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05.11.1982 - 

Compiler - trotz fehlendem DOD-Stempel angekündigt:

Rolms Ada-Work-Center für Trendsetter

FRANKFURT (hh) - Als eines der ersten Unternehmen wagt sich die Rolm Corporation aus Santa Clara, hier vertreten durch die Rolm GmbH in Mülheim, mit einem sogenannten "Ada Work Center", bestehend aus Hard- und Software, an die Öffentlichkeit. Kernstück dieses "Entwicklungszentrums" ist der Ada-Compiler, der den Standardisierungsvorschriften des Department of Defense (DoD) der Vereinigten Staaten und ANSI 82 entspreche.

Nach den Kriterien des Ada-Auftraggebers DoD gilt ein Produkt erst dann als berechtigt, den Namen "Ada" zu führen, wenn verschiedene Tests erfolgreich absolviert wurden. So hat das Department of Defense dem US-amerikanischen Softwarehaus Softec den Auftrag erteilt, 1500 Testprogramme zu schreiben, über die der Compiler laufen müsse, bevor er sich Ada-Compiler" nennen dürfe. 800 seien bereits entwickelt, und so teilt Karlheinz Peters, Verkaufsleiter Norddeutschland der Rolm GmbH mit - auf dem jetzt vorgestellten Compiler gelaufen. Man rechne damit, daß die restlichen Prüfungsprogramme im ersten Quartal 1983 verfügbar seien und das hauseigene Produkt den Validierungstest

bestehe.

Dennoch werden Anfang nächsten Jahres die ersten Arbeitszentren an sogenannte "Beta-Test-Kunden" ausgeliefert - Anwender, die wissen, daß der Compiler vorerst nur bei Rolm getestet wurde. Sie versprechen sich einen Anwendungs-Knowhow-Vorsprung.

Dieses Arbeitszentrum ist um den 32-Bit-Rechner MSE/800 von Rolm

gebaut. Unterstützt wird dieser für Anwendungen in kritischer Umgebung konstituierte Computer durch zwei MB Hauptspeicher und kommerzielle Peripheriegeräte wie 277MB-Plattenlaufwerk, 800/1600 Bpi-Magnetplattenlaufwerk, Floppy-Laufwerk Systemkonsole und Drucker. Der Hauptspeicher kann bis auf acht MB ausgebaut werden. Die maximale Zahl der anschließbaren Entwicklungsterminals beträgt 128 (Grundkonfiguration: 8). Zielrechner für das Ada-Arbeitszentrum sind neben dem MSE/800 der 16-Bit-Rechner MSE/14 und der Rolm 1666 B, beides Mitglieder der "Military-Familie" AN/UYK-19.

Das System wurde entwickelt für Anwender, die mit Programmentwürfen, der Anwendungsentwicklung oder der Einarbeitung in Ada beginnen möchten. Der Ada-Compiler realisiere alle definierten Ada-Funktionen einschließlich komplexer Besonderheiten wie Echtzeit-Prozeß, allgemeiner Generierungsarten und Parameter-Überlastung, erläutert Peters. Die Compilierungsgeschwindigkeit betrage gut 1200 Zeilen pro Minute.

Erzeugt werde vom Compiler Diana-Zwischentext zur Erleichterung des Transportes und der zukünftigen Hinzufügung von allgemein erhältlichen Ada-Software-Paketen. Die Anwendungsbefehle dieses "Ada Development Enviroment" (ADE) genannten Entwicklungszentrum seien in der Ada-Syntax gehalten.

Das Arbeitszentrum könne sofort bestellt werden, erklärt Peters, jedoch beginne man mit der "Auslieferung ohne ' jede Einschränkung" erst im zweiten Quartal des nächsten Jahres. Der Preis für eine Grundkonfiguration einschließlich einjähriger Hardwarewartung und einer ebensolange währenden Software-Maintenance (Unterstützung, Problemlösung vor Ort) beläuft sich auf 577 500 Dollar.

Das System wird in Deutschland erstmalig anläßlich der Benutzerkonferenz Rolm Mil Spec Computer Users Group im März 1983 zu sehen sein. Potentielle Kunden sieht Peters allerdings nicht nur im militärischen Bereich.