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20.05.1988 - 

Dataquest erwartet gesundes Wachstum für fast alle Marktsegmente:

Rosige Zeiten für US-Computerindustrie

ALAMEDA (IDG) - Die amerikanische Computerindustrie sieht einem gesunden Wachstum entgegen. Mit Einschränkungen ist nur in den Marktsegmenten zu rechnen, in denen DRAM-Chips eine Rolle spielen. Dies prognostiziert Dataquest-President Manny Fernandez für die kommenden vier Jahre.

Den größten Wachstumsschub erwartet Fernandez bei den Speichergeräten. Dieser Markt werde sich bis 1992 verdoppeln, was ein Volumen von 38 Milliarden Dollar bedeute. Für den Computermarkt selbst sieht der President der amerikanischen Marktforschungsgesellschaft einen Siegeszug der technischen Systeme voraus. Auch in diesem Marktsegment werde sich der Absatz nahezu verdoppeln. Seien 1987 noch Verkäufe im Wert von 9,4 Milliarden Dollar registriert worden, könne man bis 1992 mit 17,2 Milliarden Dollar rechnen. Der Absatz an Business Computer werden indes nur mäßig ansteigen, von 20,5 Milliarden im ergangenen Jahr auf 27 Milliarden Dollar 1992.

Schwerer tut sich Fernandez bei der Wachstumsprognose für den PC-Markt. Zwar erwartet er für die kommenden vier Jahre für dieses Marktsegment eine Steigerung von 20,4 auf 29 Milliarden Dollar, doch könnte die Verfügbarkeit von DRAM-Chips allen Vorhersagen "ein Schnippchen schlagen". Seit Monaten sind DRAM-Chips in den USA Mangelware. "Große Unternehmen", so der Dataquest-Chef, "werden kaum Probleme mit der Knappheit an Speicherchips haben, weil sie über Verträge mit entsprechenden Anbietern verfügen. Doch kleinere Firmen

können mit größeren Schwierigkeiten rechnen." Einzige Möglichkeit sei, die Systeme ohne Speicher abzugeben mit dem Versprechen, ihn später nachzuliefern.

Für die gesamte DV-Industrie zeichnen sich in den kommenden Jahren vier" Megatrends" (O-Ton Fernandez) ab, die auf alle Bereiche großen Einfluß ausüben werden: Standards, Allianzen, Schutz des geistigen Eigentums und Wettbewerb. Die Unternehmen, so der Dataquest-President, seien mehr und mehr gezwungen, Standards zu realisieren.

Die Anwender nämlich sähen die Standardisierung zunehmend als Hauptkriterium bei der Systemwahl an. Ihr Motto:" Kein Standard, kein Produkt". Allianzen wiederum seien wichtig, weil" kein Unternehmen mehr alles allein machen könne". Diese Verbindungen könnten sowohl traditionelle Fusionen, aber auch die Gründung von Interessengemeinschaften sein, um zusammen Forschungs- und Entwicklungsvorhaben finanzieren zu können, und - last but not least - Zusammenschlüsse zwischen Anwender und Anbieter zum gegenseitigen Nutzen.

Daß der Schutz des geistigen Eigentums immer mehr zum zentralen Thema werde, sei abzusehen gewesen. Die Entwicklungskosten, so Fernandez, seien so hoch, daß sie sich künftig verstärkt in der Preispolitik der Unternehmen auswirken würden. Immerhin koste die Entwicklung eines neues Mikroprozessors, die vor einigen Jahren gerade 2 Millionen Dollar ausgemacht habe, heute 80 Millionen Dollar. Gleichzeitig würde jedoch die Lebensdauer eines Produktes immer weiter schrumpfen. Deshalb auch müßten sich die Unternehmen zunehmend vor der illegalen Verbreitung von Produkten schützen.

Als letzten Megatrend schließlich nannte Fernandez den Wettbewerb, der wiederum die Automatisierung in den Betrieben vorantreiben würde. Denn, so der Dataquest-Chef, Automation könne nicht nur die Produktivität eines Unternehmens steigern, sondern vielmehr seine Qualität und seine Beständigkeit.