engagement zugunsten des Mikrochip-Programms Jessi bereit, sie vermißt aber bisher ein klares Konzept der daran beteiligten Unternehmen. Das verlautete als informelle Reaktion auf die Kritik von Bundesforschungsminister Heinz Riesenhuber, wonach die Kommission ihre Entscheidung über eine eventuelle Mitarbeit verzögere.

In Kommissionskreisen hieß es dazu, eine finanzielle Unterstützung durch Brüssel komme nur dann in Frage, wenn absehbar sei, daß Jessi (Joint European Submicron Silicon Initiative) "kein Stückwerk ist". Die bisher an Jessi beteiligten Unternehmen, vor allem die Initiatoren Siemens und Philips, müßten gewährleisten, daß dem Großvorhaben eine "strategische und globale Zielsetzung" zugrunde liege. Das in Bonn vorgelegte "Grünbuch" der Jessi-Planungsgruppe sei der Kommission noch nicht bekannt. Die Kommission habe im übrigen bereits im vergangenen Jahr das Vorhaben als solches grundsätzlich begrüßt. In EG-Industriekreisen wurde in diesem Zusammenhang die Ansicht vertreten, daß die Hersteller von Mikrochips ein weitergehendes Jessi-Engagement davon abhängig machten, daß die Initiative durch eine grenzüberschreitende staatliche Finanzierung gefördert werde.

Dabei wurde darauf hingewiesen, daß zumindest während der ersten zwei bis drei Jahre der Großteil der "Kosten und Risiken" von den Halbleiter-Herstellern getragen werden müsse. Erst in einer späteren Phase werde der Finanzierungsanteil der Benutzerindustrien (wie Unterhaltungselektronik oder Computerbranche) entsprechend wachsen. Die Kommission drängt nach diesen Einschätzungen auf eine möglichst breit gefächelte Palette von Projektträgern. Eine Einbindung der Jessi-Arbeiten in das Forschungsprogramm Esprit (Informationstechnologie), das ein Mikroelektronik-Kapitel enthält, werde von Kommissionsexperten vorbehaltlich dieser Maßgabe bereits geprüft.

Nach den bisherigen Planungen wird das zunächst bis 199 6 befristete Jessi-Projekt Aufwendungen von rund acht Milliarden Mark erforderlich machen. Die Bundesregierung hat bereits die Bereitschaft zur Übernahme von etwa einer Milliarde Mark signalisiert. Mit öffentlichen Unterstützungen wird auch in anderen europäischen Ländern, wie den Niederlanden und Frankreich, gerechnet. Ziel des Jessi-Programms ist die Entwicklung von Halbleitern des Typs DRAM mit einer Speicherkapazität von 64 Megabit. Dies erfordert den Einstieg in die Sub-Mikron-Technologie mit Halbleiter-Verbindungsstrukturen von 0,3 Mikron.