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17.05.1991 - 

Bürokommunikation als einziger Bereich im Minus

Rückstellungen erhöht, SEL spart für Strukturmaßnahmen

STUTTGART (see) - Die Aktionäre der Standard Elektrik Lorenz AG (SEL) müssen in diesem Jahr auf eine Dividende verzichten: Lediglich 116 000 Mark Jahresüberschuß konnten auf die neue Rechnung vorgesagten werden, nachdem in der Bilanz 1990 die Rückstellungen für eine Neustrukturierung um knapp 150 Millionen Mark erhöht worden waren.

Rückgänge beim Geschäftsvolumen verzeichnen sowohl die SEL-Gruppe (um 2,6 Prozent auf 3P9 Milliarden Mark) als auch die AG (um 4,2 Prozent auf 3,7 Milliarden Mark). Umsatzmindernd, so SEL-Vorstandschef Gerhard Zeildler, hätten sich unter anderem der Verkauf der CTM jetzt Itos Computer) aus dem Unternehmensbereich Bürokommunikation und der gesamten Kabelaktivitäten ausgewirkt. Auf einer so bereinigten Vergleichsbasis habe der Umsatz der Alcatel-Tochter seit 1989 um ein Prozent zugelegt.

Ein defizitäres Jahr, so Zeidler, hat als einziger Unternehmensbereich die Bürokommunikation hinter sich. Nicht nur der Verkauf von CTM und das Auslaufen der Bildschirmproduktion, sondern auch der ständige Preisverfall sind nach seiner Darstellung für den Umsatzrückgang um 16 Prozent verantwortlich. Neue Produkte, zum Beispiel ISDN-Nebenstellenanlagen, müßten erst beweisen, ob sie den Umsatzanteil des ausgemusterten DV-Equipments werden mittragen können.

Der Auftragsbestand der BK-Division stieg um 18,2 Prozent. Alle Kennzahlen des Bereichs bewegten sich laut Zeidler im Rahmen der Budgetierung, die Ziele, zum Beispiel eine Umstrukturierung des Vertriebs, seien erreicht worden. Der SEL-Chef zeigte sich optimistisch, daß entsprechend der weiteren Planung 1991 Kostendeckung erreicht werden könne.

Ebenfalls rückläufig - mit über 20 Prozent - war das Geschäft der Verteidigungs- und Luftfahrt-Division von SEL; die Zukunft des Bereichs soll nach Zeidlers Worten, den politischen Entwicklungen folgend, zunehmend bei zivilen Navigations -und Landesteinen liegen. Die Aktivitäten des Bereichs Eisenbahn-Elektronik legten hingegen um 60 Prozent zu.

Im ersten halben Jahr des Bestehens erzielte das ostdeutsche Joint-venture RFT/SEL - die Stuttgarter halten die Hälfte der Anteile -, einen Umsatz von 290 Millionen Mark laut Zeidler unter anderem mit etwa 100 000 Anschlußeinheiten in konventioneller Vermittlungstechnik. SEL will die RFT nach eigenem Bekunden möglichst bald ganz übernehmen. Das könnte noch in diesem Monat geschehen. Auf das Unternehmen gründen sich im wesentlichen die Hoffnungen der Schwaben für ihr Geschäft mit der Sowjetunion, das über die RFT abgewickelt wird.

Das laufende Geschäftsjahr läßt sich nach SEL-Darstellung bisher gut an. Im ersten Quartal sei der vergleichbare Gesamtumsatz um zwölf Prozent gestiegen, e die Bürokommunikation habe um nahezu 19 Prozent zu gelegt. Insgesamt erwartet der Konzern eine Umsatzsteigerung im Vergleich zu 1990 in dir Größenordnung von einer Milliarde Mark.