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05.02.1982 - 

In der Industrieroboter-Branche geht's weltweit - wenigstens bis 1990 - stetig aufwärts:

Robbys vermehren sich um 700 Prozent

MÜNCHEN (VWD) - Herstellern von lndustrierobotern geht es seit Jahren gut: Kaum ein anderer Bereich des Maschinenbaus, so konstatiert die Bayerische Hypotheken- und Wechsel-Bank AG (Hypobank), München, erlebt einen derart kontinuierlichen Aufwärtstrend wie die Montage-Handhabungs-Industrieroboter-Technik.

Sowohl beim Auftragseingang als auch beim Umsatz habe dieser Wirtschaftszweig in der Bundesrepublik eine jährliche Steigerung von mehr als 30 Prozent zu verzeichnen. In der Branche ist nach Ansicht der Hypobank bis Mitte des Jahrzehnts mit einer Verdreifachung des Umsatzes zu rechnen. Die gut 75 Herstellerbetriebe dieses Industriezweiges haben 1980 mit etwa 11 000 Mitarbeitern einen Umsatz von 1,3 bis 1,5 Milliarden Mark erzielt.

1981 dürften die Ergebnisse nach Schätzungen der seit Oktober letzten Jahres innerhalb des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e. V. (VDMA) etablierten Fachgemeinschaft Montage-Handhabung-Industrieroboter (zur Zeit 47 Mitglieder) noch darüber gelegen haben.

Im Jahre 1990 werden in der Bundesrepublik rund 10 000 Industrieroboter im Einsatz sein gegenüber derzeit 1300 Stück, prognostizierte ein BBC-Sprecher im Rahmen eines in Baden-Baden abgehaltenen Energieseminars unter Berufung auf internationale Untersuchungen. Die Hypobank geht ihrerseits davon aus, daß Anwendungsschwerpunkte die Bereiche Montage, Elektroindustrie, Werkzeugmaschinen-, Schweiß- und Oberflächentechnik sein dürften.

Im Hinblick auf die wegen der sehr hohen Rationalisierungseffekte des Robotereinsatzes in Deutschland stattfindenden gesellschafts- und sozialpolitischen Diskussionen habe die Hypobank vor einer verstärkten negativen Einschätzung der Robotertechnologie gewarnt. Dann, so heißt es, bestehe die Gefahr, daß die deutsche Industrie ihren bisherigen guten Ruf, das Know-how sowie ihre starke Stellung im Exportgeschäft verlieren könnte.

Ebenfalls zuversichtlich gehen nach einer Analyse der Münchner Banker die international führenden Roboterhersteller in die Zukunft: In Japan, in den USA und in Schweden prognostiziere man eine jährliche Wachstumsrate zwischen 20 und 35 Prozent.

Der Verband der japanischen Roboterhersteller (JIRA) rechnet in diesem Jahrzehnt mit einer Expansion von 20 bis 25 Prozent pro Jahr. Besonders kräftig, nämlich 30 bis 35 Prozent, soll das Wachstum in diesem immer mehr an Bedeutung gewinnenden Industriezweig bis 1985 ausfallen. Dies wird nach JIRA-Angaben nicht ohne Auswirkungen auf die Exportsituation bleiben: Wurden von dem weltweit größten Roboterhersteller bisher rund vier Prozent der Produktion ausgeführt, soll der Exportanteil bis zum Jahre 1985 auf 20 Prozent zunehmen. Stimulierend auf das Exportgeschäft, so glaubt der Verband, dürfte sich die lebhaftere Nachfrage aus Westeuropa, den USA und den Ostblockstaaten auswirken.

In der US-Roboterbranche, deren Umsatz bis 1990 auf 1,5 Milliarden Dollar (1980: 65 Millionen Dollar) ansteigen soll, ist nach Darstellung der Hypobank trotz verhaltener Konjunkturentwicklung ein sprunghafter Anstieg der Investitionen in Industrieroboter zu beobachten. Primär werden diese "stummen Mitarbeiter" in der lohnintensivsten Auto-, Flugzeug- und Schwerindustrie eingesetzt. Nach Meinung amerikanischer Fachleute sei bei computergesteuerten Robotern mit einer jährlichen Absatzsteigerung von 35 Prozent zu rechnen, und die Zahl der Roboter soll bis 1985 auf 8000 (zur Zeit über 2000) ansteigen.

In Schweden schließlich, das nicht nur weltweit drittgrößter Hersteller, sondern auch größter Anwender ist, soll der Robotermarkt in den nächsten Jahren zwischen 20 und 25 Prozent expandieren. Anlaß zu dieser optimistischen Zukunftsprognose waren unter anderem die überaus regen Auftragseingänge des schwedischen Asea-Konzerns. Allein in den USA hält dieser international relevante Roboterproduzent einen Marktanteil von 15 Prozent. Schwedische Roboter werden in rund 20 Länder exportiert.