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17.01.1992 - 

Die Unix System Laboratories im Umbruch

Roel Pieper teilt jetzt die USL in neun Profitcenter auf

MÜNCHEN (CW) - Neue Besen kehren gut. Roel Pieper, seit November 1991 President der Unix System Laboratories Inc. (USL), ist offensichtlich dabei, das AT&T-Tochterunternehmen gänzlich umzukrempeln. Die "neue USL", wie er sie nennt, soll von einer Forschungseinrichtung zu einem rundum kommerziellen Unternehmen, bestehend aus neun verschiedenen Profitcentern, werden.

Mit dieser Restrukturierung hat Pieper nun konkrete Schritte eingeleitet, um seine Absicht wahrzumachen, die USL bis Ende 1993 zu einem florierenden Wirtschaftsunternehmen mit weltweiten Vertriebskanälen auszubauen. Dann will das Unternehmen an die Börse gehen. Im vergangenen Jahr hat die USL 1,2 Millionen Unix-Lizenzen verkauft, 35 Prozent mehr als im vergangenen Jahr.

Erste Schritte in Richtung Kommerzialisierung waren der Verkauf von USL-Anteilen an Unternehmen der DV-Branche, die Beteiligung an dem Microkernel-Spezialisten Chorus Systémes und Univel, das vor allem für den Unix-Vertrieb gegründete Joint-venture mit Novell. Pieper hat sich für die Umstrukturierung freie Hand geschaffen. Zur Zeit verhandelt er mit der Open Software Fondation (OSF) über mittelfristige Kooperationsmöglichkeiten Angriffe von dieser Seite sind daher derzeit kaum zu befürchten. Regisseur der Umgestaltung ist jedoch nicht Pieper, sondern Michael J. DeFazio, Executive Vice-President der USL..

FuE und Marketing als zentrale Dienste

Insgesamt sind neun Geschäftsbereiche geschaffen worden, die als Profitcenter für die Entwicklung und den wirtschaftlichen ErfoIg ihrer Produkte selbst verantwortlich sein sollen. Marketing sowie Forschung und Entwicklung werden allerdings von zwei Extra-Abteilungen als zentrale Dienste angeboten. Für den internationalen Vertrieb sind jetzt der US-Vice-President für den Verkauf, Joel Moss, Europa-Chef Bob Mitze und sein Kollege für den pazifischen Raum, James Clark, zuständig.

Die europäische Vertriebsmannschaft wird wie bisher von London aus operieren. Insgesamt soll sich der Aufbau der neuen Organisation, wie Gillian Mogg, Marketing Communications Managerin der Londoner USL-Niederlassung, versichert, für die europäischen Kunden nicht negativ auswirken.

Betroffen von der Umstrukturierung sind vor allem die Geschäftsbereiche in den USA. So ist die Abteilung der Unix-Entwicklermannschaft in drei Bereiche aufgesparten worden: Die Core-Operating-System-Einheit ist für das Erstellen von Unix-Betriebssystem-Technologie zuständig. Die beiden anderen Profitcenter sollen sich zum einen um Systemsoftware für Desktop-Rechner und Server kümmern und andererseits um High-end- oder Echtzeit-Unix für Mainframes und Parallelrechner sowie um die Microkernel-Technik. Durch eigene Geschäftsbereiche werden künftig die Anbieter des USL-Online-Transaktions-Systems Tuxedo sowie die Käufer offener Netze nach dein OSI-Standard betreut. Der Bereich Offene Lösungssoftware firmiert jetzt unter Distributed Computing.