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06.06.1997 - 

DV-Leasing/Problem 2000 und Euro verursachen ungeplante Mehrausgaben

Riesige Umstellungskosten kommen auf die DV-Budgets zu

In den nächsten zwei bis drei Jahren kommen auf die Unternehmen erhebliche Investitionen in Hinblick auf Software-Anpassungen oder Neuanschaffungen von Hard- und insbesondere Software zu. Häufig handelt es sich dabei um ungeplante Mehrausgaben.

So jedenfalls stellt sich die Situation dar, wenn man die Ergebnisse einer aktuellen Erhebung des Deutschen Industrie- und Handelstages (DIHT) zum Thema Euro betrachtet. Demzufolge halten sich rund 80 Prozent der deutschen Unternehmen mit den Vorbereitungen auf die Europäische Währungsunion (EWU) noch zurück. Hierbei stehen technisch-organisatorische Maßnahmen im Mittelpunkt. Offenbar sehen die Unternehmen erst dann konkreten Handlungsbedarf, wenn der Teilnehmerkreis und der Starttermin tatsächlich feststehen. Und das, obwohl zwei Drittel der Befragten die Einführung des Euro zum 1. Januar 1999 in Deutschland für wahrscheinlich halten.

Der DIHT rät allen Betroffenen, schon jetzt zu handeln. Softwareberater und -lieferanten sowie Unternehmen seien hier gleichermaßen gefordert. Erstere müssen sich auf den voraussichtlichen Bedarf rechtzeitig einstellen können, um möglichst alle Kundenbedürfnisse zufriedenstellen zu können; letztere haben Kapazitätsengpässe und Lieferfristen in ihre Planungen mit einzukalkulieren. Die Währungsunion kommt zugegebenermaßen weder morgen noch übermorgen. Aber sie kommt. Das gilt natürlich auch für den Datumswechel zur Jahrtausendwende. Es nützt also nichts, die anstehenden Probleme zu verdrängen und die Lösung auf den entscheidenden Tag X zu verschieben. Die Investitionen - in neue Software oder in die Anpassung bestehender Software - sind dennoch unumgänglich. Den DV-Verantwortlichen bleibt dann nur wenig Zeit für den Umstellungsprozeß. Vor allem aber lassen sie die Chance ungenutzt, die sowieso notwendigen Veränderungen vorzunehmen und ihre DV neu auszurichten.

Euro und Jahrtausendwechsel sind also nicht nur eine Belastung. Im Gegenteil. Gerade für viele mittelständische Unternehmen bieten sie den willkommenen Anlaß, ihre proprietäre MDT-Anlage und Software durch eine offene Plattformlösung zu ersetzen. Andere werden in dieser Situation ihre selbst entwickelte Software gegen eine mehrwährungsfähige Standardsoftware austauschen, die es inzwischen für viele betriebliche Anwendungsbereiche auf dem Markt gibt.

Durch modularen Aufbau und wählbare Alternativen hinsichtlich Bearbeitungslogik und Benutzeroberfläche lassen sich diese Systeme inzwischen weitgehend an die individuellen Bedürfnisse eines Unternehmens anpassen.

Ob allerdings jedes Unternehmen ein mehrwährungsfähiges System braucht, sei dahingestellt. Eine sorgfältige Prüfung ist in jedem Fall ratsam. Denn auch in der dreijährigen Phase der Doppelwährung von 1999 bis 2002 müssen das operative Geschäft ge- sichert und Infor- mationen verfügbar sein. Ob Doppelwährungsphase oder Währungsumstellung zum Stichtag - die Meinungen von Kunden, Lieferanten und nicht zuletzt vom Finanzierungspartner sollten unbedingt eingeholt werden. Auch die Frage, wann die Umstellung geplant ist beziehungsweise eingeplant werden sollte, ist entscheidend. Banken und Sparkassen wollen schon mit Beginn der EWU beide Währungen für die Geschäftsabwicklung anbieten.

Keine unmittelbare Ertragsverbesserung

Euro und Datumswechsel machen zusätzliche DV-Investitionen notwendig. Gleichwohl können die meisten Unternehmen nicht damit rechnen, daß die Jahr 2000- und Euro-bezogenen Investitionen zu einer unmittelbaren Verbesserung des Ertrags führen. In dieser Situation bietet die Finanzdienstleistungsbranche, und hier insbesondere das Produktleasing, Unterstützung beim zusätzlichen Investitionsbedarf.

"Software ist deutschen Banken kein Risiko wert" - unter dieser Überschrift stellte die COMPUTERWOCHE vom 1. September 1995 die Haltung der Banken dar. Software wird aufgrund der vielfach fehlenden Markt- und Objektkenntnisse der Kreditinstitute nicht als Sicherheit akzeptiert.

Die Finanzierung der Software-Investitionen ist daher für Banken meist eine sogenannte Blanko- finanzierung, die voll zu Lasten der Kreditlinie geht. Bis vor ei- nigen Jahren konnten DV-Leiter lediglich Hardware-Investitio- nen leasen. Inzwischen hat sich Leasing auch für Software etabliert.

Vor allem die Novellierung des Urheberrechtsgesetzes von 1993 trug dazu bei. Sie führte zu einer höheren Rechtssicherheit hinsichtlich der Verwertungsmöglichkeiten von Software und erleichterte damit die Beurteilung ihrer Werthaltigkeit. Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund ist Software vielen Leasinganbietern durchaus ein Risiko wert. Das erforderte allerdings, daß die Leasingbranche auch zu den Softwareprodukten Markt- und Objektkenntnisse aufbaute.

Die Kosten für die Einführung der Systeme, insbesondere die erforderlichen organisatorischen Anpassungen, das Projekt-Controlling, die Schulung der Mitarbeiter, die interne Organisationsberatung und das Customizing übersteigen oft um ein Vielfaches den Betrag, den die Lizenzgebühren ausmachen. Hinzu kommt, daß diese unterschiedlichen Leistungen häufig nicht ein einziger Lieferant erbringen kann, sondern mehrere mit einbezogen sind. Die Folge: Das Projekt läßt sich nur in Teilen umsetzen, selbst wenn es ganze Anwendungsbereiche eines Unternehmens betrifft.

Leasingunternehmen verfügen neuerdings über Produkte, deren Kosten - sofern sie in Zusammenhang mit der Einführung der Softwaresysteme stehen - weitgehend in einen Leasingvertrag integrierbar sind.

So erhält der Kunde eine Leasinglösung für seine gesamte In- vestition - "eine echte 100pro- zentige Finanzierung". Einzige Ausnahme: seine eigenen Personalkosten. Diese auch im Hinblick auf handels-, zivil- und steuerrechtliche Rahmenbedingungen realisierbare Lösung wird in einem Beschaffungsrahmenvertrag mit dem Leasingnehmer geregelt. Damit kann der Investor seine Investition über die ganze Laufzeit des Leasingvertrags verteilen.

Höhere Ausgaben lassen sich entzerren

Die Datumsumstellung wird zu keiner Ertragsverbesserung in Unternehmen führen, und auch beim Euro tritt diese erst später ein. Dadurch entstehende höhere Ausgaben lassen sich entzerren. Einerseits wird die Belastungsspitze gekappt, da sich die Investitionskosten auf den Leasingzeitraum verteilen. Andererseits werden so die Ausgaben, die aus der Investition in den Euro resultieren, und spätere Einnahmen (durch Erleichterungen im Zahlungsverkehr, Erschließung neuer Absatz- und Beschaffungsmärkte) synchronisiert: "Pay-as-you-earn-Effekt".

Durch die Möglichkeit, die Höhe der Leasingraten in verschiedenen Zeitabschnitten des Vertrags individuell zu vereinbaren sowie aufgrund vertraglich definierter Kündigungs-, Verlängerungs- und Kaufoptionen sind Leasingverträge flexibel gestaltbar, entsprechend den sachlichen und wirtschaftlichen Anforderungen des Leasingnehmers. Und ein weiterer positiver Effekt: Die Kosten des gesamten Projekts sind transparent. Sie fallen regelmäßig in Form einer einzigen Leasingrate an und verteilen sich nicht auf unterschiedliche Finanzierungs- und Verrechnungsformen oder Abschreibungszeiträume.

Auch Softwarelieferanten bieten Leasing an

Auf der Anbieterseite ist Leasing heute ein wesentlicher Bestandteil der absatzfördernden Instrumente. So läßt sich der Anschaffungspreis für den Kunden einfach kalkulierbar in Leasingraten darstellen. Für den Lieferanten ist außerdem von Vorteil, daß er den Gesamtkaufpreis erhält, der ihm sonst nach und nach über die monatlichen Softwarelizenzeinnahmen seines Kunden zufließt. Aus diesem Grund arbeiten inzwischen viele Software-Anbieter mit einem Leasingunternehmen zusammen.

Angeklickt

Kunden, Softwarehäuser und Finanzinstitute haben derzeit ein gemeinsames Problem. Die durch Euro- und Datumsumstellung entstehenden Sonderbelastungen reißen Löcher in die DV-Budgets der Unternehmen. Spezielle Leasingverträge können für alle Beteiligten zur Problemlösung beitragen. In einer solchen Kooperation gehört es auch zum Aufgabenspektrum einer Leasinggesellschaft, die Bonität zu prüfen, das Leasing-Know-how beim Partner aufzubauen oder zu verbessern und die monatlichen Leasingraten einzuziehen. Nicht zuletzt sind hier die Ausfallrisiken noch offener Forderungen zu nennen, die der Leasinggeber trägt. Der gemeinsame Kunde profitiert bei diesem Zusammenspiel von Softwarelieferant und Leasinggesellschaft - vor allem durch schnelle Bearbeitungsrhythmen und das Handling.

*Hans-Peter Metz ist Leiter Marketing der Deutschen Leasing AG in Bad Homburg vor der Höhe.