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01.08.1997 - 

Phillip White zieht sich in den Aufsichtsrat zurück

Robert Finocchio muß Informix durch rauhe See steuern

Für Finocchio bedeutet das einen Schritt vorwärts, denn bei der 3Com Corp. hatte er nach der Fusion mit U.S. Robotics nur noch als Berater fungiert. Allerdings tritt der 46jährige Vertriebs- und Marketing-Experte ein schweres Erbe an. Informix hatte das erste Quartal dieses Geschäftsjahres (30. März 1997) mit einem Umsatz von nur 134 Millionen Dollar beendet. Das bedeutete einen Rückgang von 35 Prozent gegenüber dem ersten Viertel des Vorjahres, der zu einem Verlust von nahezu 164 Millionen Dollar führte. Die Bilanz des zweiten Quartals war zum Redaktionsschluß noch nicht veröffentlicht. Doch Whites Rücktritt signalisierte, daß sie unter dem Strich ebenfalls leuchtend rot sein würde.

Als Ursache für den Einbruch machten die Analysten eine Fehleinschätzung des Datenbankmarktes aus: Informix habe sein objektrelationales Datenbanksystem "Universal Server" in den Mittelpunkt des Marketings und der Vertriebsstrategie gestellt, doch die meisten Kunden seien noch nicht willens, auf die neue Technik umzusteigen. Wie eine Unternehmenssprecherin erläuterte, wird der Informix-Vertrieb das neue Produkt künftig nur noch bei Kunden ins Spiel bringen, die dessen objektorientierte Möglichkeiten benötigen. Im Data-Warehouse-Bereich hingegen soll er weiterhin das relationale "Informix Online" anbieten.

Finocchio nannte als eine seiner dringlichsten Aufgaben die "Einrichtung von Kontrollmechanismen aller grundsätzlichen Geschäftsfunktionen" - eigentlich eine Selbstverständlichkeit bei einem Unternehmen dieser Größenordnung. Nach Einschätzung von Bernd Langer, dem Vorsitzenden des Informix Anwender Clubs e.V., München, hätte Informix die drohende finanzielle Schieflage früher erkennen müssen. Offenbar sei White eher ein Mann für den Aufbau als für den Erhalt eines Unternehmens, sein Rückzug in den Hintergrund also konsequent.

Eigenen Angaben zufolge wird Informix unter Finocchios Ägide ein Vertriebssteuerungs-System einrichten, um verläßlichere Forecasts und ein besser nachvollziehbares Buchungs- und Bestellwesen zu implementieren. Zudem soll so bald wie möglich die Position des Chief Financial Officer besetzt werden, die vakant ist, seit Alan Henricks am 1. Mai dieses Jahres das Handtuch warf.

Das Unternehmen verlassen hat auch Klaus Blaschke, Vice-President für Zentral- und Osteuropa. Seine Position ist ebenfalls noch nicht neu besetzt.

Zurückgewiesen

Schwere Vorwürfe gegen die Informix-Manager Phil White und Michael Stonebraker: Einige Informix-Aktionäre haben Prozesse gegen den damaligen CEO und den Cheftechnologen des Software-Unternehmens angestrengt. Sie vermuten Insider-Geschäfte, da beide Anfang dieses Jahres Teile ihrer Aktienpakete verkauft haben. Laut Informix entbehren diese Anschuldigungen jeder Grundlage, zumal solche Gerichtsverfahren im Silicon Valley an der Tagesordnung seien. Die Aktienaufsichtsbehörde habe keinen Grund zur Beanstandung gefunden.