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23.01.2004 - 

Kolumne

"Rückkehr zu alter Stärke?"

Christoph Witte Chefredakteur CW

Selten hat sich die ganze IT-Szene so über ein IBM-Ergebnis gefreut wie dieses Mal. Das gute Abschneiden der nach wie vor größten IT-Company gilt als Signal für die Wende im krisengeplagten IT-Markt. Zumal IBM-Chef Sam Palmisano die Aussichten für dieses Jahr sehr positiv beschrieben hat: Sein Unternehmen sei "enthusiastisch" angesichts der Perspektiven, die sich 2004 und darüber hinaus ergeben würden.

Eine Bilanz, die einen um 119 Prozent gestiegenen Nettogewinn und einen um zehn Prozent höheren Umsatz gegenüber dem Vorjahr ausweist, macht einen hervorragenden Eindruck. Wenn außerdem noch die meisten Geschäftsbereiche für sich genommen besser abgeschnitten haben als im vorausgegangenen Berichtszeitraum, wirkt der Abschluss noch solider.

Bis auf die Personal Systems Group sind die Geschäfte in allen Business Units der IBM besser verlaufen als im Vorjahr. Bedenkt man außerdem, dass PCs und PC-Server für das Unternehmen keineswegs kriegsentscheidend sind, lässt sich dieser Makel in der Gewinn- und Verlustrechnung leicht verschmerzen. Auch dass die Zuwächse währungsbereinigt sehr viel geringer ausgefallen wären, tut der Qualität des Ergebnisses keinen Abbruch. Die Bilanz drückt aus, dass die IBM offensichtlich geschafft hat, wovon viele andere Anbieter nur reden: Sie ist dank ihrer breiten Aufstellung und ihrer globalen Präsenz zu einem echten Lösungsanbieter geworden - mit dem Vorteil, im Infrastruktursektor zu den weltweit marktführenden Unternehmen zu gehören.

Für diese Wandlung stehen vor allem die Global Services und die Software-Division. Am Softwaregeschäft lässt sich leicht ablesen, wie die IBM aufgestellt ist. Sie konzentriert sich mit Datenbanken, Websphere und Tivoli auf Infrastrukturangebote. Das Applikationsgeschäft überlässt sie weitestgehend den Spezialisten, mit denen sie eng zusammenarbeitet. Zum Thema Infrastruktur passt natürlich auch die Hardware. Zusammen mit den Global Services macht Big Blue dem Anwender so ein fast unschlagbares Angebot: Wir beraten dich, lassen dir bei der Applikationsauswahl freie Hand und sorgen für die passende Infrastruktur. Wenn du auch damit nichts zu tun haben willst oder etwas schief geht, kannst du uns das Thema IT inklusive Geschäftsprozess-Organisation im On-Demand-Verfahren auch ganz überlassen. Ist der Preis dann auch noch finanzierbar, verspricht die Offerte ein Rund-um-sorglos-Paket, das viele Unternehmen gerne nehmen.

IBM geht mit dieser Strategie auch Risiken ein: Ob die formulierte Wachstumsstrategie "E-Business on Demand" verfängt, ist angesichts der zögerlichen Haltung, mit der große Anwender diesem Thema heute begegnen, noch fraglich. Zweitens bergen große Outsourcing-Deals - darauf laufen schließlich alle On-Demand-Abschlüsse heraus - auch große Risiken. Übernimmt sich die IBM bloß bei ein oder zwei Mega-Deals, an denen sie gar nichts oder zu wenig verdient, wirkt sich das in der Bilanz auf Jahre negativ aus. Siemens Business Services und EDS haben das leidvoll erlebt.

Außerdem kann IBM nur dann wieder an die alte Stärke anknüpfen, wenn sie es auch weiterhin schafft, die Konkurrenten im Infrastruktursegment auszubremsen.