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01.02.1991 - 

Der Mainframe bekommt Konkurrenz

RS/6000-Erfolge beeinflussen die Open-Systems-Planung der IBM

DALLAS (IDG) - In einem weltweiten Client-Server-Projekt will der US-Konzern General Motors Corp. neben Unix-Workstations von DEC neuerdings auch RS/6000-Maschinen von IBM einsetzen.

Das Geschäft ist Beleg für den enormen Zuspruch, den die RISC-Systeme in den letzten Monaten gefunden haben.

Die Verkaufszahlen der Rechner, so bilanziert ein IBM-Sprecher, haben sämtliche Erwartungen übertroffen. Insgesamt 25 000 abgesetzte RS/6000-Systeme bescherten den Armonkern im vergangenen halben Jahr einen Umsatz von rund einer Milliarde Dollar.

Dabei hatten sogar die optimistischsten Analysten einen Verkauf von höchstens 15000 Unix-basierten "Powerstations und -servern" für möglich gehalten. Durch diesen Erfolg hat sich IBM zum weltweit viertgrößten Workstation-Anbieter gemausert.

C. Michael Armstrong, Präsident der IBM-World-Trade-Organisation, äußerte sich auf der Unix-Messe Uniforum in Dallas/Texas zu diesen Ergebnissen, als habe IBM der proprietären Politik für immer abgeschworen: "Die Zukunft gehört offenen Systemen, und IBMs Zukunft liegt in offenen Systemen!"

De facto könnte sich IBM mit diesem Unix-Engagement aber durchaus ins eigene Fleisch schneiden. In einem Interview mit der amerikanischen CW-Schwester "Computerworld" stellt zum Beispiel RS/6000-Anwender Robert E. Matthews, Vice-President der Equitable Real Estate Investment Management Inc. in Atlanta, fest: "Was das Preis-Leistungs-Verhältnis

angeht, so erhalten wir von einer RS/6000 deutlich mehr Rechenleistung pro Dollar als von einem 3090-Mainframe."

Daß IBM den Unix-Trend wahrnimmt und seine Präsenz am Workstation-Markt in Zukunft noch weiter verbessern wird, steht für IDC-Analystin Vicki Brown außer Zeifel: "1991 wird IBM etwa 50 000 Workstations und Server sowie weitere 10 000 oder 20 000 Multiuser-Systeme absetzen", lautet ihre Prognose.

In dieser Größenordnung bewegen sich auch die Verkaufszahlen der Workstation-Spezialisten DEC und Hewlett-Packard (HP). Nach einer IDC-Studie lieferte HP im vergangenen Jahr weltweit mehr als 75 000 Systeme aus - das entsprach einem Marktanteil von 20 Prozent. Digital verbuchte mit 62 500 verkauften Rechnern 17 Prozent des Marktes für sich.

Unangefochtener Spitzenreiter am Workstation-Markt war - und bleibt wohl auch im nächsten Jahr - Sun Microsystems: Das Unternehmen beherrschte mit 142 000 verkauften Rechnern (38 Prozent) deutlich den Markt.

Um diese Position langfristig anzugreifen, hat Big Blue folgendes Konzept: Weitere High-end-RISC-Systeme mit einem deutlich verbesserten Leistungsspektrum kommen auf den Markt. Zudem soll es neue Desktop-Einstiegssysteme und verbesserte Grafikmöglichkeiten auf allen RS/6000-Plattformen geben.

Darüber hinaus verspricht IBM die Entwicklung integrierter Softwarepakete mit einer Benutzeroberfläche, die den Anwendern ein einheitliches Look-and-feel bieten soll.