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07.04.1995

Ron Sommer an Bord von Telekom

Herzlichen Glueckwunsch, Herr Leister! Dass die Kommandobruecke des Tankers Telekom doch noch mit einer hochkaraetigen Persoenlichkeit besetzt werden konnte, wird allgemein als Verdienst des Telekom- Aufsichtsratschefs gewertet. Ron Sommer war von Beginn an der Wunschkandidat Leisters und, man glaubt es kaum, zuletzt auch von Bundespostminister Wolfgang Boetsch. In dessen Dunstkreis schien lange Zeit ein anderer, naemlich der kantige Telekom-Vorstand Gerd Tenzer, der Favorit zu sein - frei nach dem Motto, wenig Charisma, dafuer aber um so mehr Stallgeruch. Fuer Tenzer hatte sich, glaubt man Insidern, im uebrigen auch Helmut Ricke ausgesprochen, der, wie gemutmasst wird, nicht nur im Streit mit Boetsch aus dem Amt schied, sondern weil ihm die Dinge generell ueber den Kopf gewachsen sind.

Spaetestens hier sind wir wieder bei Gegenwart und Zukunft des Noch-Postgiganten. Leister hat zugepackt, und Sommer wird es noch mehr muessen - intern wie extern. Der im israelischen Haifa geborene 45jaehrige Sony-Manager uebernahm 1980, von Nixdorf kommend, als Geschaeftsfuehrer den Sony-Bereich Professional Products, bevor er 1986 zum Vorsitzenden der Geschaeftsfuehrung der Sony Deutschland GmbH bestellt wurde. Ab 1990 leitete er dann als President und COO das Geschaeft von Sony Amerika, 1993 kehrte er von dort aus nach Koeln in die Europa-Zentrale zurueck, wo er an der Seite von Jack Schmuckli als President fuer das operative Geschaeft verantwortlich zeichnete.

Der Name Sony koennte also in gewisser Weise zum neuen Markenzeichen einer Deutschen Telekom AG werden, jedenfalls als Sinnbild eines (erhofften) erfolgreichen Aufbruchs ins Multimedia- Zeitalter. Dass sich Sommer da, wo er war, nicht mehr wohl fuehlte und, wenn man so will, auf Jobsuche war, aendert nichts an den Management-Qualitaeten, die er fuer sein neues Amt mitbringt. Die wird er ab Mai auch benoetigen, vor allem, wenn es an das Ausmisten des Augiasstalles Telekom geht - nach wie vor vorhandene Behoerdenmentalitaet sowie diverse Betrugs- und Abrechnungsaffaeren lassen gruessen. Dann, aber auch erst dann, koennte es eines Tages vielleicht statt "It's not a trick. It's a Sony" "It's from Telekom" heissen.