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16.12.1994

Ruecktritt angeblich aus persoenlichen Gruenden Telekom-Chef Helmut Ricke wirft resigniert das Handtuch

BONN (gh) - Der Vorstandsvorsitzende der Telekom, Helmut Ricke, verlaesst das Unternehmen zum Jahresende. Diese ueberraschende Entscheidung wurde Ende vergangener Woche bekannt. Offiziell ist von rein persoenlichen Gruenden Rickes die Rede, Insider wollen jedoch von einem unueberbrueckbaren Dissens zwischen Ricke und Postminister Wolfgang Boetsch hinsichtlich der Arbeitsweise einer kuenftigen Telekom AG wissen. Ricke war 1990 nach der Postreform I vom damaligen Minister Christian Schwarz-Schilling an die Spitze des Postunternehmens Telekom berufen worden. In seine fuenfjaehrige Amtszeit fielen der Aufbau einer modernen TK-Infrastruktur in Ostdeutschland, die Ausrichtung der Telekom als international agierender Diensteanbieter sowie deren Wandlung in ein markt- und kundenorientiertes Unternehmen. Vor allem letzteres war Gegenstand staendiger Reibereien zwischen Ricke und Schwarz-Schilling-Nachfolger Boetsch. Der ehemalige Loewe-Opta-Manager zeigte sich, wie informierte Telekom-Kreise berichten, verbittert ueber die seiner Ansicht nach misslungene Postreform II, insbesondere ueber den weiter vorhandenen Einfluss der Politik auf unternehmerische Entscheidungen des Telekom- Managements. Ricke hatte von Boetsch noch im Mai dieses Jahres einen neuen Zweijahresvertrag angeboten bekommen, sich aber wiederholt beim Postminister Bedenkzeit auserbeten. Bis zu der Berufung eines Nachfolgers durch den neuen Aufsichtsrat der Deutschen Telekom AG soll ab dem 1. Januar 1995 Telekom- Vorstand Wilhelm Paellmann die Geschicke des Bonner Carriers leiten. Neben einer in Betracht kommenden externen Loesung gelten die Vorstandsmitglieder Gerd Tenzer (Netze) sowie Joachim Kroeske (Finanzen) als aussichtsreichste Kandidaten. In Spekulationen gehandelt werden aber auch Namen wie der ehrgeizige Telekom-Aufsichtsratschef Rolf-Dieter Leister und der erst vor zwei Jahren von der Volkswagen AG zur Telekom gewechselte Entwicklungschef Hagen Hultzsch. (Siehe Kommentar auf Seite 23)