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25.09.1998 - 

Deutsche Start-ups/Kommentar

Ruhe auf den billigen Plätzen!

Nur noch wenige Tage, dann haben wir es hinter uns - den Wahlkampf und sein Nachgeplänkel. Wir dürfen den Speicher zwischen Stirn und Rückgrat löschen, die Ohren wieder öffnen. Es wird wieder stiller sein im Land, keine Schönrederei von Kanzler und Gefolge, keine Versprechungen von Kandidat und Schatten. Statt von unattraktiven Industriestandorten respektive blühenden Landschaften dürfte wieder zerknirschtes Gemurmel über leere Kassen - und von der Unumgänglichkeit dieser oder jener Steuer- oder Sozialbeitragserhöhung - zu vernehmen sein. Es wird alles so sein wie zuvor, egal ob das Regierungskürzel mit S oder C anfängt. Nur stiller.

Erinnerungsvermögen wird auch nicht gefragt sein. "Start-up-Förderung", "Existenzgründerhilfen"? Wen kümmert das Geschwätz von gestern? Parolen, Formeln, Plattformen. Wer meint, in wenigen Wochen noch auf Zugeständnisse von Politikern und Verbandspräsidenten zählen zu können, beweist ein wahrlich schwaches Erinnerungsvermögen. Wahlversprechungen werden allenfalls als erfüllt verkauft. Die Stimmung, aber noch lange nicht das Klima für Unternehmensgründungen wird besser, weil es ein Wahlkampfthema war. Viel zu wenig hat sich für Newcomer gebessert.

Alle, die sich bisher nicht trauten, sich selbständig zu machen, können sich wieder geduckt auf ihren Posten in ihrer jetzigen Firma begeben. Kein Politiker, kein Verband, keine Bank wird ihnen morgen mehr helfen als heute. Allenfalls gibt es kosmetische Änderungen, auch PR genannt. Also: "30 Prozent der Gründer neuer Firmen finden die Gesamtsituation für Start-ups inzwischen positiv." Statt: "36 Prozent finden dasselbe schlecht." (Siehe S. 82.) Die Newcomer werden weiter mit Banken um Kredite zu kämpfen haben. Aber warum soll es ihnen besser gehen als Normalbürgern, die wegen Familiengründung Geld brauchen?