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Standards für Druckeranschlüsse durchdringen Markt seit den 70iger Jahren:


22.02.1985 - 

RS232C und Centronics-lnterface blieben konkurrenzlos

MÜNCHEN (CW) - Standardisierte Schnittstellen, ohne die im Hinblick auf das Zusammenspiel von Computern und Druckern "nichts geht", wurden Anfang der siebziger Jahre eingeführt. Die zwei damals festgelegten Normen. das parallele Interface von Centronics und die serielle RS232C-Schnittstelle konnten ihre Monopolstellung bis heute weitgehend behaupten.

Als das Entwicklungsteam des großen amerikanischen Druckerherstellers Centronics vor 15 Jahren den ersten Matrix-Printer konzipierte, hatte es eine besonders schwere Nuß zu knacken: Die Schnittstelle zwischen Computer und Drucker sollte schnell und vor allem zuverlässig arbeiten. Man entschloß sich daher zu einer parallelen Datenübertragung mit "Handshake-Betrieb": Jedes Byte wird nach einem präzise festgelegten Verfahren vom Drucker übernommen und quittiert. Diese Parallel-Schnittstelle, als Centronics-lnterface weltweit populär geworden, hat sich inzwischen als Standard durchgesetzt.

Der erste Drucker, von Centronics produziert und mit der zunächst rein gerätespezifischen Schnittstelle ausgerüstet, kam 1971 auf den Markt. Während das in Hudson/New Hampshire beheimatete Unternehmen vom Start weg Marktführer bei der Herstellung von EDV-Printern war - und heute noch ist - , wurde die Centronics-Schnittstelle mehr und mehr von anderen Produzenten übernommen. Heute gilt sie als Standard-Schnittstelle, wenngleich es bisweilen auch geringfügige Abweichungen geben kann.

Die schnelle Übertragung der Daten vom Computer zum Drucker steht bei "Centronics parallel", wie das Interface meist genannt wird, im Vordergrund: Über diese Schnittstelle können gleichzeitig acht Bit in die Leitung "geschossen" werden.

Damit aber die Datenübertragung ebenso sicher wie schnell ist, werden bei der Centronics-Schnittstelle verschiedene Signale - im Fachjargon nennt man sie "Handshaking" - zwischen Computer und Drucker ausgetauscht: Sie verhindern beispielsweise, daß ein Zeichen "verschluckt" oder zweimal gedruckt wird. Das geht so vor sich:

Datastrobe (DSTB) ist das Übernahmesignal, auch Auftaktsignal genannt, das mit der negativen Flanke jede Byte-Übertragung, sobald diese stabil im Ausgaberegister des Computers bereitsteht, startet und sendet. Der Drucker "antwortet", sobald er mit dem Zeichen beschäftigt ist, mit dem positiv gerichteten Busy-Signal. Dieses stoppt den weiteren Datenfluß über die Schnittstelle, bis ein weiteres negatives Signal, nämlich Acknowledge (ACKNLG), die Übernahme des Bytes quittiert und den Weg für ein weiteres Zeichen freimacht. Natürlich geht das Ganze in Bruchteilen von einer Sekunde vor sich. Der Acknowledge-lmpuls zum Beispiel ist nur 18 Mikrosekunden lang.

Der 36-Pin-Stecker für die Centronics-Schnittstelle hat noch eine Reihe weiterer Anschlüsse, zum Beispiel Paper Empty (PE) und Fault. Entsprechende Signale stoppen die Datenübertragung, wenn das Papier zu Ende ist oder eine Störung am Drucker vorliegt. Nicht immer werden alle Leitungen auch tatsächlich benutzt: Abhängig vom Computer oder von Druckern anderer Hersteller kann die Centronics-Schnittstelle leicht verändert sein, was jedoch meist die Hauptfunktionen nicht beeinträchtigt.

Mit Ausnahme einiger spezieller Homecomputer mit eigenen Schnittstellen ist heute nahezu jeder Mikrobeziehungsweise Arbeitsplatzcomputer mit einem Centronics-lnterface für den Druckeranschluß ausgestattet. Der Urheber der Standard-Schnittstelle, das Unternehmen Centronics, wartet heute mit einem großen Drucker-Programm auf.

Neben der parallelen Centronics-Schnittstelle hat sich das serielle Interface RS232C zum Standard entwickelt. Dieser "Stecker" ermöglicht eine elektronische Übertragung, bei der die Daten nacheinander Bit für Bit vom Computer zur jeweiligen Peripherie geschleust werden. Die RS232C-Schnittstelle wurde 1969 von der Electronics Industries Association (ElA), den Bell Laboratories und einigen Herstellern von Kommunikationsanlagen aus der Taufe gehoben. Der damals definierte Standard orientiert sich an den zuvor vom Consultive Committee on International Telegraphy and Telephony (CCITT) herausgegebenen Empfehlungen für die Funktion und die Eigenschaften von Schnittstellen. Eingang in die Normierung fanden die Richtlinien V.24 und V.28. Darum wird heute im Zusammenhang mit RS232C gleichzeitig von einer V.24-Schnittstelle gesprochen.