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12.08.1994

RS/6000, AS/400 und PC-Server auf Power-Basis Neue Division soll Big Blue zu kompatiblen Servern verhelfen

ARMONK (IDG/CW) - IBM-Chef Louis Gerstner treibt die Vereinheitlichung und Konzentration von Big Blue weiter voran.

Mit Hilfe der jetzt angekuendigten "Systems Technology and Architecture Division" (STA) sollen die Entwicklung der verschiedenen Server-Linien beschleunigt und die Kosten verringert werden. Large Systems, AS/400, RS/6000 und Teile der PC-Server- Linie basieren kuenftig auf einheitlichen Standards und - mit Ausnahme der Mainframes - auch auf den gleichen Prozessoren (Power-PC-CPU), Speichern sowie Subystemen.

Die STA uebernimmt die Entwicklung von Speichern, einheitlichen Subsystemen, Kuehlaggregaten, I/O-Bausteinen und vor allem der Prozessoren, wobei besonders die Power-PC-Chips im Vordergrund stehen. Ausserdem legt sie in enger Koordination mit den Entwicklern von Client-Systemen Standards fuer alle Server- Plattformen des angeschlagenen Konzerns fest.

Von neuen Subsystemen sollen, wenn moeglich, auch die Client- Systeme der Armonker profitieren.

Die neue Division mit Hauptquartier in Austin, Texas, koenne IBM laut Vice-President und Group Executive John Thompson "zur Marktfuehrerschaft im Client-Server-Markt verhelfen. Wenn wir fuer unsere Server gemeinsame Standards definieren, wird es sehr viel einfacher, Systeme zu entwickeln, die in verteilten Umgebungen problemlos zusammenarbeiten". Ausserdem duerften die Rechnerlinien mit einem weitgehend gleichen Innenleben sehr viel preiswerter zu produzieren sein.

Eine solchermassen vereinheitlichte Hardwarebasis wuerde IBM in die Lage versetzen, ein Design fuer alle Server-Systeme zu nutzen. Das bedeutet zwar geringere Kosten, aber auch, dass viele der bisher produktspezifischen Komponenten ausgemustert werden muessen.

Grossrechner erhalten auch weiterhin keine Power-PCs

In den Mainframes finden sich jedoch auch kuenftig keine Power- Prozessoren. Die in CMOS-Technik gefertigten Chips sollen aber den gleichen Fertigungsprozess durchlaufen wie die Taktgeber der Server. "Wir beabsichtigen nicht, eine einzige homogene Linie von Produkten herzustellen", wiegelt Thompson ab. "Wir glauben, der Markt ist gross genug und wuenscht fuer verschiedene Produkte auch unterschiedliche Charakteristika."

Die bisherigen drei Server-Divisions - Large Scale Computing, AS/400 und RS/6000 - behalten die Verantwortung fuer die Produktentwicklung und ihre Maerkte. Ausserdem gehoeren Nick Donofrio, David Thomas und William Filip, die Chefs dieser Einheiten, einem Triumvirat an, das Phil Hester, den General Manager der STA, fachlich beraten soll. Hester, der vorher als Vice-President Systeme und Technologie in der RS/6000-Division arbeitete, berichtet an Thompson.

Von Anwendern und Analysten wurde der Schritt unterschiedlich bewertet. "Obwohl die Presse sich ueber die fehlende Vision aufregte, verfolgt Gerstner offenbar eine klare Strategie. Jetzt setzt er sie um", lobt Sam Alber, ein Berater aus Scarsdale, New York. Einer der von Gerstner genannten sechs "strategischen Imperative", die er im Maerz vor Wall-Street-Analysten erlaeuterte, lautet: "Wir muessen unsere Technologie viel besser ausnutzen als in der Vergangenheit." Frueher habe es die "Technologie-Company" IBM versaeumt, diese Staerke in ueberlegene Produkte umzuwandeln.

"Wir muessen die Kompatibilitaet zwischen unseren Systeme erhoehen und sie schnellstmoeglich in verteilte Client-Server-Netze integrieren." Gleichzeitig seien die Kosten durch die Konsolidierung von Parallelentwicklungen und -fertigungen zu senken. Wie das seiner Meinung nach zu bewerkstelligen sei, sagte der IBM-Chef damals auch schon: "Die Power-Technologie wird Grundlage fuer fast all unsere Plattformen sein, vom Supercomputer ueber die AS/400, RS/6000 bis hin zu neuen Generationen von PCs."

Leslie Fiering von der Gartner Group glaubt jedoch, dass die IBM noch einen steinigen Weg zurueckzulegen hat, bevor die Server- Plattformen vereinheitlicht sind. Er nennt den Aufbau der PC Co. als Beispiel fuer die Schwierigkeiten, die die Armonker noch ausraeumen muessen. Anfangs sei diese Gruppe sehr gelobt worden, aber sie habe es versaeumt, die Beduerfnisse der Kunden zu beruecksichtigen. "IBM machte die beiden ersten notwendigen Schritte und stoppte dann", erklaert er.

"Den Leuten war nicht klar, dass sie agil bleiben und sich staendig anpassen muessen."

"Es bleibt abzuwarten, ob sich die geringeren Kosten auch in niedrigeren Preisen niederschlagen", meint Roy Dodd, MIS-Director der Good Guys Inc., einer Handelskette fuer elektronische Produkte mit Sitz in Brisbane, Kalifornien. Auch Jan Scites, President Customer Services bei der Connecticut-Mutual-Live-Versicherung in Hartford, gibt sich zurueckhaltend. Er haelt es fuer moeglich, dass die Reorganisation den Armonkern hilft, im Client-Server-Markt Boden gutzumachen. Allerdings werde es wohl neun bis 18 Monate dauern, bis Anwender Kostenvorteile aus der vereinheitlichten Hardware ziehen koennten.

Weil Hardware immer mehr zu einem "Commodity"-Element werde, haelt James Matsey, IS-Direktor von Reynolds Metals Co., Richmond, Virginia, den Wechsel zu einer einheitlichen Server-Technologie fuer sinnvoll: "Der ganze Prozessorbereich ist hartumkaempft, und die Software wird fuer uns ohnehin immer wichtiger."

Mit dem Versuch, die verschiedenen Rechnerplattformen ueber die Software durchgaengig zu verbinden, ist die IBM allerdings in den spaeten 80er Jahren bereits gescheitert. Damals kuendigte sie die Systems Application Architecture (SAA) an, die nie ueber das Planungsstadium hinausgelangte. Kuenftig duerften die Produktlinien statt dessen ueber gemeinsame Softwaremodule verbunden werden, die laut Hester von der Workplace-OS-Gruppe in Austin kommen sollen.