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01.06.1979

Rückzieher

IBM spricht im Zusammenhang mit den Rechnern 4331 und 4341 offen von Zuteilung, hat eine Art Lotterie arrangiert, die "gerechte" Belieferung garantieren soll. Vier Monate nach Ankündigung der "E"-Modelle wissen die Kunden indes immer noch nicht, wann ihre "First-Day-Orders" drankommen (siehe Seite 1: "Unmut über 4300-Liefertermine wächst"). Wer am Ende der Lieferliste liege, rechnet Knut Ackermann, EDV-Leiter der Nähgarnfabrik Amann & Söhne, akribisch vor, der müsse unter Umständen vier Jahre warten: "Wenn ich höre, daß 40 000 Orders vorliegen sollen, von denen vielleicht 20 000 echt sind, und nur 5000 Maschinen im Jahr hergestellt werden - dann ist das eine Katastrophe."

Kein Wunder, daß Ackermann, der sich nach seinem ursprünglichen Plan am 1. 1. 1980 mit einer 4331 "voll im Dialog arbeiten" sah, seinen Letter of Intent zurückziehen will, zumal ihn an der 4300-Produktpolitik nicht nur das Liefertermin-Gemauschel stört: "Was man über die ersten Felderfahrungen hört, ist ja ganz grausam." Unbeantwortet durch IBM seien eine Reihe weiterer Fragen geblieben, die - so Ackermann - viele Anwender "brennend interessieren" dürften: Was leistet die 4331 im Vergleich zur 370/138? Ist die 4331 eine Ablösemaschine für 370/125-Anwender? Kommt der Dialog-Teil von DOS/VSE erst gegen Ende des Jahres in die Release 2-Version? Dies sind die Punkte, der den IBM-Kritiker bewegen. Kurzum: Er ist verunsichert.

Selbstmitleid, darüber ist sich Ackermann im klaren, wäre in der jetzigen Situation freilich unangebracht: "Sobald son'n Ding kommt, glaubt man halt immer wieder, jetzt ist die Erleuchtung da." Und ketzerisch fügt er hinzu: "Die Leute sind ja alle so doof - ich nehme

mich da nicht aus."

Bleibt als Fazit: Wenn es IBM nicht schafft, die Unsicherheit in der 4300-Frage zu beseitigen, dann dürfte Ackermann mit seiner Kritik bald nicht mehr alleinstehen.