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Mitarbeiter das größten dänischen Computerherstellers warten auf ihr Gehalt:

Rovsing, scheitert an zu schnellem Wachstum

28.09.1984

MÜNCHEN (ih) - Der Konkurs der Christian Rovsing AG (CR), Kopenhagen, versetzt Die dänische DV-Branche in helle Aufregung. Zu schnelles Wachstum sowie schlechtes Finanzmanagement gelten als Ursachen für den Zusammenbruch des größten dänischen Computerherstellers. Während die Regierung dem Unternehmen angeblich noch mit einer Geldspritze unter die Arme greifen will, warten 1200 Mitarbeiter noch auf ihr August-Gehalt.

Der dänische Wirtschaftsminister sagte dem Unternehmen, das sich innerhalb der vergangenen 20 Jahre zum größten einheimischen DV-Unternehmen mauserte, finanzielle Unterstützung zu. Die CR-Gruppe benötigt, um überleben zu können, 15 bis 20 Millionen Dollar.

Unternehmensgründer Christian Rovsing gab zu, daß schlechtes Finanzmanagement sowie Investitionen in zahlreiche Projekte zu diesem Dilemma geführt hätten. Als Hauptgrund für den Konkurs nennt der Firmenchef das zu schnelle Wachstum in den vergangenen Jahren. Mitarbeiter des Unternehmens vertreten dagegen die Ansicht, daß Rovsing von seinen eigenen Managern "hinters Licht geführt worden ist".

Im Juni dieses Jahres gab Rovsing seinen Vorstandsposten an den Finanzdirektor der Novo Industrie ab. Damit übernahm Kaare Dullum die undankbare Aufgabe, den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Rovsing selbst blieb Aufsichtsratsvorsitzender im Unternehmen und konzentrierte sich hauptsächlich auf die technischen Entwicklungen.

In seiner Blütezeit hatte CR große Aufträge für besonders leistungsfähige Kommunikationssysteme von der NASA, der Nato, den American Airlines und Air Canada erhalten. 1983 wuchs der Umsatz der Dänen um 50 Prozent auf 621 Millionen dänische Kronen (rund 210 Millionen Mark). Seit 1979 hat sich der Umsatz somit verfünffacht. Die Anzahl der Mitarbeiter stieg von 400 auf 1200.

Die Gewinne konnten aber mit dem Umsatz nicht Schritt halten. 1983 mußte CR nach eigenen Angaben einen Verlust von 71 Millionen dänischen Kronen (etwa 24 Millionen Mark) hinnehmen. Ein ehemaliger Mitarbeiter des Unternehmens behauptet allerdings, daß zum Schluß von 570 Millionen Kronen (193 Millionen Mark) die Rede war.

Rovsings Bemühungen, vor einigen Monaten einen Teil des Unternehmens zu verkaufen, schlugen ebenfalls fehl.

Noch im Juni dieses Jahres meinte Kaare Dullum: "Rovsing muß sich nicht die Pistole an die Schläfe setzen." Er kündigte damals an, daß er nun - parallel zu seinem Rovsing- Engagement bei der Kopenhagener Bank Gudme Raaschou als Partner einsteigen werde. Doch Insider meinen, daß Dullum zu spät geholt wurde.

Die Geschäftsbereiche Prozeßsteuerung, Hardware und Software haben inzwischen die beiden Unternehmen Novo Industri A/S und Superfos A/S für 10,7 Millionen dänische Kronen (rund 3,5 Millionen Mark) erworben. Diese Aktivitäten sollen in eine unabhängige Gesellschaft eingebracht werden. Darüber hinaus erhielt der Konkursverwalter ein Angebot der ITT, Bestandteile des Konzerns zu übernehmen.